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Testspiel in Delmenhorst SV Werder Bremen erfreut Fans und Veranstalter

Von Daniel Niebuhr | 04.09.2017, 12:21 Uhr

Die Organisatoren eines Fußball-Testspiels im Delmenhorster Stadion, das das Bundesligateam des SV Werder Bremen mit 2:0 (0:0) gegen den polnischen Erstligisten Korona Kielce gewann, zogen ein positives Fazit – mit einer kleinen Ausnahme.

Der Charme und die Tücken des Delmenhorster Stadions waren Lars Unger ja schon vor dem vergangenen Freitag bekannt. Der Ex-Profi stand schon vor 21 Jahren für Werder Bremen auf dem Platz, als sich der Bundesligist gegen den SV Atlas um ein Haar eine historische Blamage erlaubte und erst kurz vor Schluss ein 2:2 rettete. Damals lag Schnee auf dem Rasen, bei Werders mühsam erkämpftem 2:0 gegen KoronaKielce am Freitagabend herrschte dagegen bestes Spätsommerwetter – was sich auch auf Ungers Laune auswirkte. In Diensten von Burdenski Events hatte der 44-Jährige das Testspiel-Highlight mitorganisiert; als danach die meisten schon zuhause waren, ließ er noch einmal seinen Blick schweifen und schwärmte: „Was für ein schönes Stadion. Ich bin immer wieder gerne hier.“

Bremer tragen viel zum Unterhaltungswert bei

Es waren versöhnliche Worte nach einem Event, das aus sportlicher Sicht ein großer, für die Veranstalter aber zumindest kein uneingeschränkter Erfolg gewesen war. Offiziell 1200 Zuschauer waren gekommen, etliche Plätze auf der Tribüne waren freigeblieben, was Unger sich so erklärte: „Atlas hat am nächsten Tag ein Heimspiel, vielleicht wären sonst mehr gekommen.“ Die für ein Testspiel vergleichsweise hohen Eintrittspreise hätten auch eine Rolle gespielt: „Man muss aber auch sehen, dass wir hohe Sicherheitskosten haben und einen Gegner, der eingeflogen wird.“

Die Fans, die gekommen waren, erlebten in jedem Fall einen wunderbaren Fußball-Abend mit einem spannenden Spiel und einer Bremer Mannschaft, die viel tat für den Unterhaltungswert. Abgesehen von den drei Nachwuchsspielern Thore Jacobsen, Julian Rieckmann und Niklas Schmidt spielte in Grün-Weiß das Prominenteste, was Trainer Alexander Nouri in der Länderspielpause zur Verfügung stand. Auf dem Rasen, auf der Laufbahn und vor dem Stadiongebäude schrieben die Bremer Autogramme und lächelten in Smartphones. „Für alle Besucher war es ein schöner Tag. Was will man mehr? Ich bin total zufrieden“, sagte Mitorganisator Murat Kalmis.

Werder-Trainer Alexander Nouri zufrieden

Er hatte selbst einiges dazu beigetragen. Werders dritter Auftritt in Delmenhorst in den vergangenen vier Jahren war hervorragend durchgeplant – selbst die Tore gegen den polnischen Erstligisten fielen zum richtigen Zeitpunkt. Der von vielen als PR-Gag abgestempelte Chinese Yuning Zhang traf zum 1:0 in der 66. Minute, Kielces Michael Gardawski sorgte acht Minuten vor Schluss mit einem Eigentor für das 2:0 und gute Laune beim Anhang und dem Werder-Tross. „Wir haben gut gespielt, keiner hat sich verletzt – ein guter Abend“, fand Nouri. Offensivmann Izet Hajrovic war „froh, dass ich dabei sein konnte“ – allerdings hauptsächlich, weil er nach neunmonatiger Verletzung endlich wieder spielen durfte.

Für Hajrovic war es der erste Auftritt in Delmenhorst; tatsächlich war Fin Bartels der einzige Bremer, der beim letzten Gastspiel 2015 schon dabei gewesen war. Wenn es nach Unger geht, kommt Werder in absehbarer Zeit wieder an die Düsternortstraße. „Schon möglich, es ist ein gutes Ambiente für solche Spiele“, sagte er. Sein Chef Dieter Burdenski, dem zu 72 Prozent auch Korona Kielce gehört, hatte schon vorher verkündet: „Delmenhorst ist ein Fußball-Standort.“