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Trainer freut sich auf die Bezirksliga Thomas Baake und der Respekt vor der Coachingzone

Von Klaus Erdmann | 04.06.2015, 09:22 Uhr

Thomas Baake will für seine Spieler mehr sein als „nur“ ein Übungsleiter. Wenn alles nach Wunsch läuft, beendet er die Fußball-Saison 2014/15 mit vier Titeln – seinem ganz persönlichen Quadruple.

„Nicht eine.“ Thomas Baake schmunzelt. Es ist die Antwort auf die Frage, wie viele der 1350 Punktspielminuten (ohne Nachspielzeiten), die Fußball-Kreisligameister VfL Stenum auf eigener Anlage am Kirchweg absolviert hat, er denn auf der Bank gesessen habe. Er habe es in Hude mal kurz versucht, so der Trainer des Bezirksliga-Aufsteigers, aber: „Ich habe mich unwohl gefühlt.“ Experiment beendet. Er sei gerne aktiv und müsse die Freude ausleben.

Respekt vor der Coachingzone

In der neuen Spielklasse, aus der Stenum vor zwei Jahren abgestiegen ist, sind dem ausgeprägten Bewegungsdrang allerdings Grenzen gesetzt. Stichwort: „Coachingzone“. Baake: „Ich bin dann etwas angebunden, aber ich finde einen Weg.“ In der Bundesliga sei die Coachingzone gut, „aber in der Bezirksliga?“. Das sei etwas hart, aber er werde sich daran gewöhnen. Der Respekt vor dem begrenzten Arbeitsfeld ist unüberhörbar.

Auswärtsspiel bei Hürriyet der Knackpunkt

Unüberhörbar ist aber auch, dass sich Baake auf die Bezirksliga freut. 72 Punkte, 117:30 Tore, sieben Zähler Vorsprung gegenüber Vizemeister RW Hürriyet, 40 Punkte auf eigenem Platz („Bei unserer einzigen Heimniederlage war ich im Urlaub“), in acht der letzten neun Partien zu Null gespielt – der VfL hat den Aufstieg zweifelsohne verdient. Knackpunkt sei das Spiel bei Hürriyet gewesen. Im Falle einer Niederlage, so Baake, hätte der Rückstand auf dieses Team acht Punkte betragen. Stenum siegte am 23. November mit 4:2 und lag nur noch zwei Zähler zurück. „Die Mannschaft hat damals gezeigt, dass sie mit Drucksituationen umgehen kann“, betont der Trainer.

Nur Lob für die Mannschaft

Die Mannschaft – sie lobt Baake in höchsten Tönen. Er sagt Positives über Erfahrene . Es habe ihn überrascht, dass die Defensive – über einen langen Zeitraum mit zwei 19-jährigen Innenverteidigern – so schnell zusammengefunden habe. Ein wichtiger Faktor sei auch gewesen, dass drei Torhüter zur Verfügung gestanden hätten.

Schlittenfahrten auf dem Kirchweg

In diesem Jahr ist Stenum ungeschlagen. „Das liegt auch an der intensiven Vorbereitung im Winter“, erklärt der 45-Jährige. Er habe ein Konzept ausgearbeitet. „Variables Winterquartier“, nennt er es scherzhaft. Abwechslung ist Trumpf. Dazu gehören durchaus auch Schlittenfahrten auf dem Kirchweg. Baake gewährt einen kleinen Einblick in seine Philosophie: „Ich möchte nicht nur Trainer, sondern auch für die Jungs da sein. Ich hab immer ein offenen Ohr.“ Das gelte auch für private Gespräche.

Dienstags und donnerstags nur Fußball im Kopf

Er berichtet, dass die Spieler sich auch außerhalb des Fußballs träfen und viel Zeit auf der Anlage verbrächten. Den Dienstag und den Donnerstag widme er dem Fußball. Die Anlaufstelle sei dann fast Open End geöffnet, sagt Baake, und fügt hinzu, dass das „Gesamtpaket“ stimmen müsse.

Panzram und Bruns „Gold wert“

Zu seinem Trainer- und Betreuerteam gehören Klaus Panzram (Abteilungsleiter) und Werner Bruns (Jugendleiter). „Sie sind Gold wert“, unterstreicht Baake. Er sei froh darüber, dass Bruns weitermache.

Der Titelhamster

Nachdem er mit den Stenumer Herren Meisterschaft und Pokalsieg errungen hat, winken ihm diese Titel auch mit den D-Junioren, für die er ebenfalls verantwortlich ist. Das wäre dann sein ganz persönliches Quadruple. „Dann könnte ich eigentlich aufhören“, sagt Baake. Und lacht. Man hätte ihm diese Aussage auch ohne das Lachen nicht geglaubt.

P. S. Macht ein engagierter Trainer wie er eigentlich mal Urlaub? „Ich werde eine Woche Familienurlaub auf Wangerooge machen“, sagt Thomas Baake. Und: „Zum ersten Pokalspiel bin ich aber wieder da.“