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Sechs Stunden fehlen HSG Delmenhorst sucht noch Hallenzeiten

Von Lars Pingel | 04.12.2015, 23:30 Uhr

Die HSG Delmenhorst ist weiterhin auf der Suche nach Hallenzeiten für seine Mannschaft: Es fehlen noch sechs Stunden. Der Klub wird durch die Unterbringung von Flüchtlingen in Sporthallen vor große Herausforderungen gestellt, auch wenn die Probleme kleiner geworden sind. „Natürlich wollen wir helfen“, sagt der Vorsitzende Jürgen Janßen.

Seine Befürchtungen sind nicht wahr geworden. „Toi, toi, toi“, sagte Jürgen Janßen, Vorsitzender der HSG Delmenhorst, gestern. „Es hat keine Austritte gegeben.“ Der Handballverein habe 47 Prozent seiner Trainingszeiten verloren, da die Hallen am Stubbenweg und in Adelheide seit dem 19. Oktober zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden. Stärker war kein anderer Klub der Stadt betroffen. In den Hallen an der Holbein- und an der Lessingstraße hatte die HSG keine Zeiten. Einige Erwachsene würden ihre Mitgliedschaft aber ruhen lassen, ergänzte Janßen.

Zusammenarbeit funktioniert

Die Situation der HSG sei, auch dank der guten Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, besser geworden. An der Uhlandstraße, an der Lilienthalstraße und in der Stadionhalle habe sie Trainingsmöglichkeiten bekommen, sagte Janßen. Es gäbe aber trotzdem noch Probleme. Auf 25 Prozent seiner Zeiten könne der Verein zeitweise verzichten. Das sie zwar leistungsgefährdend, doch „wir sind natürlich bereit, unsere Ansprüche herunterzuschrauben“. Als Beispiel nannte er die erste Männermannschaft. Das Aushängeschild des Vereins spielt als Aufsteiger in der Oberliga, der vierthöchsten Klasse. „Sie trainiert nur noch zwei- statt dreimal pro Woche“, berichtete der Vorsitzende.

Große Hallen benötigt

Der HSG würden noch sechs Stunden fehlen. „Wir brauchen große Hallen, damit wir zwei Mannschaften hineinbekommen“, beschrieb Janßen die Schwierigkeiten. „Wir haben Gruppen mit 40 kleinen Kindern.“ Erschwert werde die Suche zudem dadurch, dass vor allem Trainingszeiten am späten Nachmittag oder am Abend benötigt werden: „Die Jugendlichen sind in der Regel bis 15.45 Uhr in der Schule.“ Der HSG-Vorstand habe, nachdem die Hallen für den Sportbetrieb gesperrt worden waren, jeden Tag zwei bis drei zusätzliche Stunden investiert, um Trainingszeiten zu verlegen und um Trainer, Spieler und die Eltern der Nachwuchshandballer zu informieren.

Verständnis für die Stadt

Janßen versteht die Entscheidung der Stadt. Sie habe keine Alternative gehabt. „Auch wir wollen natürlich helfen.“

Janßen glaubt nicht, dass die Sporthallen kurzfristig wieder von den Vereinen genutzt werden können: „Ich gehe davon aus, dass sie bis zum Ende dieser Saison als Flüchtlingsunterkünfte dienen.“ Der letzte Oberliga-Spieltag wird am 7. Mai ausgetragen.

Auf Dauer könnten die Vereine das nicht verkraften, warnte Janßen. Sie könnten dann auch soziale Aufgaben wie die Migrationsarbeit nicht mehr erfüllen. Letztendlich sei sogar der Bestand gefährdet.

Hoffnung auf Neuordnung

Der HSG-Vorsitzende berichtete, dass der Fachbereich Bildung, Wissenschaft, Sport und Kultur der Stadt in den kommenden Tagen über die weitere Verteilung von Hallenzeiten entscheiden werde. Janßen bedauerte, dass es den Klubs nicht gelungen war, dies untereinander zu regeln, obwohl beim ersten Präsidenten-Stammtisch , einer Zusammenkunft von Vertretern aller Sportvereine, am 11. November Fortschritte erzielt worden waren. Es sei eine Chance vergeben worden, die eigenen Fachkenntnisse einzubringen, sagte er. Es gäbe aber noch eine. „Ich hoffe, dass es irgendwann zu einer Diskussion über eine Neuordnung kommt und dass dann Bedürfnisse von Vereinen und Sportarten besser berücksichtigt werden.“