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Suryoye-Fußball-Cup 2015 Gastgeber SV Tur Abdin gewinnt sein Aramäer-Turnier

Von Frederik Böckmann | 28.06.2015, 15:04 Uhr

Gastgeber SV Tur Abdin Delmenhorst hat sein Fußball-Turnier für aramäische Mannschaften im Endspiel gegen Abgar Rijsssen gewonnen.Im Finale um den Suryoye-Fußball-Cup 2015 avancierte Daniel Sen zum Matchwinner.

Ungeduldig tigerte Mathias Demir am Samstag immer wieder an der Seitenlinie entlang. Er schimpfte, er schüttelte den Kopf, er munterte seine Spieler auf. Doch am Ende eines langen Turniertages huschte auch dem Co-Trainer des SV Tur Abdin Delmenhorst ein breites Grinsen über das Gesicht. Aus einem guten Grund: Der Bezirksligist hat sein traditionelles Fußball-Turnier für aramäische Mannschaften gewonnen. Im Finale um den Suryoye-Fußball-Cup 2015 setzte sich Tur Abdin mit 4:3 im Elfmeterschießen gegen Abgar Rijssen durch. Nach 1x25 Minuten hatte es 1:1 gestanden.

Tur Abdin mit Mini-Kader

„Das war am Ende eine gute Leistung von uns. Wir haben uns von Spiel zu gesteigert“, freute sich Demir, der für Trainer Andree Höttges das Coaching übernommen hatte. Demir bewertete den Abdin-Erfolg umso höher, weil seine Mannschaft aus diversen Gründen auf zehn Akteure verzichten musste und deshalb nur einen Mini-Kader aufgeboten hatte.

„Elfmeter-Killer“ Daniel Sen

Im Endspiel lagen die Gastgeber bereits nach einer Minute mit 0:1 im Hintertreffen, ehe dem agilen Mikael Blümel per Freistoß der Ausgleich gelungen war (18.). Weil die Delmenhorster vor und nach dem 1:1 diverse Großchancen vergaben, fiel die Entscheidung um den Turniersieg erst im Elfmeterschießen. Dort avancierte Keeper Daniel Sen zum Matchwinner, der gleich drei Elfmeter der Niederländer entschärfte. „Ich war mir sicher, dass wir das Elfmeterschießen gewinnen“, sagte Demir. „Daniel ist halt ein richtiger Elfmeter-Killer.“ Dabei war Sen im Finale gleich zu Beginn umgeknickt und spielte unter Schmerzen durch. Doch der Torwart-Routinier, der die abwesenden Marc Ibrahim (Beruf) und Mikel Kirst (Urlaub) vertrat, biss auf die Zähne – und ließ sich anschließend von seinen Mitspielern feiern.

Aramäer Ganderkesee stürmen durch die Vorrunde

Den Turniersieg für Tur Abdin hätten nach der Vorrunde wohl die Wenigsten für möglich gehalten. Denn die Gastgeber waren mit sieben Punkten aus fünf Spielen mehr ins Halbfinale gestolpert, denn gesprungen. Gleich zum Turnierauftakt hatte der Bezirksligist eine klare 0:3-Niederlage gegen die Aramäer Ganderkesee kassiert. Ganderkesee war mit fünf Siegen in fünf Spielen regelrecht durch die Vorrunde marschiert. Doch der Mixed-Truppe um die Gastspieler Sven Apostel, Marvin Osei, Andreas Lorer und einigen Tur-Abdin-Akteuren ging am etwas Ende die Luft aus.

Mehr Zuschauer als sonst

Unabhängig vom sportlichen Ausgang zog Organisator Edib Özcan eine gute Bilanz. „Das war ein kleines, aber feines Turnier“, blickte der Fußball-Obmann der Abdiner zufrieden auf das Treiben im Stadion. Vor allem von der Zuschauer-Resonanz war Özcan trotz der nur sechs teilnehmenden Mannschaften „positiv überrascht“. „Wir hatten auch schon Samstage mit mehr Teams, wo deutlich weniger Zuschauer hier waren.“

Fußball-Turnier auch ein Familienfest

Deutlich wurde: Das Turnier, das auf Grund kurzfristiger Absagen erstmals nur an einem Tag ausrichtet wurde, ist für die aramäische Gemeinde immer auch ein Familienfest. Mütter schoben mit ihren Kinderwagen an den Stadion-Nebenplätzen umher, zwischen den Feldern spielte der aramäische Nachwuchs Fußball und die Spieler hatten Zeit für einen Small-Talk. Zu den Zuschauern gehörten auch die Abdin-Abgänge Simon Matta (SV Atlas) und Can Blümel (Brinkumer SV), die bei ihren Ex-Mitspielern vorbeischauten oder Musa Karli (SV Atlas), der bei seinem Heimatverein in der Pommes-Bude oder beim Volleyball-Turnier (siehe Ergebnisse) mitanpackte. „Wir haben wieder einmal bewiesen, dass wir Turniere ausrichten können“, freute sich Özcan. Das nächste steht schon am 19. Juli vor der Tür: Dann empfängt Abdin sieben Mannschaften zum Graftwerk-Cup.