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Toyota-Engelbart-Cup 2017 HSG Delmenhorst verpasst Turniersieg nur knapp

Von Klaus Erdmann | 20.08.2017, 20:57 Uhr

Der Toyota-Engelbart-Cup 2017 der HSG Delmenhorst in der Stadionhalle lockt an drei Tagen rund 1000 Zuschauer an. Gastgeber HSG Delmenhorst zeigt sich in sportlicher und organisatorischer Hinsicht zufrieden.

Die Handballer des VfL Edewecht haben erstmals den „Toyota-Engelbart-Cup“ gewonnen. In einem spannenden Endspiel in der Stadionhalle siegte der Oberligist gegen den klassentieferen Gastgeber HSG Delmenhorst mit 12:11 (9:9) nach Entscheidungswerfen. Rang drei belegte die HSG Nienburg, die sich in einem Treffen zweier Oberligisten mit 22:19 gegen die HSG Schwanewede/Neunkirchen durchsetzte. HSG Grüppenbühren/Bookholzberg und TSG Hatten-Sandkrug (beide Verbandsliga) nahmen die Plätze fünf und sechs ein. Position sieben teilten sich Landesligist HSG Delmenhorst II und die TS Hoykenkamp (Verbandsliga).

Die HSG zeigte sich in sportlicher und organisatorischer Hinsicht zufrieden. Erstmals fand das Turnier an drei Tagen statt (zuvor zwei), erstmals wirkten acht (statt sechs) Teams mit. Rund 1000 Zuschauer verfolgten das interessante Vorbereitungsturnier, das 20 Spiele (30 Minuten) umfasste. „Es ist alles gut gelaufen“, freute sich Vorsitzender Jürgen Janßen, der an der Spitze des Organisationsstabes stand.

HSG Delmenhorst verliert Finale knapp

Das Finale krönte das gelungene Event. Es entwickelte sich eine packende und kampfbetonte Auseinandersetzung, in der die Unparteiischen einige nicht nachvollziehbare Entscheidungen trafen. In dem intensiv geführten Spiel, in dem HSG-Trainer Jörg Rademacher („Ich habe dem Schiedsrichter nur gesagt, er soll auf Ballhöhe stehen“, 10. Minute) und auch ein Edewechter Spieler (22.) die Rote Karte sahen, hieß es nach 3:1, 6:6 und 9:7 für HSG am Ende der regulären Spielzeit 9:9. Im Siebenmeterwerfen behauptete sich Edewecht.

Im Halbfinale hatte es HSG besser gemacht. Hier siegte sie gegen Schwanewede/Neuenkirchen mit 19:17 (15:15) nach Entscheidungswerfen. In dieser Partie standen Rademacher aufgrund von Verletzungen, beruflichen oder privaten Terminen nur sieben Feldspieler zur Verfügung. 1:3, 5:3, 9:5, 12:7, 13:11 und 15:15 lauteten die Spielstände aus Sicht der HSG.

Jörg Rademacher zufrieden

„Ich bin mit dem Verlauf zufrieden“, erklärte Rademacher, der den „Toyota-Engelbart-Cup“ in den beiden vergangenen Jahren mit dem TV Neerstedt gewonnen hatte. „Wir hatten einige Verletzte und haben Leute geschont“, fügte er hinzu. So fehlte beispielsweise Tim Coors (kam vom Drittligisten HF Springe), der über Rückenprobleme klagt. Die drei übrigen HSG-Neuzugänge – Marius Voß (ATSV Habenhausen), Ole Goyert (TV Neerstedt) und Thies Kohrt (SVGO Bremen) – wirkten mit.

Mit Nienburg und der HSG Schwanewede ließ der Gastgeber zwei Oberligisten hinter sich. „Wir haben gut gedeckt, aber vorne gab es viel Leerkauf. Das Offensivspiel müssen wir noch nachjustieren. Insgesamt ist noch viel Luft nach oben“, analysierte der Coach der HSG.

HSG Grüppenbühren/Bookholzberg probiert viel aus

Auch Rademachers Kollege Kollege Andreas Müller, der bei der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg auf dem Regiestuhl sitzt, zog ein zufriedenstellendes Fazit. Man sei schwer in die Gänge gekommen, habe sich jedoch gesteigert. Am Samstag gab es Erfolge gegen die Ligakonkurrenten Hoykenkamp (12:10) und Hatten-Sandkrug (16:11). Beim „Best Of The Rest“ sei man vorne, stellte Müller fest. „Ich habe jüngeren Spielern die Chance gewährt, sich zu präsentieren. Ich habe positive Sachen gesehen. Die nehmen wir in die kommende Saison mit“, sagte er ferner.

Nach dem 17:17 im Spiel um den siebten Platz verzichteten Delmenhorst II und Hoykenkamp auf das Siebenmeterwerfen. Der Coach der TSH, Adrian Hoppe, verwies darauf, dass nur wenige Feldspieler zur Verfügung gestanden hätten. „Wenn nur einer von fünf Rückraumspielern da ist, bringt es der Mannschaft wenig“, sagte Hoppe, der seiner Mannschaft eine „kämpferisch ordentliche Vorstellung“ attestierte.

HSG Delmenhorst II für Saisonstart optimistisch

Die HSG Delmenhorst II, einziger Landesligist, errang gegen Sieger Edewecht ein 12:12. Trainer Timo Hermann betonte: „Als Landesligist haben wir gut mitgehalten.“ Allerdings sei es problematisch, wenn man die Chancen nicht verwerte. „Ich sehe uns auf einem guten Weg und blicke der Saison optimistisch entgegen“, lautete Hermanns Fazit.

Namensgeber Manfred Engelbart hatte den Etat für dieses Handball-Highlight, bei dem der Verband erstmals für die kostenintensiven Schiedsrichter-Ansetzungen sorgte, auf 2800 Euro aufgestockt. 200 Euro erhielt Edewecht und 125 Euro nahmen die Delmenhorster in Empfang. 75 bzw. 50 Euro gingen an Nienburg und Schwanewede/Neuenkirchen.

Am Donnerstag mehr Zuschauer als erwartet

Vereinschef Janßen unterstrich, dass sich die Ausweitung auf drei Tage und acht Teams bewährt habe. „Bei den Spielen am Samstag müssen wir mehr rechnen“, meinte er mit Blick auf die Tatsache, dass das Endspiel mit 45 Minuten Verspätung begann. In Erwartung von relativ wenigen Handballfreunden seien am Donnerstag keine Getränke und Speisen angeboten worden. Doch dann sei man überrascht worden: „Es waren rund 200 Zuschauer da.“ Ein Punkt, der sich auf Jürgen Janßens To-Do-Liste für den „Toyota-Engelbart-Cup 2018“ wiederfinden wird.