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Springturnier des Stalls Pedersen Profis und Amateure überzeugen in Wohlde

Von Lars Pingel | 13.07.2017, 13:22 Uhr

Profis und Amateure zeigten im Springturnier „Fest des Sports“ auf dem Gelände des Stalls Pedersen in Wohlde gute Leistungen. Felix Haßmann aus Lienen freute sich über einen Doppelsieg.

Felix Haßmann hatte aufs richtige Pferd gesetzt. Als sich der Springreiter aus Lienen am Dienstagmorgen mit seinem Pferdetransporter auf den Weg nach Wohlde machte, wollte er einige Stunden später mit der 13-jährigen Westfälischen Stute Chicca auf dem Gelände des Stalls der Familie Pedersen um den Sieg in einer Springprüfung der Klasse S* reiten, also in einem Wettbewerb auf der ersten Stufe des höchsten Schwierigkeitsgrads, der nach Fehlern und Zeit gewertet wird. Dieses Vorhaben setzte der 31-Jährige am Nachmittag gegen starke Konkurrenz in die Tat um. „Sie war hier mein Favorit“, erzählte Haßmann nach der Siegerehrung des zweiten S*-Wettbewerbs im „Fest der Pferde“, das der dänische Nationenpreisreiter Sören Pedersen mit der TG Wohlde ausrichtete. Sechs Prüfungen standen im Zeitplan des Turniers, vier für Profis (zwei auf S-Niveau und zwei der mittleren Schwierigkeit M**) und zwei für Amateure (M* und S*).

Starts mit jungen und erfahreneren Pferden

Haßmann freute sich über die Gelegenheit, an einem Wochentag mit jungen und erfahrenen Pferden starten zu können. „Der Termin passt super“, sagte er. Hinzu kam, dass er den Gastgeber sehr gut kennt – und Pedersen enttäuschte Haßmanns Erwartung nicht. „Ich habe mir gedacht, wenn Sören ein Turnier macht, wird alles top. So war es auch“, bestätigte der Lienener. Und, zu guter Letzt: Haßmann war sowieso schon auf dem Weg in den Norden, der (fast) an Wohlde vorbeiführt, denn von diesem Mittwoch an nimmt er in Groß Viegeln an den DKB-Pferdewochen Rostock teil. In dem internationalen Turnier stehen Prüfungen der höchsten Schwierigkeit, dem sogenannten Vier-Sterne-Niveau (CSI****), auf dem Programm.

Haßmann war allerdings nicht der einzige Weltklasse-Sportler, der in Wohlde antrat. Ein weiterer war, zum Beispiel, Marco Kutscher vom ZRFV Riesenbeck. Die deutsche Reiterliche Vereinigung hatte am Dienstag bekannt gegeben, dass Kutscher einer von fünf Reitern ist, aus denen Spring-Bundestrainer Otto Becker das Vierer-Team für den Nationenpreis beim CHIO in Aachen (14. bis 23. Juli) zusammenstellen wird. Und auch Janne-Friederike Meyer-Zimmermann vom Flottbeker RV war vor ihrem Aachen-Start, 2011 gewann sie dort den Großen Preis, noch in Wohlde zu Gast, ebenso wie Mario Stevens vom RuFV Lastrup. Die Startberechtigung für Aachen hat auch Sandra Auffarth erhalten. Die 30-Jährige vom RV Ganderkesee wird dort aber in der Vielseitigkeit, in der sie Doppel-Weltmeisterin ist, antreten. In den Springen in Wohlde war sie mit drei jungen Pferden vertreten; sie platzierte sich nicht.

Felix Haßmann feiert Doppelsieg

In dem Turnier in Wohlde wurde zunächst die Youngster-Tour mit zwei Wettbewerben für sieben- und achtjährige Pferde ausgetragen. In der Springprüfung der Klasse M* gewann Frederick Troschke vom RuFV Hagen mit Limbarto (0.00 Fehler/59,55 Sekunden) die erste Abteilung, Mathias Noerheden Johansen vom RuFV Elmshorn mit Conrisiko (0.00/61,49) die zweite. Dann folgte eine Zwei-Phasen-Springprüfung der Klasse S*, in der Haßmann mit Horse Gym’s Lady (0.00/33,57 Sekunden in der zweiten Phase) seinen ersten Tagessieg gefeiert hatte.

Der zweite Erfolg, über den sich Haßmann freute, war dann sogar ein Doppelsieg. In der Springprüfung der Klasse S* der Großen Tour für neunjährige und ältere Pferde hatte er mit dem zwölfjährigen brasilianischen Wallach Brazonado bereits als dritter Teilnehmer in 63,27 Sekunden eine Zeit vorgelegt, die lange, eben bis Haßmann nochmal als dann letzter Starter mit Chicca in den Parcours ritt, nicht unterboten wurde. Der Ritt mit Brazonado war so nicht geplant, gestand Haßmann. „Ich habe ihn nur so zum Üben mitgenommen“, sagte er. „Doch er ist sehr grundschnell und man kann ihn nur schwer aufhalten.“ Den Schimmel werde er auch in Aachen, in der Speedtour, reiten. Zudem setze er ihn in den Weltranglisten-Springen ein. In dieser belegt er derzeit den 63. Platz.

Auf dem Rasenplatz in Wohlde ritt Haßmann mit Chicca deutlich engere Kurven als bei seinem ersten Auftritt in der Prüfung, fand so einen etwas schnelleren Weg, wurde mit seiner Zeit von 62,86 Sekunden Erster und hatte damit seine Hoffnung vom Tagesbeginn erfüllt. Die 13-jährige Stute Chicca reitet er nur in Springen mit bis zu 1,40 Meter hohen Hindernissen, erzählte Hassmann. Regelmäßig mit Erfolg: „Sie hat bestimmt schon 30 S-Springen gewonnen“, sagte er lachend. Dass er schließlich rundum zufrieden abreiste, lag aber an etwas anderem als dem Doppelsieg: „Viel wichtiger war, dass ich hier die Jungen mal in Gang gekriegt habe“, sagte Haßmann.

Ganderkeseerin Laura Voigt auf Platz zwei

Die Große Tour der Profis war ebenfalls mit einer Springprüfung der Klasse M** eröffnet worden. Dort siegten Marvin Drenkhahn von der TG Wohle mit Tailormade van de Fruitkorf (0.00/54,78, 1. Abteilung) und Hartwig Rohde vom RuFV Lastrup mit Huub (0.00/56,30, 2. Abteilung). Abgerundet wurde das Turnier von den Wettbewerben der Amateure. Das M*-Springen gewann Lasse Thormälen vom RV Höven mit Chalana (0.00/58,69). Die Ganderkeseerin Laura Voigt, die für den RFC Niedervieland startet, belegte mit Cracker by Jet Rang zwei (0.00/61,20). In der Springprüfung der Klasse S* gelang dann dem 14-jährigen Frederik Geue vom RC Hude mit Cashmere Touch in 68,88 Sekunden einen starker Null-Fehler-Ritt, der ihm Rang vier einbrachte. Sieger wurde Tobias Bremermann vom RC Bremen-Hanse mit Vicky (0.00/61,77).