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Schweres Pflaster Kreisliga Schon sieben Trainerwechsel

Von Manfred Nolte | 21.01.2016, 23:00 Uhr

In der Fußball-Kreisliga Oldenburg-Land/Delmenhorst gab es nach nicht einmal der Hälfte der Saison 2015/2016 schon sieben Trainerwechsel. Gleich fünf Übungsleiter traten zurück. Hürriyet hat schon den dritten Coach in vier Monaten. Die meisten Neuen stehen vor einem harten Abstiegskampf.

Trainerbänke können im Fußball echte Schleudersitze sein, wohl in keiner anderen Sportart wechseln die Übungsleiter so regelmäßig. Je weiter es in den Ligen nach oben geht, desto größer wird der Druck – sollte man jedenfalls meinen. Doch die Kreisliga Oldenburg-Land/Delmenhorst ist offenbar auch kein einfaches Pflaster. Sieben Trainerwechsel hat es bislang bereits gegeben – dabei sind noch nicht einmal die Hälfte der Spiele absolviert. Zum Vergleich: In der Bundesliga waren es vier.

Fünf Rücktritte

Auffällig dabei ist, dass fünf Übungsleiter freiwillig gingen und nur zwei gefeuert wurden. Einer davon ist Jörg Peuker, der beim Ahlhorner SV nach sieben Punkten aus den ersten acht Spielen seinen Hut nehmen musste. „Jörg ist ein sehr guter Coach, doch er hat die Mannschaft nicht mehr erreicht“, begründete Ahlhorns Fußballchef Ludger Stratmann die Trennung. Peuker wurde von Bernd Meyer beerbt, der den Bezirksliga-Absteiger immerhin auf Rang fünf geführt hat.

Beim KSV Hicretspor musste Mete Döner trotz einer guten Punktausbeute gehen. Differenzen mit dem Vorstand seien der Grund gewesen, sagt Döner. „Einige Herren hätten lieber andere Spieler in der Stammelf gesehen“, erzählt der junge Übungsleiter, der durch Chawkat El Hourani ersetzt wurde. Der hatte wiederum kurz zuvor bei RW Hürriyet das Handtuch geworfen. Die Rot-Weißen hatten sich als Titelkandidat Nummer eins gesehen, fanden sich dann aber im Tabellenkeller wieder. „An der Ausbeute hat mein Wechsel nicht gelegen. Ich fühlte mich vom Vorstand zu wenig unterstützt, zumal ich beruflich stark eingespannt bin. Da kann ich kein Alleinunterhalter sein“, begründet El Hourani seine Kündigung. Ihm folgte mit Murat Turan ein Coach, der bei den Rot-Weißen bereits als Spieler, Schiedsrichter und Trainer fungiert hatte. Auch er warf die Brocken hin. „Schlechte Trainingsbeteiligung und zu wenig Unterstützung“, waren die Gründe für meinen schnellen Rückzug“, erklärt Turan, dessen Nachfolger Mete Döner nun für den Klassenerhalt sorgen soll.

Berufliche Belastung war zu groß

Das gleiche Ziel hat Hendrik Sandkuhl, der inzwischen den TV Dötlingen trainiert. Der Youngster ersetzt Georg Zimmermann, der den Klub verließ, weil er ehrgeizigere Ziele hatte als die Abteilungsleitung. „Wenn wir alle Spieler gehalten hätten, wäre mittelfristig ein Spitzenplatz möglich gewesen. Außerdem sind Dinge wie Ausrüstung und Sponsoring vernachlässigt worden“, berichtet Zimmermann.

Vom TV Munderloh verabschiedete sich Niklas Kühne. Er ist viel unterwegs und außerdem Physiotherapeut beim Regionalligisten VfB Oldenburg. „Niklas war bei sechs unserer Punktspiele nicht dabei, da er mit den Oldenburgern unterwegs war, das wäre auf Dauer kein Zustand gewesen“, erläutert Munderlohs Co-Trainer Heiko Schwarting, dessen neuer Chef Ralf Eilenberger heißt. Beim Abstiegskandidaten SV Tungeln war die Kündigung von Trainer Michael Leverenz beruflich bedingt. „Michael hat sich gequält und alles versucht. Doch wenn dann auch noch der sportliche Erfolg ausbleibt, ist seine Reaktion verständlich“, sagt Abteilungsleiter Jürgen Harms, der mit Lutz Hofmann einen erfahrenen Coach verpflichtet hat. Ihm steht ein harter Abstiegskampf bevor – mit etlichen Duellen gegen die neuen Trainer anderer Vereine.