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Tischtennis-Oberliga Aufsteiger TV Hude gilt als der große Underdog

Von Andreas Giehl | 28.09.2017, 17:06 Uhr

Nur ein Jahr haben die Tischtennisspieler der I. Männerschaft des TV Hude gebraucht, um nach dem Abstieg in 2016 in die Oberliga zurückzukehren. Doch in der Saison 2017/2018 steht die Truppe in der fünfthöchsten deutschen Spielklasse vor ihrer größten sportlichen Herausforderung. Den Saisonauftakt bildet dabei an diesem Wochenende ein Doppelspieltag: Am Sonnabend, um 18 Uhr, auswärts beim arrivierten TSV Eintracht Bledeln. Am Sonntag wiederum geben die Klostermänner ihr Heimdebüt. Gegner ist hier ab 16 Uhr in der Mehrzweckhalle am Huder Bach der TSV Algesdorf.

Man neigt im Sport schnell zu Übertreibungen. Aber aus Sicht des TV Hude trifft die folgende These wohl den Kern: So stark war die Oberliga für die Tischtennisspieler aus dem Klosterort noch nie. Um das zu belegen, reicht ein Blick auf den Durchschnitts-QTTR-Wert aller Mannschaften, der die Spielstärke der einzelnen Akteure darstellt. Während Hude mit Florian Henke, Jonas Schrader, Felix Lingenau, dem irischen Neuzugang Ryan Farrell, Pierre Barghorn und Dietmar Scherf ein Team stellt, das auf dem Niveau der Vorjahre liegt, wurde andernorts zum Teil gezielt aufgerüstet. So trennen Hude und den Rest des Oberliga-Feldes im Vergleich des QTTR-Werts fast auf jeder Position rund 100 Punkte. „Das ist schon ein Brett“, sagt Hudes Nummer drei und Oberliga-Experte, Felix Lingenau.

Chance auf den Klassenerhalt gering

Mit damals starken Verpflichtungen der Marke Glücksgriff hatte sein Verein in der Vergangenheit zumindest immer eine realistische Chance auf den Klassenerhalt. In diesem Jahr sind die Hoffnungen ohne einen echten Ausnahmekönner eher gering.

Henke, Schrader, Farrell und Barghorn debütieren

„Der Klassenerhalt ist realistisch gesehen nicht möglich“, verrät Lingenau und sieht trotzdem ein wenig Licht am Ende des Tunnels. Die Huder Riege bestehe aus einer guten Mischung aus jungen Spielern wie Henke, Schrader, Farrell und Barghorn, die noch über Entwicklungspotenzial verfügen. Von den Routiniers Lingenau und Scherf erwartet man indes Stabilität. Es steht aber außer Frage, dass alle über sich hinauswachsen müssen, will man als Mannschaft konkurrenzfähig sein.

Bledeln „unschlagbar“, Algesdorf „machbar“

Als Feuertaufe wartet am ersten Spieltag am Freitag ab 18 Uhr auf die junge Huder Mannschaft auswärts ein Gegner der Kategorie „unschlagbar“. Die Eintracht aus Bledeln hegt Anspruch auf einen der vorderen Oberliga-Plätze. Deshalb richtet sich das Augenmerk der Huder vorrangig auf das Sonntagsspiel (16 Uhr) vor eigener Kulisse gegen den TSV Algesdorf. In der Mehrzweckhalle trifft man auf den letztjährigen Vizemeister der Verbandsliga Süd, der sich das Oberliga-Ticket über die Aufstiegsrunde gesichert hat. Gegen die Gäste aus dem Westen Hannovers gilt für die Gastgeber das Prinzip „Attacke“. Denn der TSV gehört zu dem Kreis von Gegnern, gegen die man punkten kann, vielleicht sogar muss. Das bezieht sich besonders auf die Positionen vier bis sechs, wo auf die Hausherren Gegner „auf Augenhöhe“ warten.