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Tischtennis Ex-Huder Kleinert und Mieschendahl sind erfolgreich

Von Andreas Giehl | 03.11.2016, 12:43 Uhr

Die Tischtennis-Teams des TV Hude, die in oberen Spielklassen um Punkte kämpfen, mussten in der jüngeren Vergangenheit einige Leistungsträger abgeben. Darunter waren Immanuel Mieschendahl, der mit seinem neuen Team Eintracht Hittfeld gerade in der Huder Jahnhalle antrat, und Daniel Kleinert. Während Mieschendahls Umzug in Richtig Hamburg beruflich bedingt war, stand beim 18-jährigen Kleinert, der zum Regionalligsten Schwalbe Tündern wechselte, die sportliche Weiterentwicklung im Vordergrund.

Immanuel Mieschendahl verstärkte den Turnverein vor der Saison 2011/2012. Er hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die erste Männermannschaft in dem Jahr Verbandsliga-Meister wurde und in die Oberliga aufstieg. In den folgenden drei Spielzeiten schaffte er mit dem Team den Klassenerhalt. Danach erfolgte sein Umzug. Da die Fahrerei zu den Punktspielen nach Hude zu viel geworden wäre, suchte er sich einen Verein in der Nähe seines Wohnorts. Er schloss sich dem Verbandsligisten Eintracht Hittfeld an. Während der Saison 2015/2016 war Mieschendahl außerhalb des Tischtennissports viel eingespannt. Er kam er nur in sechs Punktspielen zum Einsatz. Seine Mannschaft wurde trotzdem Vizemeister, verzichtete aber im Mai auf die Teilnahme an der Oberliga-Aufstiegsrunde.

Mieschendahl trifft alte Weggefährten beim Verbandsliga-Duell wieder

Daher kam es jetzt im Klosterort zum Wiedersehen mit den alten Weggefährten. Denn Hudes Erste spielt nach dem Abschied aus der Oberliga im Frühjahr nun ebenfalls in der Verbandsliga. „Mir geht es momentan richtig super“, sagte Mieschendahl auf die Frage nach seiner aktuellen Stimmungslage strahlend. „Ich bin vor kurzem zum dritten Mal Vater geworden. Meine Frau und ich haben nach zwei Mädchen nun ,endlich‘ einen Jungen bekommen“, scherzte er. Außerdem sei mit der Fertigstellung des neuen Hauses in Sittensen ein weiterer Eckpfeiler im harmonischen Familienleben gesetzt. Klar, dass daher Tischtennis zuletzt zurückstecken musste. Gegenwärtig habe er aber wieder mehr Freiraum. Mieschendahl versucht, wieder konsequent einmal pro Woche zu trainieren. Aber das fällt ihm nicht immer leicht. Er hat im Beruf einen neuen Aufgabenbereich übernommen, pendelt zwischen Sittensen und Hannover.

Aufstieg ist in Hittfeld kein Thema

Über das Saisonziel seiner Hittfelder Mannschaft sagt Mieschendahl: „Die Meisterschaft oder gar der Aufstieg, dafür fehlt uns wohl die Konstanz. Da sieht es bei meinen Huder Freunden aktuell wohl besser aus.“ Hude I führt mit 13:1 Punkten die Tabelle an. Die Hittfelder hinken mit 8:6 Zählern etwas hinterher, auch weil sie bei den Gastspielen in der Jahnhalle die Partien gegen den TVH I (6:9) und den TVH II (2:9) verloren haben.Sorgt nach seinem Wechsel zu Schwalbe Tündern in der Regionalliga für Aufsehen: Daniel Kleinert. Der 18-Jährige spielte in der vergangenen Saison in der Oberliga für den TV Hude. Foto: Rolf Tobis

Daniel Kleinert sorgt in Regionalliga für Aufsehen

Während Mieschendahl im Leistungstischtennis erst wieder Fahrt aufnimmt, war Daniel Kleinert seit seinem Weggang aus Hude immer dicht dran am Wettkampfgeschehen. Schon zu Beginn der Rückrunde 2015/2016, also am Anfang des Jahres, hatte er, einer der besten Nachwuchsspieler Deutschlands, seinen Abschied vom Turnverein verkündet. Der 18-jährige „Defensivkünstler“ stellte von 2014 bis 2016 sein Können im vorderen Paarkreuz des Ex-Oberligisten unter Beweis. Doch das ehrgeizige Talent wollte sich weiterentwickeln. So fasste Kleinert schon früh den Entschluss, sich zur Saison 2016/2017 dem Regionalligisten Schwalbe Tündern anzuschließen. Wie zwei Jahre zuvor in Hude stellten Skeptiker die Frage: Schafft er das als Abwehrspieler im Spitzenpaarkreuz überhaupt? Die Antwort ist wieder die selbe: Ein klares „Ja“. Das Team aus Hameln steckt nach vier Spieltagen mit „nur“ 2:6 Punkten zwar mitten im Abstiegskampf, doch Kleinert ist die positive Überraschung. Er zieht sich gegen „die Schwergewichte“ der Liga glänzend aus der Affäre. Mit einer 5:3-Bilanz steht er als Nummer zwei aktuell sogar besser da als der weitaus erfahrenere Spitzenspieler Florian Buch (3:5). Ein ganz starker Auftritt gelang Kleinert gegen Tabellenführer SV Bolzum (10:0 Punkte): Im vorderen Paar gewann er beide Einzel. Und der Pole Radoslaw Zabski und Jens Klingspon sind alles andere als Gegner der Kategorie „Laufkundschaft“. Beide spielten schon für Bundesligavereine. Auch sein 3:2-Sieg (18:16 im fünften Satz) gegen den Berliner Sebastian Stürzebecher war ein echtes Highlight.

Ex-TVH-Spieler überzeugt bei Niedersachsenrangliste

„Dass Daniel in der Saisonvorbereitung so intensiv geschuftet hat, zahlt sich jetzt aus. Dazu hat er mit einem Einzelsieg, gleich im ersten Regionalliga-Punktspiel, den Knoten zum Platzen gebracht. Das war für ihn sehr wichtig“, erklärte Vater Thorsten Kleinert. Das Selbstvertrauen seines Sohnes sei in erster Linie aber gestiegen, da er vor Kurzem bei der Niedersachsenrangliste der Männer sehr starke Leistungen ablieferte. Im Vorjahr hatte Daniel Kleinert dort bei null Siegen und keinem Satzgewinn viel Lehrgeld bezahlt. Er musste als Letzter im Feld ziemlich frustriert die Heimreise antreten. Ganz anders sein Auftritt in 2016: Er belegte er mit einer 6:5-Bilanz einen sehr achtbaren sechsten Rang. Auf dem Weg dorthin hatte er Gegner bezwungen, denen er zuvor stets unterlegen war. Dazu zählten der offensivstarke Matti von Harten (TSV Lunestedt) und „Angstgegner“ Nils Hohmeier (TuS Celle), der ihm bei diversen Jugendgroßereignissen in der Vergangenheit oft im Weg stand.

Kleinert hat seinen TTR-Ranglistenwert von 2060 auf 2166 Punkte gesteigert. „Daniel hat sein Spiel in den letzten Monaten weiterentwickelt. In der Regionalliga wird noch schneller und härter gespielt als in der Oberliga. Er passt sich diesem Niveau von Spiel zu Spiel immer besser an“, berichtete Vater Thorsten Kleinert. Und sein Sohn hat wichtige Erfahrungen gesammelt, die ihm helfen, Partien zu gewinnen.