Ein Angebot der NOZ

Tischtennis-Oberliga Männer TV Hude kassiert zwei Heimniederlagen

Von Andreas Giehl | 13.11.2017, 18:05 Uhr

Die Tischtennisspieler vom Oberligisten TV Hude haben einen bewegten Doppelspieltag hinter sich gebracht. Obwohl der Aufsteiger in den Heimspielen gegen Torpedo Göttingen und SV Union Salzgitter kämpferisch alles herauskitzelte, konnte er zwei Niederlagen nicht abwenden. Nach dem 7:9 beziehungsweise 1:9 ist der Turnverein in der Tabelle mit 3:9 Punkten auf den vorletzten Platz abgerutscht.

Packender Krimi gegen Torpedo Göttingen

Dabei ist besonders das 7:9 vom Sonnabend gegen den unmittelbaren Konkurrenten Torpedo Göttingen als extrem schmerzhaft anzusehen. Denn im Abstiegskampf war dieses Treffen als sogenanntes „Vier-Punkte-Spiel“ einzustufen. Die Huder hatten sich vorgenommen, dieses Spiel nicht zu verlieren, um die Unistädter in der Rangfolge weiter hinter sich zulassen. Die wiederum sind durch ihren glücklichen Erfolg in der Hoheluchthalle mit 5:7 Zählern an den den Gastgebern nun vorbeigezogen.  

Am Samstag gegen 22.45 Uhr erreicht der packende Kellerkrimi gegen Göttingen an der Lerchenstraße seinen absoluten Höhepunkt. Beim Stand von 7:8 neigt sich der fünfte Satz des Schlussdoppels dem Ende entgegen. Für die zahlreichen Zuschauer kames zum Augenschmaus zwischen „Angriff und Abwehr“.

Für den TVH stehen die Offensivkräfte Florian Henke und Dietmar Scherf an der Platte. Für Göttingen die erfahrenen Defensivstrategen Jan Holzendorf und Volker Roland. Es steht 10:9 für die Lokalmatadoren: Matchball! Es folgt ein langer Ball in die Vorhandseite der zwei Gastakteure. Der Sieg? Nein, Roland kommt soeben noch den Ball. Die Kugel findet unter dem gespannten Blick aller Anwesenden wie im Zeitlupentempo noch den Weg über das Netz. Abgewehrt und Punkt Torpedo!

Beim Stand von 12:11 noch einmal die Chance: Doch jetzt verschießen die Huder einen Angriffsball. Wieder nichts! Dann kommt das, was zwangsläufig kommen muss. Die Gäste machen die nächsten zwei Punkte zum 14:12. Hude verliert 7:9 – und ist geschockt. Rund viereinhalb Stunden grandioses Spiel und Kampf sind umsonst. Hude steht mit leeren Händen da. Ein Ergebnis, das die junge Mannschaft in den folgenden Stunden verdauen muss.  

„Das ist natürlich jammerschade“, meinte Hudes Nummer zwei, Jonas Schrader, im Anschluss. „Aber wir wussten, dass wir selbst nach unserer zwischenzeitlichen 7:5-Führung noch nichts in Händen halten. Leider konnten wir danach kein Spiel mehr gewinnen. Trotzdem, es war das spannendste Spiel in meiner Laufbahn.“

Das ist besonders ärgerlich, weil für Hude im Mittelteil der Begegnung alles so vielversprechend aussah. Nach einem 3:5-Rückstand hatte der TVH seine stärkste Phase und gewann vier Einzel in Folge. Der Höhepunkt war dabei vielleicht der erste Saisonsieg von Jonas Schrader gegen Ahmet Kösterelioglu. Der Huder war mit einer 0:9-Bilanz in das Match gegangen. Er ließ sich davon aber nichts anmerken, returnierte die Aufschläge seines Gegners ganz kurz hinter das Netz und nahm ihn damit aus dem Spiel.

Doch was hat letztendlich den Ausschlag für die knappe Huder Niederlage gegeben? Wahrscheinlich war es das Defizit, an den es Felix Lingenau in den Tagen zuvor schon festmachen wollte: Im mittleren Paarkreuz fehlte diesmal Leistungsträger Ryan Farrel. Im unteren konnte dieses Mal die „Fünfte-Spiel-Regel“ nicht umgangen werden. Das heißt, der seit Wochen verletzungsmäßig angeschlagene Dietmar Scherf „musste“ spielen. Das dies im Einzel gegen starke Spieler der Gegenseite ein Problem ist, versteht sich quasi von selbst.  

Ohne Chance gegen Union Salzgitter

Vollkommen anders war die Huder Ausgangssituation dagegen am Sonntag, an dem man auf den bärenstarken Tabellenführer Union Salzgitter traf. Obwohl die Hausherren auch hier kämpferisch alles in die Waagschale warfen, kamen sie über ein 1:9 nicht hinaus. Nach der 1:0-Führung ihres Doppels Lingenau/Barghorn demonstrierte der designierte Herbstmeister Union mit seinen drei ausländischen Topspielern an Bord eindrucksvoll seine derzeitige Vormachtstellung in der Oberliga.  

„Bisher haben wir in jedem Spiel positiv überrascht und besser abgeschnitten, als man es erwarten konnte. Gegen Salzgitter war das zum ersten Mal anders, da haben wir für unsere Verhältnisse nicht das Optimum herausgeholt“, legte Hudes Felix Lingenau dieses ungleichen Kampf schnell zu den Akten.