Ein Angebot der NOZ

Testspiel in Delmenhorst Werder Bremen gegen Kielce wird hochklassiges Duell

Von Daniel Niebuhr | 17.08.2017, 18:24 Uhr

Der Vorverkauf für das Testspiel-Highlight Werder Bremen gegen Korona Kielce in Delmenhorst startet spätestens in der kommenden Woche. Auch beim dk wird es Karten geben.

Dieter Burdenski macht in Sachen Öffentlichkeitsarbeit niemand etwas vor; manche sagen, der einst für seine Reflexe auf der Linie berüchtigte Ex-Nationaltorwart ist mit seiner Eventagentur deutlich umtriebiger als er einst im eigenen Strafraum gewesen war. Natürlich weiß er auch, was er vor dem am Freitag, 1. September, in Delmenhorst anstehenden Testspiel-Highlight Werder Bremens gegen Korona Kielce (18 Uhr) sagen muss, um den Kartenverkauf anzukurbeln – auch wenn der noch gar nicht begonnen hat. „Es wird ein hochinteressantes Spiel“, verkündete der 66-Jährige, der die Partie zusammen mit Murat Kalmis organisiert. „Ich freue mich auf diesen Vergleich in einem traditionsreichen Stadion, in dem wir schon oft zu Gast waren.“

Kielce ist der Burdenski-Club

In der Tat hat die Delmenhorster Arena an der Düsternortstraße schon einige Werder-Gastspiele gesehen, nirgendwo im Umland haben die Bremer in den vergangenen vier Jahren öfter getestet. Die Kulisse war meistens prächtig: Im Mai 2015 sahen 2500 Fans das Bremer 7:1 über die Stadtauswahl, 2013 wohnten 4000 Schaulustige dem 20:0 gegen den gerade neu gegründeten SV Atlas bei. Der Vorverkauf für die Partie gegen den polnischen Erstligisten Kielce – an dem Burdenski 72 Prozent der Anteile hält – startet spätestens Anfang kommender Woche, Kalmis verspricht auf dk-Nachfrage: „Wir arbeiten dran, dass man so früh wie möglich Tickets kaufen kann.“ Karten gibt es dann unter anderem im Servicecenter des Delmenhorster Kreisblatts, das die Partie als Medienpartner präsentiert. Für weitere Details verweist Kalmis auf ein Pressegespräch im dk-Verlagshaus am Montag, zu dem neben Burdenski und Kalmis auch Werders Geschäftsführer Frank Baumann, Ex-Profi und Burdenski-Mitarbeiter Lars Unger und Axel Langnau, der Geschäftsführer der Delmenhorster Wirtschaftsförderungsgesellschaft, erwartet werden.

Viele Stammkräfte auf dem Platz?

Die Mannschaftsaufstellungen werden dort vermutlich nicht bekannt gegeben, gerade vor Testspielen wird immer spekuliert, wie viel Prominenz tatsächlich auf dem Platz stehen wird. Burdenski kündigt immerhin etwas allgemein an, dass „beide Mannschaften gute Spieler auf das Feld schicken werden“ und könnte damit Recht haben. In Länderspielpausen ließ Werder in den vergangenen Jahren in der Regel viele Stammkräfte auflaufen; eine Parade kaum bekannter Nachwuchsspieler, wie oft bei den Tourneen durchs Umland nach Bundesliga-Ende, ist dieses Mal nicht zu erwarten. Im Oktober 2015 war Werder, ebenfalls in einer Länderspielpause, in Wildeshausen zu Gast und schlug RB Leipzig mit 3:0 – damals wirkten nur vereinzelt Talente mit.

„Tolle Fußball-Stimmung in Delmenhorst“

Der sportliche Wert ist also hoch, auch wenn beide Teams noch in der Frühphase der Saison stecken. Werder startet am Samstag ab 15.30 Uhr bei 1899 Hoffenheim in die Bundesliga, Kielce steht nach fünf Spieltagen in der Ekstraklasa auf Rang neun und spielt am Samstagabend bei Schlusslicht Piast Gliwice.

Man merkt Burdenski die Lust an, mit Korona seinen grün-weißen Herzensverein ein bisschen zu ärgern – und ein Argument mehr gegen die Kritiker zu sammeln, die es nach seiner Übernahme des polnischen Mittelklasseclubs durchaus gab. 850.000 Euro bezahlte er für knapp drei Viertel der Anteile, seitdem musste er oft die Frage nach dem „Warum“ beantworten. „Die polnische Liga hat sich stark verändert. Es gibt neue Stadien, alle Spiele werden live im Fernsehen gezeigt“, erklärt er. In Delmenhorst werde man sehen, wie groß der Unterschied zwischen Bundesliga und Ekstraklasa tatsächlich sei: „Vielleicht kleiner als mancher denkt.“ Er kann sich sogar eine Kooperation mit Werder vorstellen: „Vielleicht kann mal ein Werder-Spieler leihweise bei uns spielen oder umgekehrt. Wir wollen aus diesem Club etwas Großes machen.“

Wie viele der als heißblütig geltenden Korona-Fans das Delmenhorster Stadion entern, kann man nur vermuten, der Rahmen wird aber angemessen sein, glaubt Burdenski: „In Delmenhorst herrscht eine tolle Stimmung nach dem Atlas-Aufstieg. Das ist ein echter Fußball-Standort mit eigener Tradition.“