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Testspiel in Delmenhorst Fragen und Antworten zum Spiel Werder Bremen gegen Korona Kielce

Von Daniel Niebuhr und Frederik Böckmann | 01.09.2017, 09:53 Uhr

In Sachen Torjubel befinden sich die Fans von Werder Bremen gerade auf einer Fastenkur. In den ersten beiden Bundesliga-Spielen bei 1899 Hoffenheim (0:1) und gegen Bayern München (0:2) blieben die Bremer ohne Treffer – heute Abend wollen sie Versäumtes nachholen. Ab 18 Uhr läuft Werder zum Testspiel gegen den polnischen Erstligisten Korona Kielce im Delmenhorster Stadion an der Düsternortstraße auf – das dk beantwortet im Vorfeld die wichtigsten Fragen.

Wer ist bei Werder dabei – und wer nicht?

Fehlen werden definitiv die acht Nationalspieler Jiri Pavlenka, Theodor Gebre Selassie (beide Tschechien), Maximilian und Johannes Eggestein (beide deutsche U21), Ludwig Augustinsson (Schweden), Thomas Delaney (Dänemark), Florian Kainz (Österreich) und Ulisses Garcia (Schweizer U21). Kapitän Zlatko Junuzovic ist noch verletzt, auch Niklas Moisander ist noch nicht wieder richtig fit. Dafür ist ein Spieler besonders heiß: Izet Hajrovic gibt sein Comeback nach neunmonatiger Verletzungspause – und sagte dafür der bosnischen Nationalmannschaft ab. „Ich will lieber mit Werder das Testspiel in Delmenhorst machen“, sagt der Offensivmann: „Meine Vorfreude ist groß, ich kann es kaum erwarten, auf dem Platz zu stehen.“ Eventuell kommt auch Neuzugang Ishak Belfodil am Freitag schon während des Testspiels in Delmenhorst gegen Korona Kielce zum Einsatz.

Was erhofft sich Werders Sportchef Frank Baumann von der Partie?

Während des Testspiels in Delmenhorst will Werder Stammkräften ebenso Spielpraxis verschaffen wie Akteuren aus der zweiten Reihe des Profikaders. „Es geht auch darum, dass einige unserer Stammspieler im Rhythmus bleiben“, sagte Baumann und stellte fest: „Wir brauchen solche Testspiele wie dieses in Delmenhorst, damit sich einige Spieler zeigen können.“

Wie geht Korona Kielce den Test an?

Der Neunte der polnischen Ekstraklasa trainierte gestern noch zweimal, reist heute an und nach dem Spiel sofort wieder zurück, um am Samstag wieder zu trainieren – ein Ein-Tages-Trip für den Club aus der 200000-Einwohner-Stadt im Südosten Polens. Nach schwachem Start gab es für die vom Europapokal träumende Mannschaft von Trainer Gino Lettieri zuletzt ein 2:1 gegen Termalica Nieciecza.

Gibt es Verbindungen zwischen den Clubs? Etliche. 72 Prozent von Korona gehören dem Stuhrer Unternehmer Dieter Burdenski – als Keeper eine Werder-Legende. Sein Sohn Fabian, ebenfalls Torwart, steht bei Kielce seit dieser Saison im Kader, Angelos Argyris stieg 2015 unter Werder-Coach Nouri mit der Bremer U23 in die 3. Liga auf. Das Bremer Nachwuchsteam testete im Sommer gegen Kielce – und verlor mit 2:4. Es soll nicht die letzte Begegnung der beiden Vereine sein. Weitere Freundschaftsspiele sind in Zukunft angedacht – Korona will daran wachsen, wie Burdenski erklärt: „Solche Testspiele sind wichtig, um das internationale Level kennenzulernen. So entwickelt die Mannschaft sich weiter.“ Baumann kündigte auch eine weiterführende Zusammenarbeit mit Korona an – die möglicherweise auch Leihspieler betreffen soll.

Wie steht es um das Thema Sicherheit?

Die Veranstalter, das Sportamt der Stadt und die Polizei standen in den vergangenen Tagen in engem Austausch. Ihr Tenor: Alle Beteiligten können sich „auf eine familiäre Veranstaltung freuen“, wie Organisator Murat Kalmis betonte. Man sehe „überhaupt keine Gefahr“ von möglichen Krawallmachern, ergänzte Hero Mennebäck von der Stadtverwaltung.

Was sagen die Veranstalter zum Spiel?

Burdenski organisiert das Spiel zusammen mit dem Delmenhorster Murat Kalmis. Kalmis hatte schon den letzten Werder-Test in Delmenhorst eingefädelt, das 7:1 gegen eine Stadtauswahl vor zwei Jahren. Er hat für das Spiel einen einfachen Wunsch: „Es soll ein Fußball-Fest werden, bei dem alle Spaß haben. Werder in unserer Stadt mit Profis zum Anfassen – das ist doch ein Highlight für jeden Fan.“ Und ganz besonders für die U8 des TuS Hasbergen. Denn die Nachwuchskicker dürfen gemeinsam mit den Profis einlaufen. In Burdenski kam im Vorfeld aber auch der ehrgeizige Ex-Fußballer zum Vorschein, als er ankündigte: „Wir wollen Werder zeigen, dass wir auch ein gutes Team sind.“

Was ist sonst wichtig?

Schiedsrichter der Begegnung ist Sven Jablonski mit seinen Assistenten Thomas Gorniak und Tim Skorczyk. Der Bremer, der für den Blumenthaler SV peift, wurde vom DFB zur Saison 2017/2018 als einer von vier neuen Schiedsrichter für die Bundesliga nominiert. Als Stadionsprecher fungiert Heiko Büsselmann, der in der Vergangenheit schon häufiger hochklassige Events in Delmenhorst moderierte. Büsselmann ist ansonsten hauptsächlich für den Regionalligisten VfB Oldenburg tätig. Übringens ist es für Werder bereits der dritte Auftritt in Delmenhorst in den vergangenen vier Jahren – nirgendwo in der Region testeten die Bremer seit 2013 öfter.