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Sofortige Trennung Delmenhorster TB kündigt Zusammenarbeit mit TV Jahn auf

Von Klaus Erdmann | 01.06.2016, 21:04 Uhr

Abteilungsleiter spricht von einem „Zusatzgeschäft“. Jahns Verantwortlicher Bernd Hannemann nennt Vorgehensweise „nicht nachvollziehbar“.

Der Delmenhorster TB und der TV Jahn beschreiten im Frauen- und Mädchenfußball keine gemeinsamen Wege mehr. Die Jahn-Verantwortlichen Bernd Hannemann und Petra Zimolong teilten mit, dass der neue DTB-Fußballobmann, Robert Räther, den Jahn-Verantwortlichen am Dienstagabend auf „sehr unschöne Art“ mitgeteilt habe, dass „die über Jahre gewachsene und gute Zusammenarbeit per sofort gekündigt“ werde.

TV Jahn von Vorgehensweise überrascht

Hannemann: „Die Vorgehensweise ist für uns überraschend und nicht nachvollziehbar.“ Nach den Gründen befragt, antwortete Räther, es handele sich für den DTB um ein „Zusatzgeschäft“. Als Beispiel führte er das zweite Frauenteam an, das die Spiele auf der DTB-Anlage bestritt: „Die Beiträge der Spielerinnen bleiben fast alle bei Jahn und wir zahlen für Wasser, Licht und Flutlicht.“

„Wir wollen Mädchenfußball, aber es muss DTB sein“, betonte der Abteilungsleiter, der dieses Amt Anfang März übernommen hat. „Wir haben uns entschlossen, keine Spielgemeinschaft zu machen. Das ergibt keinen Sinn“, erklärte Räther, der am Rande des Gesprächs bekannt gab, dass beim DTB demnächst ein Leistungszentrum entstehe.

„Fünf Jahre Arbeit kaputt gemacht worden“

„Leider gab es keine Möglichkeit, Herrn Räther argumentativ zu erreichen“, erklärte Hannemann nach dem Gespräch, an dem neben ihm und Räther auch Zimolong und Jens Düßmann, stellvertretender Fußball-Abteilungsleiter beim DTB, teilnahmen. Man sei mit „einer Parlamentärflagge in die Seeschlacht gezogen und habe die volle Breitseite“ abbekommen. Es seien Dinge vorgebracht worden, die nicht stimmten. Mit einem Handstreich sei die Arbeit von fünf Jahren kaputt gemacht worden.

DTB-Vorsitzender Erich Meenken, der daran erinnerte, dass man sich im letzten Jahr bei der männlichen Jugend von der Spielgemeinschaft gelöst habe, sagte, dass die Zusammenarbeit mehr im Mädchenbereich stattgefunden habe. „Hier firmierte man ja auch unter SG“, unterstrich Meenken. „Bei den Damen sind uns die Mitglieder weggelaufen.“ Außerdem habe es beim Trainingsbetrieb eine erhebliche Platzproblematik gegeben. Die C-Juniorinnen der JSG JDH Delmenhorst, Spitzenreiter der Kreisliga, blieben beim DTB, so der Vereinschef.

Hannemann setzt auf Zusammenhalt

Hannemann („Ich bin total traurig“) betonte, dass Jahn weiterhin mit dem TuS Hasbergen und TuS Heidkrug zusammenarbeiten werde. Es gelte nun, den Spielbetrieb zu regeln. So müssten für die zweite Frauenmannschaft, Aufsteiger in die Landesliga, Trainingsmöglichkeiten geschaffen werden. Durch die Zusammenarbeit mit dem DTB habe es eine räumliche Entlastung gegeben. „Wir müssen bei Jahn jetzt enger zusammenrücken,“ sagte Hannemann, der bekannt gab, dass Jahn für die Saison 2016/17 ein drittes Frauenteam melden will.