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Tischtennis-Verbandsliga Männer Träume des TV Hude geplatzt

Von Andreas Giehl | 09.04.2019, 13:15 Uhr

Träume geplatzt: Die beiden Tischtennis-Verbandsliga-Mannschaften des TV Hude verloren am Wochenende mit 7:9. Der TVH I verpasste die Vizemeisterschaft, der TVH II stellt sich auf die Abstiegsrelegation ein.

Ganz bitteres Wochenende für die Verbandsliga-Tischtennisspieler des TV Hude. Während die erste Mannschaft durch eine 7:9-Niederlage im Auswärtsspiel bei der TSG Dissen die angestrebte Vizemeisterschaft verpasste, muss der TV Hude II, der sein Heimspiel gegen den TuSG Ritterhude ebenfalls mit 7:9 verlor, wohl in die Abstiegsrelegation.

Gekämpft, gehofft und stets eine Menge improvisiert. Der TV Hude I hat in dieser Verbandsligasaison 2018/2019 all seine verfügbaren Mittel ausgereizt, um neben dem im Vorhinein als unantastbar geltenden Topfavoriten Oldenburger TB als Tabellenzweiter in die Oberliga aufzusteigen. Die im Mai anstehende Relegationsrunde wird jetzt aber ohne den Landkreisclub stattfinden. Denn durch die Dissen-Pleite haben die Huder, die in der Abschlusstabelle mit 26:10 Punkten geführt werden, das Ticket an ihren Hauptkonkurrenten TSV Lunestedt II (27:9) verloren.

„Da fehlen einem komplett die Worte. Es wird einige Zeit dauern, bis wir das verkraftet haben“, sprach Finn Oestmann für das gesamte Team. Eine lange Saison, in der der TV Hude trotz Verletzungspech und vieler Probleme das eigene Schicksal dennoch bis zum letzten Spieltag in eigenen Händen hielt, ging am Samstag im Teutoburger Wald brutal hart zu Ende: keine Aufstiegsrunde und somit in der nächsten Saison keine Oberliga.

Nur zwei Stammspieler zur Verfügung

Der Huder Schlussakkord in Dissen war eigentlich ein Spiegelbild der gesamten Saison. In Florian Henke und Felix Lingenau standen nur zwei Stammspieler zur Verfügung. Der Rest des Aufgebots setzte sich mit Ersatzspielern aus der Reserve (Finn Oestmann, Marco Stüber, Dietmar Scherf und Christopher Imig) zusammen. Und diesen blieben nur wenige Stunden Zeit, um die 7:9-Niederlage im Abstiegskampf gegen Ritterhude zu verdauen.

„Daran hat es nicht gelegen. Wir waren alle fit“, versicherte Finn Oestmann. „Aber vielleicht hätten wir gegen Dissen doch besser eine andere Doppelaufstellung gewählt. Außerdem haben wir einige Einzel verloren, die wir normalerweise nicht abgeben dürfen.“

Vor der Begegnung entschied man sich beim TVH für die Kombination Henke/Lingenau als Spitzendoppel. Die einzigen Stammspieler wollten damit als Duo mehr Verantwortung übernehmen. Aber die Sache ging schief. Denn sie verloren am Anfang ihr Match gegen Gessat/Redeker in fünf Sätzen. Nach dem 1:2-Rückstand ihrer Farben nach den Doppeln lagen die Gäste anschließend zweimal vorne. Aber der 3:2- beziehungsweise spätere 4:3-Vorteil konnte nicht verteidigt werden. Danach folgten, wie von Oestmann beschrieben, nicht einkalkulierte Rückschläge. Das betraf im Besonderen die zweite Einzelrunde zwei, in der im vorderen Paarkreuz Florian Henke den erhofften Sieg gegen Lutz Heitz nicht „ziehen“ konnte. Im mittleren Abschnitt konnten Oestmann (gegen Jan-Hendrik Gessat) und Marco Stüber (gegen Janis Redeker) die Punkte zum 5:8 nicht verhindern. Die Huder retteten sich anschließend mit einem 7:8-Zwischenstand in das Schlussdoppel, das aber Henke/Lingenau nur noch mit halber Kraft bestritten. Denn zu diesem Zeitpunkt hatte vermutlich schon der 9:1-Sieg der Lunestedter in Jever die Runde gemacht. Den Hudern hätte somit auch ein 8:8 nicht mehr zur Vizemeisterschaft gereicht.

TV Hude II noch nicht gerettet

Der TV Hude II richtet sich innerlich auf ein „Nachsitzen“ ein. Durch die 7:9-Heimniederlage im letzten Punktspiel gegen die TuSG Ritterhude hat es die Mannschaft versäumt, den Klassenerhalt vorzeitig in trockene Tücher zu bringen.

Es ist noch nichts entschieden. Aber nach den Ergebnissen von den Verbandsliga-Kellerduellen am Wochenende deutet vieles daraufhin, dass die Hude II im Mai den Umweg über die Abstiegsrunde nehmen muss. Durch das 7:9 gegen Ritterhude ist der Turnverein mit 13:23 Punkten auf den Relegationsrang acht zurückgefallen. Die Ritterhuder ihrerseits (Saison beendet mit 15:21) sind gerettet.

Am Samstag hat sich außerdem Eintracht Hittfeld (13:19) dank eines 9:5 in Ritterhude vor Hude II geschoben. Aufgrund des besseren Spielverhältnisses reichen dem TSV in den letzten zwei Begegnungen gegen den Oldenburger TB und den VfL Westercelle zwei knappe Niederlagen, um Rang sieben zu verteidigen. Aber egal, wie die letzten Spiele der TSVer ausgehen: Im Klosterort hat man den 12. Mai im Kalender rot angestrichen.

„An Wunder glauben wir nicht mehr“, sagte Hudes Spitzenspieler Finn Oestmann. „Wir hatten gegen Ritterhude unsere Chance und haben sie nicht genutzt. Wir sind trotzdem zuversichtlich, die Klasse zu halten. So wie es aussieht, will der Vizemeister der Landesliga Weser-Ems (TuS Sande) nicht zur Relegation antreten. Dann bekämen wir es nur mit dem Zweiten aus dem Bezirk Lüneburg zu tun.“

Schwacher Start der Hausherren

Am Freitag in der Halle am Huder Bach drückte das Heimpublikum seinen Jungs kräftig die Daumen, um schon im letzten Verbandsligamatch gegen Ritterhude alles zu bereinigen. Aber die Hausherren erwischten einen schwachen Start. Einen 0:3-Rückstand in den Auftaktdoppeln konnte der TVH gerade noch verhindern. In Spiel Nummer drei bogen Dietmar Scherf/Christopher Imig einen 0:2-Satzrückstand gegen Hausmann/Struß um. Aber in den ersten Einzeln war bei den Hausherren zuviel Sand im Getriebe. Hintereinander verloren Finn Oestmann, Marco Stüber und Klaus Krabbe zum 1:5-Zwischenstand. Mit großem Einsatz erreichten die Huder noch das Schlussdoppel. Dort unterlagen Oestmann/Stüber gegen Binder/Pankow in vier Sätzen zum 7:9-Endstand.

„Im Schlussdoppel, weit nach Mitternacht, fühlte ich mich selbst schon ziemlich K.o.“, gab Oestmann offen zu. Aber generell spielte das bei den Hausherren nicht mehr die tragende Rolle. In den Spielen zuvor hatten sie viele Chancen liegen gelassen.