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Tischtennis-Oberliga 8:8 - TV Hude trotzt Topteam TSV Hagenburg Punkt ab

Von Andreas Giehl | 16.11.2015, 13:09 Uhr

Der TV Hude hat sich für den schwachen Auftritt vor einer Woche gegen die Sportfreunde Oesede voll rehabilitiert. Beim Tabellenzweiten TSV Hagenburg boten Frontmann Felix Lingenau und sein Team ihre beste Saisonleistung. Nach über vier Stunden wurden nach einem dramatischen Schlussdoppel die Punkte geteilt. Doch mit dem 8:8 waren die Gäste später nicht zufrieden.

Auf den ersten Blick möchte man meinen, die „Klostermänner“ hätten in Hagenburg von der Tabellenkonstellation her als Außenseiter einen glücklichen Punkt mitgenommen. Weit gefehlt. Nach der Partie waren es die Hagenburger, die selbst zugaben: „Heute sind wir die Glücklicheren.“ Die Quote der Hausherren in den Fünfsatzspielen lautete später 6:3. Sie gewannen ihre Matche im Vergleich knapper, allein dreimal mit nur zwei Bällen Unterschied.

„Das ist aus unserer Sicht ein wirklich sehr ärgerlicher Punktverlust. Wir haben alle super gespielt und hatten sehr gute Chancen. Leider haben wir zu davon zu wenige genutzt“, haderte Hudes Tobias Steinbrenner. Die Gäste setzen ihren Plan beim Gastspiel am Steinhuder Meer voll um. Sie wollten voll attackieren. Hatten sie mit diesem Gegner doch bereits erfolgreich ihre Lehren aus dem Relegationsspiel im Mai gezogen. Die Huder wussten haargenau, was auf sie zukommen würde und stellten sich sehr gut darauf ein. Trotzdem nahmen einige Duelle einen völlig anderen Ausgang, als es die Experten im Vorfeld vorausgesagt hatten.

Daniel Kleinert schlägt Topspieler Gintautas Juchna

Die Partie begann für die Gäste mit Ausrufezeichen. Doppelsiege von Kleinert/Stüber und Tobias Steinbrenner, mit Ersatzmann Moritz Tschörtner, bescherten einen 2:1-Vorsprung. Dann kam die große Stunde von Hudes Abwehrstratege Daniel Kleinert. Er bog einen fast aussichtslosen 0:2-Satzrückstand gegen TSV-Topmann Gintautas Juchna noch um. Der Litauer, übrigens dreifacher Europameister der Gehörlosen, handelte sich nach 10:0-Siegen seine erste Saisonniederlage ein. Davon hätte bei den Gästen vorher niemand zu träumen gewagt.

Die agierten danach auf starken Niveau weiter. Leider vermochten Felix Lingenau und Marc Engels den anderen zwei litauischen Auswahlspielern des TSV den finalen Schlag nicht zu verpassen. Beide unterlagen jeweils 2:3.

Tobias Steinbrenner trifft gegen Andrius Preidzius fast jeden Ball

Ausgeglichen gestaltete sich der weitere Spielverlauf. Die größte Leistung in Runde zwei vollbrachte später Tobi Steinbrenner. Die Nummer drei traf gegen Andrius Preidzius fast jeden Ball. Die Gastgeber rettete hingegen unerwartet der erst 16-jährige Rimas Lesiv mit zwei Einzelsiegen. Diesen hatten die Gäste vorher als nicht so stark eingeschätzt. Doch gegen Kleinert und Lingenau agierte er zweimal am oberen Limit.

Im heißen Finale ließ Marco Stüber bei 10:9 im fünften Satz gegen Nils Bleidistel einen Matchball liegen. Hudes starkes Schlussdoppel Kleinert/Stüber ärgerte sich später über fünf ungenutzte Satzbälle im dritten Durchgang. Alles Augenblicke, wo der TVH sich für eine gute Leistung mit dem Sieg hätte belohnen können. „Das ist schon bitter“, meinte Steinbrenner. „Aber mit so einer Darbietung können gegen Göttingen und Eschershausen vielleicht nochmal punkten.“ Für den Moment bleibt der TVH mit 5:9 Punkten weiter auf Rang sechs.