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Torwart wechselt zu Preußen Münster Delmenhorster Patrick Drewes verlässt die Schweiz

Von Klaus Erdmann | 14.06.2016, 21:07 Uhr

Patrick Drewes, der beim TuS Heidkrug das Fußballspielen erlernt hat, wurde vom Bundesligisten VfL Wolfsburg an das Drittligateam Preußen Münster ausgeliehen. Zuletzt war der 23-jährige Torhüter beim FC Wil in der zweiten Schweizer Liga aktiv.

Nach seinem einjährigen Gastspiel beim Schweizer Zweitligisten FC Wil 1900 schlägt Patrick Drewes, der das Fußballspielen beim TuS Heidkrug erlernt hat, seine Zelte wieder in Deutschland auf. Der 23-jährige Torhüter, der 2008 zum VfL Wolfsburg wechselte und dort einen Vertrag bis zum 30. Juni 2018 besitzt, läuft in der Saison 2016/17 in der 3. Liga auf. Bundesligist VfL Wolfsburg hat ihn an den Traditionsverein Preußen Münster ausgeliehen.

Am Dienstag hat er „alles offiziell gemacht“. Drewes: „Ich habe meine Unterschrift unter den Vertrag gesetzt und bin öffentlich präsentiert worden.“

Torwart will sich weiterentwickeln

Mit welchen Erwartungen geht er nach Münster? „Ich wollte wieder in Deutschland spielen und will mit dem Verein in der 3. Liga gute Leistungen zeigen und erfolgreich Fußball spielen“, lautet die Antwort. Er wolle sich Schritt für Schritt weiterentwickeln – wie bereits in der Schweiz. Dieser Schritt sei sehr interessant, sagt der Fußballer, und: „Es ist mein Ziel, dauerhaft in Deutschland zu spielen.“

Spiele aus der 3. Liga werden in der Sportschau und in den Dritten gezeigt. Es hat sich einiges getan. „In den letzten Jahren ist das Interesse an der 3. Liga gestiegen. Das Niveau, die Stadien, die Vereine – alles hat sich positiv entwickelt. Es ist eine interessante Liga“, erklärt Drewes. Nichts gegen Wil, aber in Münster rückt er mehr ins Rampenlicht. Und: Bei den Preußen scheinen sie sich einiges vorzunehmen. Zehn Neuzugänge stehen beim Neunten der vergangenen Saison zu Buche.

32 Spiele für den FC Wil

Seinen Aufenthalt in der Schweiz verbucht er in der Rubrik „positiv“. Zwar hatte man sich in Wil mehr vorgenommen. Der Verein wurde in der Challenge League „nur“ Dritter. Aber persönlich, sagt er, sei er zufrieden. „Es hat sich erfüllt, was sich erfüllen sollte“, betont Drewes, der 32 von 34 Punktspielen bestritten hat. Er habe auf einem höheren Niveau als das, das die Regionalliga biete, Spielpraxis sammeln wollen. Er wollte das Interesse wecken. Und siehe da: Seine Leistungen wurden verfolgt. Auch in der Schweiz. Der Beweis heißt Preußen Münster.

Was hat ihm die Zeit im Nachbarland abgesehen vom Fußball gebracht? „Ich nehme viele positive Sachen mit“, antwortet der gebürtige Delmenhorster. Er habe Land und Leute kennengelernt und den Einfluss anderer Länder wie Italien und Frankreich auf den Schweizer Fußball. „Ich habe einen Schritt weiter zur Selbstständigkeit gemacht und mich persönlich weiter entwickelt“, unterstreicht Drewes.

EM-Qualifikation wurde in der Schweiz gefeiert

Natürlich reden wir über die Europameisterschaft. Der Hype um die EM sei auch in der Schweiz sehr groß und der Fußball besitze neben dem Eishockey einen hohen Stellenwert, berichtet Drewes. „Die Qualifikation wurde gefeiert. Sie ist für die Schweiz nicht so selbstverständlich wie für Deutschland. Die Nationalmannschaft steht hoch in Kurs und die Schweizer, die fußballbegeistert sind, verfolgen die EM sehr genau“, sagt der Torhüter. So stark wie in Deutschland sei das Interesse allerdings nicht ausgeprägt. Von Fanmeilen wie in Berlin sei ihm nichts bekannt.

„Die Schweizer Mannschaft ist froh“, sagt Drewes, „dass sie mit dem 1:0 gegen Albanien gut ins Turnier gekommen ist.“ Es sei ein sehr spezielles Spiel gewesen, denn viele Schweizer Nationalspieler seien albanischer Herkunft. Emotionen hätten eine große Rolle gespielt. Sein Interesse an dem Schweizer Team sei größer als vorher.

Die letzten Spiele in der Challenge League fanden Ende Mai statt. Eine Woche lang hat Patrick Drewes Urlaub gemacht. Einige Tage bleibt er noch in Delmenhorst. Am Sonntag beginnt er mit den Vorbereitungen auf die Saison 2016/17. Nächste Station: Münster.