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SV Atlas Delmenhorst Manfred Engelbart kandidiert für Vorstandsvorsitz

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 04.01.2018, 19:24 Uhr

Das dk hatte es bereits am Mittwoch gemeldet, jetzt ist es auch offiziell: Der Unternehmer Manfred Engelbart kandidiert bei der Jahreshauptversammlung des SV Atlas Delmenhorst für den Posten des Vorsitzenden. Das gab der 73-Jährige am Donnerstagnachmittag auf einer Pressekonferenz bekannt. Mit der „Leidenschaft für den SV Atlas und den Delmenhorster Sport“, begründete Engelbart seine Kandidatur. Die Jahreshauptversammlung findet am 19. Februar statt.

Warum sollte ein 73-Jähriger noch den Vorsitz beim SV Atlas Delmenhorst übernehmen? Kann er gestalten? Kann er Dinge verwirklich? Kann er den Sportverein weiter nach vorne bringen? Manfred Engelbart hätte im Fall der Fälle auf diese (kritischen) Fragen direkt eine Antwort parat – und scheut scherzend auch den Vergleich mit dem ersten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland nicht. „Konrad Adenauer war bei seinem Amtsantritt genau so alt wie ich.“

Es waren Sätze wie diese, mit denen Engelbart gestern bei der offiziellen Bekanntgabe seiner Kandidatur für den Vorsitz bei den Blau-Gelben auszudrücken versuchte, dass er sich diese Aufgabe nicht nur zutraut, sondern auch etwas bewegen will. Der Unternehmer der gleichnamigen Autohäuser, bisher Fan und Großsponsor, sieht sich eindeutig nicht als Verwalter, sondern als Macher. (Weiterlesen: Manfred Engelbart kandidiert für Atlas-Vorsitz) 

Engelbart will Vorstandsarbeit optimieren

Mit seiner Leidenschaft für den SV Atlas im Speziellen und den Delmenhorster Sport im Allgemeinen begründete Engelbart sein Engagement. „Jeder hat etwas, das ihn antreibt. Wir wollen den Verein noch weiter verbessern“, erklärte er. Sportlich gesehen träumt auch Engelbart mittelfristig von der Regionalliga, „am besten mit vielen Delmenhorster Fußballern“. Außerhalb der sportlichen Geschicke möchte er die „großartige Arbeit“ des aktuellen Klubchefs Jörg Borkus, der aus beruflichen Gründen nicht wieder kandidiert, fortführen. Die Zusammenarbeit im Vorstandsteam solle noch „konkreter, konsequenter, präziser“ und damit optimiert werden. Denn der sportliche Erfolg hatte Atlas beim Aufbauen seiner Strukturen im Eiltempo überholt. (Weiterlesen: Jörg Borkus kandidiert nicht wieder) 

Zu allererst muss Engelbart während der für den 19. Februar (Montag) bei Jan Harpstedt terminierten Hauptversammlung gewählt werden. Seine Wahl gilt allerdings als sicher. Denn Engelbart ist bei allen aktuell rund 300 Mitgliedern sehr beliebt. Vor allem bei den beiden Fangruppierungen Block H und Blau-Gelb Reloaded genießt der 73-Jährige breiten Rückhalt. Engelbart wird für drei Jahre kandidieren, die bisherigen Vorstandsmitglieder Ronald Specht-Fuhrken (2. Vorsitzender), Bastian Fuhrken, Tammo Renken (beide Sport), Bastian Ernst (Marketing) und Thomas von Rönn (Kassenwart) stellen sich für zwei Jahre zur Wahl. Auf der Versammlung sollen die Formalien für die Jahre 2017 und 2018 abgedeckt werden. „Das ist rechtlich alles sauber“, betont Fuhrken.

Engelbart soll seine Kontakte und sein Standing nutzen

Er und seine Vorstandskollegen waren „erfreut und erleichtert“ als Engelbart seine Zusage gegeben habe. „Manni hat viele Kontakte, er kennt den Verein, die Strukturen. Er hat ein super Standing in Mannschaft und Wirtschaft – wir sind mehr als nur zufrieden mit seiner Entscheidung“, lobte Fuhrken. Man habe auch in der Vergangenheit immer sehr vertrauensvoll mit Engelbart zusammengearbeitet.

Dem wahrscheinlichen neuen blau-gelben Klubchef ist die Verteilung der Arbeit auf viele Schultern wichtig. Das „überragende zeitliche Engagement“ von Jörg Borkus werde der 73-Jährige allerdings nicht leisten können, betont Engelbart. Sein finanzielles Engagement werde er ebenfalls nicht hochschrauben. „Das ist jetzt schon grenzwertig.“ Daher sei es umso wichtiger, die Zahl der vielen Mittelständler als Sponsoren noch weiter zu erhöhen.

Was Engelbart vorhat, weiß der 73-Jährige schon ganz genau. In dieser Reihenfolge will die folgenden Themen anpacken:


  • die Mitgliederzahl soll auf 500 steigen
  • (besseres, neues) Flutlicht im Stadion
  • ein Kunstrasenplatz in Delmenhorst
  • die Stadion-Infrastruktur verbessern.

Engelbart will Dialog mit den Fans suchen

Ganz wichtig ist Engelbart auch der Dialog mit den Fans. Dass sich die beiden Fanclubs Block H und Blau-Gelb Reloaded nicht immer grün sind, ist kein Geheimnis. „Mir liegen beide Fangruppen sehr am Herzen, obwohl sie so unterschiedlich sind.“ Er möchte mit diesen beiden Fanlagern eng zusammenarbeiten. Wichtig ist ihm dies: „Beleidigende, sexistische oder rassistische Sprüche haben im Stadion nichts zu suchen.“

Sportlicher Erfolg, die (Infra-)Strukturen verbessern, den Verein weiterentwickeln: Engelbart hat viel vor. Alles dürfte in drei Jahren nicht zu erreichen sein. Aber Bundeskanzler Konrad Adenauer war am Ende ja auch 14 Jahre im Amt ...