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Skripnik freut sich auf den Urlaub Werder-Profis müde, aber spielfreudig

Von Daniel Niebuhr | 01.06.2015, 08:31 Uhr

Bis zur 53. Minute spielte Bremen mit seinen Stars beim Freundschaftsspiel gegen das „Team Delmenhorst“ durch – dann schickte sie Trainer Viktor Skripnik in den Urlaub. Als Mittelstürmer glänzte Assani Lukimya mit drei Treffern. Ein Tor für Werder schoss der Delmenhorster Herbert Bockhorn.

Viktor Skripnik sah aus, als würde er die Last der ganzen Bundesliga-Saison auf seinen Schultern tragen. Mit gesenktem Kopf stapfte der Trainer von Werder Bremen am Samstagnachmittag nach dem 7:1 bei der Delmenhorster Stadtauswahl und dem anschließenden Autogrammeschreiben Richtung Kabine. Sein Fazit des Nachmittags kam dem müden Coach auch etwas schwerfällig über die Lippen. „Es war eine schöne Atmosphäre hier. Es macht schon Spaß, aber wir sind alle kaputt“, erklärte er mit tief ins Gesicht gezogener Schirmmütze: „Jetzt ist Urlaub, den brauche ich dringend.“

Lukimya fühlt sich als Torjäger wohl

Etwas abgekämpft wirkten die Profis zwar in der Tat, ihr Spaß am Spiel war davon aber glücklicherweise nicht betroffen. Werder zeigte gegen die Delmenhorster einige schöne Angriffe, drei davon vollendete Assani Lukimya, der sich an seine Rolle als Stürmer gewöhnen könnte. „Es war ein schöner Nachmittag. Die Kulisse war wunderbar, da wollte ich unbedingt treffen“, erzählte der gelernte Innenverteidiger. Doch auch er sagte: „Die Saison war intensiv; es ist auch schön, dass sie vorbei ist, muss ich zugeben.“

Skripnik verteidigt Massenaustausch der Stars

Für Lukimya und fast alle anderen Stars war das Spiel in der 53. Minute vorbei; bis auf Janek Sternberg nahm Skripnik alle Profis vom Feld und ersetzte sie durch Nachwuchsspieler, bei dessen Namen den meisten der 2500 Zuschauer die Fragezeichen im Gesicht standen. Die A-Jugendlichen Burak Yigit, Leander Wassmus und Wilko Bruns waren vermutlich nicht einmal Werder-Insidern ein Begriff. Aus Skripniks Sicht machte der Massentausch acht Minuten nach der Pause natürlich Sinn. „Die Profis haben bis kurz nach der Halbzeit gespielt, länger nicht. Das ist einfach vernünftig. Es sollte sich niemand verletzten, das ist zum Glück auch nicht passiert“, sagte der Bremer Trainer, für den die Partie nach dem Wechsel nicht weniger interessant wurde. Er beobachtete seinen Nachwuchs genau. „Die Jungs konnten sich zeigen. Vielleicht werden einige in der nächsten Saison bei uns mittrainieren, das muss man sehen“, berichtete Skripnik. Für ihn sei es wichtig gewesen, „diese Spieler genauer kennenzulernen“.

Sehenswerter Treffer des Delmenhorsters Bockhorn

Eine Duftmarke hat ohne Zweifel ein Lokalmatador hinterlassen. Der Delmenhorster Herbert Bockhorn, sonst Ergänzungsspieler in Werders U23, stand 90 Minuten auf dem Platz und erzielte in der 64. Minute einen sehenswerten Treffer. „Fantastisch“ sei das für ihn gewesen: „Viele Freunde und Familienangehörige saßen auf der Tribüne, das ist ein Wahnsinnserlebnis vor so vielen Zuschauern in der Heimatstadt zu spielen.“ Der 20-Jährige genoss den Auftritt im Rampenlicht sichtlich, schrieb Autogramme und schwärmte vom gemeinsamen Spiel mit den Stars: „Es ist in gewissem Sinne auch eine Ehre, mit solchen großen Namen zusammen aufzulaufen.“