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Thomas Eberhardt wieder dabei Vorjahressieger will 200-Kilometer-Marke knacken

Von Lars Pingel | 27.04.2015, 21:32 Uhr

Der Bookholzberger Extremsportler Thomas Eberhardt möchte am 20./21. Juni auf beim 24-Stunden-Lauf in Delmenhorst mehr als 200 Kilometer weit laufen. Im Vorjahr verpasste er diese Marke knapp, gewann aber trotzdem.

Thomas Eberhardt ist sich nicht sicher, ob sein Wunsch den Organisatoren gefällt. Trotzdem: „Ich mag es , wenn es nieselt und nicht ganz so warm ist“, sagt der Bookholzberger, wenn er nach dem Wetter gefragt wird, dass ihm am 20. und 21. Juni gefallen würde. Dann wird auf den Graftwiesen in Delmenhorst der zwölfte 24-Stunden-Lauf ausgetragen.

Fünf Siege

Der 51-Jährige ist zum zwölften Mal als Einzelläufer dabei. Im vergangenen Jahr erreichte er 199,61 Kilometer, wurde damit zum dritten Mal in Folge Sieger, zum fünften Mal insgesamt. Dann peilt er naürlich Sieg Nummer sechs an? „Nein“, sagt er. „200 Kilometer aufwärts.“ Er ist zurückhaltend, weil er zuletzt nicht in dem Umfang trainieren konnte, wie er wollte. Eine Rippenprellung, die er sich bei einem Unfall beim Training auf dem Rennrad zuzog, bremst ihn aus. „Ich bin in den letzten vier Monaten 640 Kilometer gelaufen. Das ist die Hälfte von dem, was ein Marathon-Läufer braucht. Ich müsste etwa das Vierfache absolviert haben“, erzählt er.

Erster Start bei Volkslauf im Jahr 1995

Eberhardt, der in der Stadtverwaltung arbeitet, ist Extremsportler. 400 Kilometer lange Radtouren, 24-Stunden-Läufe, ein Triple Ultra Triathlon (11,74 km Schwimmen; 540 km Radfahren; 126,585 km Laufen) – dafür trainiert er. „Ich habe Spaß mit Begeisterung verbunden“, sagt er über seine Motivation. Die entstand 1994 durch einen Gedanken, den fast jeder kennt. Eberhardt wollte sich etwas Gutes tun. Fünf Jahre später startete er zum ersten Mal bei Läufen über fünf Kilometer. „Und dann habe ich mich von Ziel zu Ziel gehangelt. Ich war neugierig: Was schafft mein Körper und wo ist Ende?“

Vorbereitung nach Plan

Eberhardt hat dem Laufen, dem Ausdauersport, einige Jahre lang vieles untergeordnet. Er sei inzwischen entspannter geworden, sagt er. Trotzdem ist er regelmäßig aktiv, trainiert aber manchmal auch einfach nach Gefühl. Um große Ziele zu erreichen, bereitet er sich immer streng nach Plan vor. Quälen muss er sich dann trotzdem. „Nach 150 Kilometern geht es einem nicht mehr gut“, erzählt er. „Eigentlich fängt es schon viel früher an. Man verkrampft oder bekommt Seitenstiche.“

Das Laufen hat ihm mehr gegeben, als das Training des Herz-Kreislauf-Systems: „Ich weiß jetzt, dass Ziele, von denen ich dachte, dass sie nicht erreichbar sind, doch verwirklicht werden können.“ Das gelte auch außerhalb des Sports.

Konstanz als Erfolgsrezept

Eberhardts Erfolgsrezept im Wettkampf ist die Konstanz. „Viele laufen zu schnell los“, sagt er. „Ich bin am Start oft einer der Letzten. Ich versuche, meinen Rhythmus zu finden und zu halten. Das ist es, was mich die ganze Zeit beschäftigt. Erst in den letzten zwei Stunden geht es darum, so weit nach vorn zu kommen wie möglich.“ So wird er es auch am 21. Juli machen – am liebsten bei Nieselregen.