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Topspiel am Samstag SV Atlas plant gegen Kickers Emden den Zuschauerrekord

Von Daniel Niebuhr | 01.04.2017, 00:02 Uhr

Dem SV Atlas Delmenhorst winkt gegen Kickers Emden eine historische Kulisse. Mehr als 1000 Karten sind für den Landesliga-Gipfel bereits weg. Das Spiel steigt unter hohen Sicherheitsvorkehrungen.

Im November 2014 waren es mal 1400. Damals, als der SV Atlas noch Bezirksligist war, kam im Delmenhorster Stadion gegen den Nachbarn und Titelrivalen VfL Wildeshausen die größte Kulisse zusammen, die Atlas seit der Wiedergründung 2012 zu einem Heimspiel angelockt hat. 1400 Zuschauer, das ist eine gewaltige Zahl für ein Bezirksligaspiel – aber auch eine, die man sich vielleicht nicht mehr allzu lange merken muss.

Fällt die Stadtderby-Marke?

Am Sonntag läuft der vor fünf Jahren neuformierte SV Atlas ab 15 Uhr zum 71. Mal in einem Ligaspiel vor eigenem Publikum auf, mit Kickers Emden ist der Gegner nicht nur ebenfalls ein ehemaliger Drittligist mit glorreicher Vergangenheit, sondern auch noch ein Gegner im Rennen um die Landesliga-Meisterschaft. Und eine neue Zuschauerbestmarke ist, wenn man Bastian Fuhrken zuhört, nicht nur in Sicht – sie ist geradezu eingeplant. Der Teammanager hat im Atlas-Lager den wohl besten Überblick über den zu erwartenden Publikumsverkehr; allein die Summe aus den Dauerkarten, den im Vorverkauf abgesetzten Tickets und den Bestellungen aus Emden liegt bereits bei über 1000. „Wir wollen natürlich den Rekord knacken“, sagt Fuhrken, der aber auch schon mit der nächsthöheren Marke liebäugelt: Das bestbesuchte Ligaspiel der Neuzeit im Stadion an der Düsternortstraße war das Stadtderby Atlas gegen Tur Abdin ebenfalls 2014 mit 1780 Fans – offiziell war es ein Heimspiel für Tur Abdin.

Verein und Polizei stimmen sich ab

Große Kulissen verlangen allerdings auch viel Vorbereitung – und die Paarung Atlas gegen Emden noch einmal etwas mehr. Im September 2016, als die Kickers das Hinspiel mit 4:2 gewannen, prügelten sich nach dem Abpfiff Fans beider Mannschaften und von auswärts angereiste Krawallmacher – Vereine und Polizei sind vor dem Rückspiel gewarnt. „Wir wissen, was damals passiert ist, und bereiten uns gemeinsam mit Atlas gewissenhaft vor“, sagt Polizeisprecherin Désirée Krikkis. Fuhrken, der am Dienstag beim Abschlussgespräch dabei war, bestätigt die enge Zusammenarbeit. „Das läuft die ganze Zeit auf Augenhöhe“, sagt der Manager, dessen Verein neben den Ordnern selbst mehr als 20 professionelle Sicherheitsleute abstellen wird und die Fans durch verschiedene Eingänge schickt – auch aus der Befürchtung heraus, dass erneut Chaoten aus anderen Städten kommen. Die Gäste-Fans erreichen ihre Plätze über die Düsternortstraße, die Atlas-Anhänger über den Hasporter Damm.

Nach Spielschluss werden zunächst die Emder Fans aus dem Stadion geführt, erst dann das restliche Publikum. „Wir wollen, dass alle ein friedliches Fußballfest genießen können. Ich denke, man kann uns da vertrauen“, sagt Fuhrken.

Vorverkauf endet am Freitagabend

Wer die vollen 90 Minuten sehen will, sollte dieses Mal deutlich vor dem Anpfiff um 15 Uhr zum Stadion kommen; es wird mit langen Warteschlangen gerechnet. „Wir haben durch die Sicherheitsvorkehrungen einen engen Zeitplan“, erklärt Fuhrken und kündigt an: „Der Schiedsrichter wird um 15 Uhr anpfeifen und nicht noch zehn Minuten warten.“ Noch bis Freitagabend läuft der Vorverkauf an den offiziellen Stellen – der Vereinsgaststätte Jan Harpstedt (Hasporter Damm) und bei Intersport Strudthoff (Lange Straße) –; Fuhrken appelliert noch einmal an die Fans, sich die Tickets schon vor dem Spieltag zu besorgen. 200 Sitzplatzkarten waren, Stand Donnerstagabend, noch zu haben.

Atlas, mit fast 900 Fans im Schnitt ohnehin mit großem Abstand Zuschauermagnet der Liga, will die Bühne auch nutzen, um sich selbst zu präsentieren. Für die Sponsoren wird ein großes Zelt errichtet, 30 Kinder aus dem Atlas-Nachwuchs laufen mit den Teams ein und helfen als Balljungen. Der Aufbau im Stadion beginnt bereits am Samstag. „Wir freuen uns tierisch auf dieses Event“, sagt Fuhrken. Von der sportlichen Brisanz gar nicht zu reden: Mit einem Sieg würde Atlas weiter Tabellenführer bleiben. Was passen würde: Am Mittwoch ging die Bewerbung für die Oberliga in die Post.