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Schwerstarbeit für prominentes Team Wie sich Atlas Delmenhorst II in der Fußball-Kreisliga abmüht

Von Andreas Bahlmann und Daniel Niebuhr | 25.02.2019, 10:26 Uhr

Der SV Atlas Delmenhorst II gewinnt sein Auftaktderby beim Delmenhorster TB – spürt aber mal wieder die Tücken der Fußball-Kreisliga.

Wie hart das Leben in der Kreisliga sein kann, erfuhren die Fußballer des SV Atlas II mal wieder am Sonntag. Die beste Reservemannschaft des Kreises hat eigentlich eine Aufholjagd auf der To-Do-Liste für die Rückserie, blamierte sich vor den Augen von 100 Zuschauern aber um ein Haar beim hüftsteifen, aber umso kampfstärkeren Schlusslicht Delmenhorster TB. Nach dem 2:1 (2:0) durch Treffer von Emiljano Mjeshtri (28.) und Milot Ukaj (44.) bei einem Freistoßgegentor von Zinar Alkas (83.) rief Trainer Daniel von Seggern die Spieler erst einmal zur Standpauke zusammen. Worte wie „Frechheit“, „verarschen“ und „Außendarstellung“ waren ziemlich deutlich zu hören. Mjeshtri bekannte hinterher, dass es schwierig sei gegen Mannschaften, „die taktisch nicht so gut sind, aber dafür viel Grätschen“.

Winter-Neuzugänge gleich in der Startelf

Die zweite Mannschaft, das lässt sich ohne Bosheit sagen, ist noch nicht da, wo der Verein sie gern hätte. Mit Landesliga- und Oberliga-erfahrenen Spielern wie Hanno Hartmann, Mark Spohler und Goalgetter Dominik Entelmann waren die Delmenhorster einer der Titelanwärter, als Fünfter bei noch immer elf Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter TuS Heidkrug ist aber schon eine makellose Rückrunde nötig, um noch von der Meisterschaft zu träumen. „Selbst wenn wir alles gewinnen, wären wir auf fremde Hilfe angewiesen“, sagt von Seggern.

Das Potenzial ist unbestritten, 72 Tore nach 17 Spielen sind mit Abstand die meisten. Im Winter kamen noch Ukaj vom Ligarivalen Rot-Weiß Hürryiet, Milan Heyl vom Bezirksligisten SV Baris – beide standen am Sonntag in der Startelf – und Siraj Mahmoud vom Rödemisser SV. Von Seggern weist allerdings auf die Gegner hin, die hauptsächlich aufs Zerstören aus sind: „Ich betrachte das als Kompliment. Es ist aber anstrengend, wenn nach 90 Prozent Ballbesitz nur ein knapper Sieg herausspringt.“ Er hofft auf eine Weiterentwicklung des Teams: „Wir müssen die spielerische Balance finden und dürfen uns nicht überrumpeln lassen.“ Dass der Weg bis dahin weit ist, war am Sonntag offenkundig.