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Tischtennis Wie Jahn Delmenhorst sinkende Mitgliederzahlen stoppen will

Von Andreas Giehl | 01.10.2016, 15:06 Uhr

Der TV Jahn Delmenhorst hat eine Auffrischung seiner Tischtennis-Abteilung mit jungen Spielern dringend nötig. Um das Problem zu beheben, baut er auf moderne Trainingsmethoden und denkt auch über eine Fusion mit dem Delmenhorster TB nach.

Die Probleme sind auch im Tischtennis nicht neu. In der Rückschlagsportart gibt es in vielen Vereinen immer weniger Mitglieder, aufgrund des fehlenden Nachwuchses im Jugendbereich ist der Altersdurchschnitt in den vielen Clubs hoch. Was können wir gegen dieses Nachwuchsproblem machen? Das fragen sich seit einiger Zeit auch die Verantwortlichen beim TV Jahn Delmenhorst um Abteilungsleiterin Irene Dölle, die diesen Trend intensiv umkehren und Interesse von Eltern und Kindern wecken wollen.

„Seit dem Ausscheiden von Anette Hofmann vor einigen Jahren, kam es bei uns in der Jugendabteilung leider zu einem Bruch“, erzählt Dölle. „In den vergangenen Jahren fehlte im Erwachsenenbereich deshalb die Auffrischung aus der Jugend.“ Immer weniger Kinder betreiben Sport in ihrer Freizeit als Ausgleich zum Schulalltag. Die Gründe dafür sind vielschichtig.

Anfängergruppe trainiert jeden Montag

Mit vereinten Kräften möchte der TV Jahn in Zukunft eine neue Jugendabteilung aufziehen. Momentan existiert eine kleine Anfängergruppe. In nächster Zeit, so hofft der Verein, kann die Mitgliederzahl gesteigert werden. Die schnellste Rückschlagsportart der Welt sei abwechslungsreich, erklärt Dölle. Neben dem Spaß am Spiel schult sie die Koordination, Reaktionsfähigkeit, Beweglichkeit und Kondition. Nach ersten Trainingserfolgen ist es möglich, in einer Schüler- oder Jugendmannschaft gemeinsam gegen Gleichaltrige anzutreten.

Zudem ist Tischtennis, was das Material betrifft, kostengünstig. Wer beim TVJ einmal reinschnuppern möchte, der kann dies an jedem Montag in der Anfängergruppe beim Training (ab 18 Uhr) in der Halle am Blücherweg. Oder meldet sich bei Abteilungsleiterin Irene Dölle, die die D-Trainer-Lizenz besitzt und ab sofort auch Co-Trainer innerhalb der C-Lizenz ist. In der Anfängergruppe stehen aktuell bis zu zehn Anfänger und vier fortgeschrittene Spieler hinter den Tischen.

Mannschaftszahlen gehen bei Herren und Damen zurück

Die Nachwuchsprobleme der Jahner machen sich indes auch in den Mannschaftszahlen der Abteilung deutlich: „Bei den Damen haben wir in dieser Spielzeit nur noch drei anstatt vier Teams für den Punktspielbetrieb gemeldet“, bedauert Dölle. Auch die Männer haben einen Rückschritt von drei auf zwei Mannschaften zu verzeichnen. Abgänge von Spielern kann der Klub spürbar nicht verkraften. Deshalb möchte der TV Jahn neben Kindern auch Erwachsene ansprechen, die vielleicht Lust auf Tischtennis haben. Denn auch die erste Herren spielt nach Hochzeiten aktuell nur in der 1. Kreisklasse. „Das soll sich langfristig mit dem Aufbau der Jugend mit vielen neuen Ideen ändern“, hofft Dölle.

Dabei weiß die Tischtennissparte den Verein als verlässlichen Partner an ihrer Seite. Gelder wurden genehmigt, um Kurse für Trainerlizenzen zu belegen. Erste Anmeldungen hierfür sind bereits erfolgt. Alte Tischtennisplatten wurden schon gegen neue ausgetauscht. Als ein besonderes Highlight ist vor kurzem ein Topmodell eines Tischtennis-Roboters angeschafft worden. Dieser kommt im Training regelmäßig zum Einsatz. „Das ist ein echt tolles Ding, an dem Jüngere wie auch unsere Älteren mit Begeisterung üben“, schwärmt Irene Dölle.

Fusioniert die Tischtennis-Sparte mit dem Delmenhorster TB?

Die Bereitschaft, Dinge im Verein anzupacken, sei da. „Dafür werden wir als Gruppe viel investieren und die Verantwortung künftig noch auf mehr Schultern verteilen. In der Hauptsache wollen wir den Kindern und Eltern Verlässlichkeit bieten.“ Als weiterer Schritt ist die enge Kooperation mit diversen Schulen angedacht.

In den nächsten Monaten wird die Jahn-Verantwortlichen zudem das Thema „Fusion mit der Sparte des Delmenhorster TB“ beschäftigen. Während Jahn bekanntlich über einen größeren Anteil Damen im Klub verfügt, ist die Damenabteilung bei den Annenheidern mit nur einer Mannschaft in der Kreisliga sehr überschaubar. Genau andersherum verhält es sich im Männerbereich. Hier würde vor allem Jahn profitieren, da Turnerbund in der Breite mit sechs Mannschaften bestens aufgestellt ist. Ob es einmal tatsächlich zu einer Fusion mit dem Nachbarn kommt, steht im Augenblick indes noch in den Sternen.