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Seit Sommer in der Schweiz Patrick Drewes macht beim FC Wil den nächsten Schritt

Von Klaus Erdmann | 30.12.2015, 08:33 Uhr

Der Delmenhorster Torwart Patrick Drewes ist im Sommer vom VfL Wolfsburg auf Leihbasis zum Schweizer Zweitligisten FC Wil gewechselt. Der 22-jährige „Goalie“ wirkte in allen 18 Punktspielen mit. Der frühere Heidkruger plant seine Karriere in „kleinen Schritten“.

Nach dem letzten Gespräch mit ihm, Mitte Juni, hat das dk geschrieben, dass er vor einer Ausleihe stehe und den nächsten Karriereschritt machen wolle. Diesen Schritt vollzieht er jetzt in der zweiten Schweizer Liga. Die Rede ist von Torwart Patrick Drewes. Während er in der Jugend des TuS Heidkrug spielte, wurde der VfL Wolfsburg auf ihn aufmerksam. Zuletzt stattete ihn der Bundesligist mit einem Vertrag aus, der am 30. Juni 2018 endet. Aufgrund eines Ausleihgeschäftes spielt der 22-Jährige bis zum 30. Juni 2016 für den FC Wil 1900, mit dem er den Aufstieg in die erste Schweizer Liga anstrebt.

In der Nacht zu Heiligabend kam er in seiner alten Heimat Delmenhorst an, die er am Dienstagabend wieder verlassen musste. 4. Januar: Trainingsstart. 5. Januar: Abreise zum Trainingslager in der Türkei. Das Leben eines Profifußballers ist kein Ponyhof. Immerhin, sagt Drewes, habe er einige ruhige Tage im Kreis der Familie verbringen können.

Patrick Drewes hat sich in der Schweiz schnell akklimatisiert

„Das Angebot aus Wil kam relativ spontan. Es ging alles sehr schnell, aber es klang überzeugend“, blickt der Schlussmann zurück. Im Sommer habe er „nicht damit gerechnet, dass es die Schweiz werden wird, denn schließlich wurde nach Vereinen in Deutschland geschaut.“ Bei seiner Ankunft in Wil (23.000-Einwohner-Stadt im Kanton St. Gallen) lief die Vorbereitungsphase bereits: „Ich musste mich schnell akklimatisieren.“ Es hat gut geklappt, denn Drewes absolvierte in der zweiten Liga (Challenge League) sämtliche 18 Punktspiele für seinen neuen Verein. Er ist überzeugt: „Die zweite Schweizer Liga ist für mich ein weiterer Schritt.“

Hat er sich daran gewöhnt, ein „Goalie“ (schweizerischer Begriff für Torwart) zu sein? Drewes lacht „Das Wort kommt hier relativ oft vor, in den Medien und im normalen Gebrauch. Aber das ist das kleinste Problem“, sagt er dann. Überhaupt habe ihm die Sprache keine großen Probleme bereitet. Beim VfL Wolfsburg habe er direkt mit Diego Benaglio (ehemaliger Schweizer Nationaltorhüter) und dem ebenfalls aus der Schweiz stammenden Torwarttrainer Andreas Hilfiker zu tun gehabe. „Da habe ich das eine oder andere Wort gehört“, erklärt Drewes.

Von der Stadt Wil und der Umgebung hat er einiges gesehen: „Ich habe mir an freien Tagen die Umgebung angesehen.“ Städte wie St. Gallen und Zürich seien nicht weit entfernt.

Wil liegt mit sechs Punkten Rückstand auf Platz zwei

Hinter dem FC Lausanne-Sport, der das zehn Teams umfassende Feld mit 36 Punkten anführt, nimmt der Drewes-Club FC Wil 1900 mit 30 Zählern Platz zwei. Nur der Meister steigt auf. „Wir haben erst die Hälfte gespielt und es ist noch eine Menge drin“, hofft er auf den Sprung in die Super League. Sechs Punkte Rückstand seien aufholbar, zumal man gegen jeden Gegner nochmals zweimal spiele.

„Der Aufstieg war und ist das Ziel und die Mannschaft hat sich weiter entwickelt“, betont er. Zunächst habe man Zeit gebraucht – der FC Wil registrierte 18 Zu- und zwölf Abgänge – und Punkte abgegeben. Aber seit dem Herbst verfüge man über eine eingespielte Mannschaft.

Der Kontakt zu den Wolfsburgern sei gut. Drewes: „Ich telefoniere nicht jede Woche mit Dieter Hecking (Cheftrainer des VfL, Anm. d. Red), aber ich habe Kontakt.“ Zudem hole sich VfL-Torwarttrainer Hilfiker Informationen aus der Schweiz und es seien auch mal Leute vor Ort.

Patrick Drewes Marktwert steigt auf 250.000 Euro

Kann er sich vorstellen, über den 30. Juni hinaus beim FC Wil zu bleiben? „Man muss sehen, was im nächsten halben Jahr passiert“, sagt Drewes, dessen Marktwert auf 250.000 Euro gestiegen ist („Das ist schön zu hören. Ich beschäftige mich nicht damit, aber ich versuche natürlich, meinen Marktwert zu steigern“). Wenn es mit dem Aufstieg klappe, könne er sich schon vorstellen zu bleiben. Dann müssten sich alle zusammensetzen. Ansonsten müsse man sehen, wie es weitergeht.

Seine Karriere, betont Drewes, plane er in „kleinen Schritten“, wobei es natürlich gut sei, einen Vertrag beim VfL Wolfsburg zu haben. „Die nächsten Jahre kann ich nicht planen, denn vieles spielt eine Rolle“, sagt Patrick Drewes, der Goalie aus Delmenhorst.