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„Sportlich und menschlich top“ Wie der SV Atlas Delmenhorst seine Neuzugänge bewertet

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 09.12.2016, 07:24 Uhr

Patrick Degen und Dennis Janssen entwickelten sich auf Anhieb zu Leistungsträgern, Daniel Karli und Can-Dennis Blümel sind trotz bislang weniger Einsätze echte Alternativen und Thore Sikken ist die Sturm-Hoffnung für die Rückrunde: Fußball-Landesligist SV Atlas Delmenhorst machte mit seinen fünf Sommer-Transfers scheinbar alles richtig.

Am Dienstagabend trainierte der SV Atlas Delmenhorst ein letztes Mal vor der Winterpause. Im Mittelpunkt stand beim Fußball-Landesligisten vor allem die Verabschiedung von Mittelstürmer Iman Bi-Ria, der sich aus privaten Gründen dem Landesligisten BSC Hastedt angeschlossen hat. Trainer Jürgen Hahn nutzte aber auch die Gelegenheit, sich bei fünf Spielern besonders zu bedanken: Es sind die Neuzugänge Daniel Karli, Dennis Janssen, Thore Sikken, Can-Dennis Blümel und Patrick Degen.

„Sie passen menschlich hervorragend zu uns, sie haben sich toll integriert und bereichern unser Team ungemein“, schwärmt Hahn in der Rückschau auf die vergangene Halbserie und schmunzelt: „Ich sehe bei allen fünf noch Luft nach oben.“ Die Atlas-Verantwortlichen betonen immer wieder, dass sie neben der sportlichen Komponente vor allem auch auf den Charakter der Spieler achten – und deswegen auch schon Kickern absagten, weil nicht beide Eigenschaften passten.

Trainer Jürgen Hahn und Team-Manager Bastian Fuhrken bewerten Neuzugänge

Die Blau-Gelben scheinen mit ihren aktuellen fünf Neuzugängen jedenfalls echte Volltreffer gelandet zu haben, wie Team-Manager Bastian Fuhrken ebenfalls äußerst zufrieden ausführt. „Die fünf sind sportlich und menschlich top. Sie identifizieren sich mit dem Verein und haben Bock auf unser Projekt“, betont er. Der Sportvorstand und Trainer Hahn blicken mit dem dk auf die fünf Sommer-Transfers.

 Dennis Janssen (15 Einsätze, 1293 Spielminuten, 4 Tore)

Dennis Janssen war vor der Saison der erfahrenste Spieler des neuen Quintetts. Er bringt es auf 18 Regionalliga- und 110 Oberligaspiele unter anderem für TSV Ottersberg, den BSV Rehden, BV Cloppenburg und seinen letzten Verein SSV Jeddeloh. Deshalb sollte der 26-Jährige die angedachte Führungsrolle übernehmen, die die Atlas-Verantwortlichen ihrem vorherigen Mittelfeld-Strategen Daniel Isailovic (jetzt spielender Co-Trainer beim VfL Oldenburg) nicht mehr zutrauten. „Dennis war in einigen Spielen ein echter Leader“, sagt Hahn.Vor allem bei den überzeugenden Siegen gegen VfL Oythe (3:1), Hansa Friesoythe (3:0) und zuletzt gegen Vorwärts Nordhorn (6:1) war Janssen überragend. (Weiterlesen: Dennis Janssen kommt zum SV Atlas)

Was den zweikampfstarken Rechtsfuß so wertvoll macht, ist dessen Flexibilität: Er spielte diese Saison schon Sechser, Achter, Innen- und Rechtsverteidiger. „Wir sehr zufrieden mit ihm“, betont Hahn. Ein kleineres Problem gibt es aber doch: Janssen, den alle nur „Theo“ nennen, hat im Herbst ein Studium in Goslar aufgenommen und kann deshalb in der Woche nur noch einmal mit dem Team trainieren.

 Patrick Degen (15 Einsätze, 1228 Spielminuten, 7 Tore)

Mit dem Offensivmann vom BV Bockhorn ist dem SV Atlas ein echter Königstransfer gelungen. Degen ist schnell, trickreich, robust, Torjäger und Vorbereiter in Personalunion. „Paddy hat Riesenmöglichkeiten“, sagt Hahn. Der Coach fordert aber auch: „Er kann bei uns noch mehr Führungsqualitäten übernehmen.“ Degen ist wie Janssen als Stammspieler gesetzt.

Was den 30-Jährigen ebenfalls wertvoll macht, ist dessen Flexibilität: Flügel, Mittelstürmer, hängende Spitze oder Spielmacher – Degen kann im Angriff alles spielen. Der Linksfuß fehlte wegen einer Erkältung nur ein Spiel. Es war allerdings ausgerechnet das Spitzenspiel gegen BW Lohne (0:1), als Atlas Degens Qualitäten dringend benötigt hätte.

 Thore Sikken (6 Einsätze, 158 Spielminuten, 1 Tor)

Wegen einer langwierigen Knieverletzung musste der Neuzugang vom VfL Oldenburg lange passen. In den letzten sechs Spielen vor der Winterpause wurde der Stürmer immer eingewechselt und zeigte mit seinem aus purem Willem erzielten 6:1-Endstand gegen Nordhorn, „welches Potenzial er hat“ (Hahn).

Seinen Torriecher bewies er auch in seinen Einsätzen in der Atlas-Reserve. „Thore wird uns in der Rückrunde richtig weiterhelfen“, glaubt Team-Manager Fuhrken. Einen kleinen Haken gibt es aber doch: Der 20-Jährige ist wegen seines Studiums in Hamburg ebenfalls nur für eine Einheit in der Woche in Delmenhorst. (Weiterlesen: Thore Sikken wechselt zum SV Atlas)

 Daniel Karli (4 Einsätze, 175 Spielminuten, 0 Tore)

Daniel Karli war die unumstrittene Leitfigur beim SV Tur Abdin, nach seinem Wechsel zum Nachbarn SV Atlas musste der 28-Jährige zunächst jedoch erkennen, dass bei den Blau-Gelben ein anderer Wind weht – nicht nur im Spiel, sondern auch schon im Training.

„Daniel musste sich erst an das höhere Niveau gewöhnen“, erklärt Trainer Hahn. „Er hat sich dann aber reingekämpft, reingekniet und ist mittlerweile eine echte Alternative“, lobt der Coach den Innenverteidiger, der spielerisch zwar limitiert ist, dafür aber gut ordnen kann und mit Zweikampf- und Kopfballstärke überzeugt. Der Lohn war der Startelfeinsatz gegen Vorwärts Nordhorn.

 Can-Dennis Blümel (4 Einsätze, 104 Spielminuten, 0 Tore)

Erst war er verletzt, dann Rot-gesperrt, dann krank. Immer dann, wenn Can-Dennis Blümel drauf und dran war, in der Startelf zu stehen, kam dem Techniker etwas dazwischen. Deshalb reichte es für Blümel bislang nur zu vier Kurz-Einsätzen. „Can hängt sich in jedem Training und bei den Einsätzen in der zweiten Mannschaft voll rein“, sagt Bastian Fuhrken, der beim 24-Jährigen noch kein Zähneknirschen aufgrund dessen geringer Spielzeit ausgemacht hat. Im Gegenteil.

Fuhrken unterstreicht vielmehr Blümels Ehrgeiz mit dieser Anekdote. Als einmal klar war, dass das Spiel der ersten Mannschaft ausfällt, fuhr Blümel schnurstracks zum Spiel der Zweiten und setzte sich dort auf die Bank – ohne dafür schon die Genehmigung seines Trainers erhalten zu haben. Als dessen „Ok“ via Whats-App kam, ließ sich Blümel zur zweiten Hälfte einwechseln.

 Das Fazit: Als Leistungsträger sind Janssen und Degen bereits unersetzlich. Sikken, Karli und Blümel sind für Coach Hahn in der zweiten Halbserie dies: „gefühlte Neuzugänge“. Vermutlich richtig wertvolle.