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Sportlerwahl 2014 Bantel und Oetken: Die Wildcard ins Glück

Von Richard Schmid | 04.03.2015, 21:00 Uhr

Das dk stellt in diesen Wochen die Nominierten für die Sportlerwahl 2014 vor. Das Deichhorster Tischtennis-Duo Londa Bantel und Hannelore Oetken verblüffte mit dem DM-Triumph.

Sie kamen mit einer Wild Card – und gingen als Deutsche Meisterinnen: Londa Bantel und Hannelore Oetken wussten selbst nicht richtig, wie das passieren konnte. Die beiden Tischtennis-Routiniers des TV Deichhorst sorgten im Juni 2014 für eine kleine Sensation bei den Deutschen Tischtennis-Mannschaftsmeisterschaften der Senioren und gewannen in der Altersklasse Damen 70 – zu ihrer eigenen Überraschung. „Wir haben mit allem gerechnet, nur nicht mit einem Sieg“, erzählt Bantel schmunzelnd.

Bantels Überredungskünste

Der Triumph der Deichhorsterinnen war in der Tat verblüffend. An der Endrunde konnten die beiden Tischtennisspielerinnen nur dank einer Wildcard teilnehmen – und selbst die stand auf wackligen Füßen. „Es war Zufall, dass wir überhaupt dabei waren, denn wir wurden erst wenige Wochen vor den Meisterschaften gefragt, ob wir teilnehmen wollen“, erklärt Bantel, die ihre Vereinskollegin Oetken erst zur kurzen Reise nach Hude überreden musste.

In dem mit fünf Mannschaften bestückten Feld gewannen sie im Modus Jeder-gegen-Jeden alle Spiele und sicherten sich den Titel eines Deutschen Mannschaftsmeisters. „Das hätten wir nie gedacht“, sagt Bantel über ihren größten sportlichen Erfolg.

Auch in der Bezirksklasse im Einsatz

Den beiden Delmenhorsterinnen hat es die „schnellste Rückschlagsportart“, wie Tischtennis gerne bezeichnet wird, seit mehreren Jahrzehnten angetan. Und beide stehen nach wie vor für den TV Deichhorst in der Bezirksklasse am Tisch – wobei Oetken bis auf die erwähnten Titelkämpfe in Hude ausschließlich Punktspiele für ihren Verein bestreitet. „Turniere und Meisterschaften waren nie so mein Ding“, sagt sie.

Mit 80 zur WM?

Ihre Mannschaftskollegin hingegen ist öfter bei Meisterschaften anzutreffen. „Ich habe schon ein paar Mal bei den deutschen Einzelmeisterschaften der Senioren mitgespielt“, erläutert Bantel. Mit einem Grinsen ergänzt sie: „Wenn ich 80 bin, dann mache ich bei einer Weltmeisterschaft mit. Denn dann sind es nur noch wenige Teilnehmer.“

Ob die beiden Seniorinnen in diesem Jahr ihren so überraschend gewonnenen Titel verteidigen können, steht noch in den Sternen. Die nationalen Meisterschaften steigen im Juni 2015 im rheinischen Erkelenz, die Anreise wäre also dieses Mal ein wenig langwieriger als zuletzt nach Hude. Vielleicht sind da wieder die Überredungskünste der Londa Bantel gefragt.