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Start in die Basketball-Oberliga Delmenhorster TV eine Oldie-Truppe? Von wegen!

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 10.09.2016, 11:28 Uhr

Am Sonntag (16 Uhr) startet Basketball-Oberligist Delmenhorster TV mit einem Heimspiel gegen den SV Oferndiek in die Saison. Devils-Spielertrainer Stacy Sillektis hat ein „gutes Gefühl“ – auch dank der vier Neuzugänge.

Stacy Sillektis? Ist 40 Jahre jung. Kostas Stoikos? Ebenfalls. Terrly Woolery? Ist schon 39. Ahmet Ildem? Wurde in diesem Jahr 38. Und Neuzugang Ali Akkurt? Ist auch schon 35. Wer sich die Geburtsdaten der Spieler des Delmenhorster TV anguckt, könnte auf den ersten Blick meinen, dass es sich bei den Oberliga-Basketballern um eine Senioren-Mannschaft handeln würde. Um eine sehr gute wohlgemerkt. Doch die Devils vor dem Saisonstart am Sonntag (16 Uhr) in der Stadtbadhalle gegen den SV Ofernerdiek ausschließlich als Oldie-Truppe zu bezeichnen, wäre nicht nur etwas unverschämt, es wäre auch falsch.

Nach den Abgängen langjähriger Leistungsträger wie Marius Ammermann, Andreas Herbig und Ediz Bertan ist es Trainer Sillektis im vergangenen Jahr gelungen, einen sanften Umbruch mit jungen Nachwuchskräften einzuleiten, der in der vergangenen Saison einen überraschend guten vierten Platz brachte.

Sillektis will junge Leute an das Team heranführen

Den eingeschlagenen Weg mit jungen Leuten will Sillektis nun weitergehen und hat vor dem Saisonstart ein ausgesprochen „gutes Gefühl“. Denn: Abgänge gibt es im Kader keine, dafür gleich vier Neuzugänge. Der prominenteste ist ein Rückkehrer: Dreierspezialist Ali Akkurt kehrt nach einem Jahr von BTS Neustadt III zu den Devils zurück. Neben ihm wechselten drei junge Kräfte in den DTV-Kader: Björn Veit kam von SVGO Bremen, dazu rücken Sönke Kliemisch und Marco Feo Ziemann aus der eigenen U18 hoch.

Björn Veit soll als Center die lange Garde unter dem Korb unterstützen. Der 22-Jährige verbrachte zuletzt ein Jahr in den USA und fand den Weg über Ex-Mitspieler Terryl Woolery zu den Devils. „Björn ist sehr athletisch und wird unser Spiel bereichern“, glaubt Sillektis. Der erst 16-jährige Kliemisch ist ebenfalls ein Center und soll behutsam an den Herrenbereich herangeführt werden. Dem 18-jährigen Flügelspieler Ziemann stellt Sillektis indes schon viel Spielzeit in Aussicht. „Wir werden die Jungen einbauen. Sie sollen sich bei uns weiterentwickeln“, betont der Coach. „Das ist für sie dann auch eventuell ein Sprungbrett für höhere Ligen.“ (Weiterlesen: Irrer Rekord für Stacy Sillektis)

Devils-Kader so breit wie schon lange nicht mehr

Dass Talente unter Sillektis gefordert und gefördert werden, bewies er vergangene Saison erst mit Hauke Bruns und dann mit Muhammed Tozan. „Muhammed ist ein richtig starker Spieler“, freut sich Sillektis. Der Spielertrainer, der in der vergangenen Saison noch Topscorer der Oberliga war, will deshalb seine eigenen Einsätze auf ein Minimum reduzieren, um vor allem den jungen Akteuren viel Spielzeit zu garantieren. Denn sein Kader ist mit 15 Akteuren so groß wie schon lange nicht mehr. Vorbei sind die Zeiten, als die erste Mannschaft der Devils nach dem großen Aderlass im Vorsommer zwischenzeitlich „kurz vor der Auflösung“ (Sillektis) stand. Dass mit Hauke Bruns ein Leistungsträger nun in Groningen studiert und nur noch sporadisch zur Verfügung steht, ist für Sillektis deshalb zu verschmerzen.

Kommt noch ein Neuzugang mit Regionalliga-Erfahrung?

Denn angesichts der Neuzugänge, gestandenen Spielern wie Terryl Woolery und Edgaras Saldukas und dem in vergangenen Spielzeit leistungsmäßig förmlich explodierenden Roman Holder scheinen die Devils stark besetzt zu sein – zumal Sillektis für die übernächsten Woche noch die Verpflichtung eines Spieler mit Erfahrung aus der 1. Regionalliga ankündigt. Der Pass liege zwar noch nicht vor, aber wenn dies klappe, sei der Neuzugang „ein Jackpot für uns“, findet Sillektis. Sind die Devils dann ein Kandidat für die obersten Tabellenränge? „Nein, nein“, wiegelt Sillektis ab. Für ihn gehe erst einmal nur um den Klassenerhalt. „Danach können wir immer noch sehen, was möglich ist.“ Ein Aufstieg komme für Sillektis ohnehin nicht in Frage. „Der Aufwand ist mir zu groß.“