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Schwaches Spiel gegen Schlusslicht Abdins 0:0 bringt Höttges in Rage

Von Daniel Niebuhr | 22.03.2015, 19:29 Uhr

Der SV Tur Abdin quält beim 0:0 gegen den Tabellenletzten Ahlhorner SV die Zuschauer und sich selbst. Danach spricht Trainer Höttges klare Worte.

Vielleicht lag es an der frischen Brise, die durch das Delmenhorster Stadion wehte, vielleicht auch an der Qualität des Spiels; jedenfalls beeilten sich Fußballer, Betreuer und Zuschauer am Sonntagnachmittag, Platz und Ränge schnell hinter sich zu lassen. Das 0:0 des SV Tur Abdin gegen den Ahlhorner SV in einem grausigen Bezirksligaspiel war noch keine fünf Minuten lang abgepfiffen, da stand Andree Höttges als einer der Letzten noch an der Laufbahn; was er zu sagen hatte, war allerdings weitaus spektakulärer als die vorangegangenen 90 Minuten auf dem Feld. Abdins Trainer holte zu einer kritischen Rede aus, die in ihrer Heftigkeit – trotz eines Unentschiedens gegen den Tabellenletzten – überraschte. „Heute hat man gesehen, dass für einige unserer Spieler die Bezirksliga das Maximum ist. Bei einigen fehlt die Spielintelligenz, so einfach ist das“, polterte der Coach: „Die wollen unbedingt spielen – und dann das. Mancher meint, er wäre etwas Besonderes in der Liga. Und ist es eben nicht.“

Ahlhorns Keeper Lohrey rettet Punkt

Von den acht Verletzten, fast alles Stammspieler, die ihm fehlten, wolle er gar nicht sprechen, sagte Höttges. Und auch andere mildernde Umstände interessierten ihn nach der schlechtesten Saisonleistung nicht. Sein Team bleibt zwar Dritter, muss nach einem kläglichen Auftritt gegen die zuvor neunmal in Serie geschlagenen Ahlhorner und angesichts der Personallage aber aufpassen, nicht an Boden zu verlieren. Das gestrige 0:0 war jedenfalls ein kleiner Rückfall in überwunden geglaubte Zeiten. Gegen tief stehende Gäste liefen sich die Delmenhorster oft in Einzelaktionen fest oder hofften bei 60-Meter-Pässen auf das Glück. Die größte Torchance der ersten Hälfte war eine verunglückte Flanke von Daniel Eckert, die Ahlhorns Christopher Behren Richtung eigenes Tor abfälschte und von ASV-Keeper Alexander Lohrey entschärft wurde.

Zwei nennenswerte Gelegenheiten erspielte sich Abdin im zweiten Durchgang: In der 70. Minute scheiterte der eingewechselte Besart Lugoli freistehend an Lohrey, zwei Minuten später vergab Mikael Blümel. Zuvor hätte die Gastgeber sogar in Rückstand geraten können, doch Kapitän Daniel Karli klärte, nachdem Ahlhorns Christoph Benkendorf den Ball aus dem Gewühl aufs Tor gestochert hatte. „Viel zu wenig“, sei das von seiner Elf gewesen, fand Höttges: „Die Topteams sind uns weit voraus. Ich denke, wir müssen in der Woche mal ein wenig Laufarbeit machen, um die Köpfe frei zu kriegen.“