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Sixdays Bremen 2018 Anna Knauer wagt das Madison-Experiment

Von Gerd Töbelmann | 13.01.2018, 17:38 Uhr

Anna Knauer aus Dachau geht an diesem Samstag als Titelverteidigerin in den Omnium-Wettbewerb der Sixdays Bremen 2018. Die 22-Jährige tritt zudem am Sonntag im Madison-Wettbewerb der Frauen an, der zum ersten Mal zum Programm des Sechstagerennens in der ÖVB-Arena gehört.

Klausur schreiben, dann von Dachau mit dem Auto nach Ingolstadt, weiter mit dem Zug nach Bremen, am Samstag und Sonntag Bahnrennen in der ÖVB-Arena, wieder in den Zug nach Ingolstadt und dem Auto nach Dachau – am Montag steht die nächste Klausur an. Dieses heftige Wochenende hat sich die 22-jährige Bahnfahrerin Anna Knauer vorgenommen. Und das nach einer zehnmonatigen Rennpause. „Ich habe im vergangenen Jahr sportlich zu viel gemacht und habe einfach eine Auszeit gebraucht“, sagt Knauer, die eine Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei in Dachau absolviert.

Anna Knauer gewann im Vorjahr im Omnium

Aber nicht nur das An- und Abreise-Programm der ehemaligen Junioren-Weltmeisterin im Omnium (2013 in Glasgow) ist stressig. Auch die Auswahl der Wettbewerbe hat es in sich. Dass Knauer beim Bremer Sechstagerennen am Samstag ihren Erfolg im Omnium,einem Vierkampf aus den Disziplinen Scratch, Temporennen, Auscheidungsfahren und Punktefahren, aus dem Vorjahr gern verteidigen möchte, ist nachzuvollziehen. Doch in diesem Jahr richten die Bremer Veranstalter am Sonntag erstmals auch ein Rennen im Madison, also im Zweier-Mannschaftsfahren, aus – so wie es ihre männlichen Kollegen schon seit Jahrzehnten vormachen. Für die Frauen sind dafür 180 Runden vorgesehen. Dass auch die Frauen im Team, also mit Ablösung fahren, hat einen guten Grund: 2020 in Tokio werden auch in diesem Wettbewerb bei den Frauen olympische Medaillen verteilt. Und da möchten natürlich alle Praxis sammeln und sich irgendwann einmal qualifizieren.

Premiere im Zweierfahren

Für Knauer indes, die am Samstag im Omnium und am Sonntag zusammen mit Lin Teutenberg (Bergisch-Gadbach) im Madison fahren wird, ist das Zweierfahren eine Premiere: „Ich habe das noch nie gemacht und hoffe, dass ich am Sonntagabend noch heil aus dem Zug in Ingolstadt aussteigen kann ...“ Aber Angst habe sie vor dem Experiment keine, „schließlich ist Lin schon mit Ablösung gefahren und kann mir sicherlich Tipps geben“.

Aber gute Ratschläge allein könnten nicht reichen, um schmerzhafte Stürze zu vermeiden. „Deshalb werde ich natürlich vor dem Rennen mit Lin noch mal auf die Bahn gehen, um gerade die Ablösungen zu trainieren“, sagt Knauer, die danach auch beim Sechstagerennen in Berlin (25. bis 30. Januar) starten wird.