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Trainerduo bleibt bis 2019 SV Atlas verlängert mit Jürgen Hahn und Marco Büsing

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 23.11.2016, 10:59 Uhr

Es schien nur eine Formsache, jetzt ist es offiziell: Fußball-Landesligist SV Atlas Delmenhorst hat die Verträge mit seinen Trainern Jürgen Hahn und Marco Büsing vorzeitig verlängert – und zwar um zwei Jahre bis Juni 2019. Das gab der SVA am Mittwochmorgen bekannt.

Es muss ein echtes Gespräch unter Männern gewesen sein. So zumindest beschreibt Jörg Borkus die Vertragsverlängerung des SV Atlas Delmenhorst mit seinen Landesliga-Trainern Jürgen Hahn und Marco Büsing. „Wir haben uns kurz in die Augen geschaut, per Handschlag alles geklärt – und dann waren beide Seiten super zufrieden“, erzählt der Atlas-Vorsitzende über die kurzen Verhandlungen mit Chef-Coach Jürgen Hahn und dessen Co-Trainer Marco Büsing.

Natürlich werden auch beim SVA die Vertragsinhalte per Unterschrift festgehalten. Doch was Klubchef Borkus ausdrücken will, ist dies: Es gab von beiden Seiten, sprich Atlas-Vorstand und Trainer-Duo, keinerlei Anzeichen, dass die seit Sommer 2013 äußerst erfolgreiche Zusammenarbeit (zwei Aufstiege in drei Jahren) beendet werden sollte – weshalb die im Juni 2017 auslaufenden Kontrakte des Trainer-Duos wie schon bei der ersten Vertragsverlängerung im Januar 2015 abermals um gleich zwei Jahre verlängert wurden, nämlich bis zum Juni 2019. Hahn und Büsing wären dann sechs Jahre ununterbrochen als Trainer im Amt; ein Zeitraum, der für Trainer in früheren, unruhigeren Atlas-Zeiten ziemlich illusorisch schien. Doch die aktuelle Atlas-Führung setzt auf Kontinuität. „Wir sind sehr froh und glücklich, dass Jürgen und Marco weitermachen“, betont Borkus und lobt die gemeinsamen Vorstellungen, „die so was von ideal sind“.

Jürgen Hahn findet das Paket Atlas „absolut positiv“

Es sind Worte, die in fast identischer Form auch Jürgen Hahn wählt. Zu den Gründen, seiner Vertragsverlängerung befragt, sprudelt es aus dem gebürtigen Bayer nur so heraus. „Wir haben die vergangenen dreieinhalb Jahre höchst erfolgreich zusammengearbeitet. Es ist ein tolles Zusammenspiel von allen Beteiligten. Die Mannschaft setzt die Vorgaben genau so um, wie wir es uns wünschen. Dazu haben wir ein grandioses Umfeld und überragende Fans – das Paket ist absolut positiv“, schwärmt der 45-Jährige und bringt seine Beweggründe für die Vertragsverlängerung auf diesen Punkt: „Atlas ist ein Traditionsverein mit einem riesen Potenzial.“ (Weiterlesen: Jürgen Hahn bestreitet sein 101. Spiel als Atlas-Trainer)

Deshalb hätten Büsing und er überhaupt keine Gedanken gehegt, den SVA zu verlassen – wobei es in der Vergangenheit durchaus Angebote von höherklassigen Vereinen aus der Oberliga gab, wie Hahn erzählt. In der Stimme von Jörg Borkus ist deshalb auch die gewisse Art Erleichterung hörbar, dass sich der Vorstand trotz der Begehrlichkeiten für Hahn und Büsing nicht mit der Trainer-Suche beschäftigten muss. Der Atlas-Chef räumt ein, „dass wir bei den Gesprächen mit Jürgen und Marco auf Grund ihrer Erfolge eigentlich in der schlechteren Ausgangslage gewesen sind.“ Denn: „Im näheren Umfeld hätte ich für die beiden keinen adäquaten Ersatz gesehen.“ Das sehen anscheinend auch die SVA-Spieler so. Die Stimmung in der Kabine kurz vor dem Training, wo die Nachricht von der Vertragsverlängerung der Trainer bekannt gegeben wurde, ist laut Jörg Borkus „euphorisch“ gewesen. (Weiterlesen: Jörg Borkus im dk-Interview)

Der schlafende Riese SV Atlas möchte in die Oberliga

Die frühzeitige Vertragsverlängerung von Hahn und Büsing ist für Borkus vor dem Heimspiel am Sonntag (14 Uhr) gegen Vorwärts Nordhorn „natürlich auch ein Signal“ an mögliche Nezugänge und die Sponsoren, an das Umfeld und die Fans. „Jetzt wissen alle, woran sie sind“ – und wo die Reise für den schlafenden Riesen SV Atlas kurz- bis mittelfristig noch hingehen soll: nämlich in die Oberliga. „Das ist das Ziel, auf das wir hinarbeiten. Wir sind mit unserer Entwicklung noch lange nicht am Ende“, sagt Trainer Hahn. „Aber Schritt für Schritt.“ Der Druck, unbedingt aufsteigen zu müssen (wie noch aus der Kreis- oder Bezirksliga), sei nicht da, erklärt Hahn, der mit seiner Mannschaft aktuell auf Rang vier der Landesliga-Tabelle liegt.

Auch Borkus sagt: „ Wir müssen nicht sofort aufsteigen, würden uns aber auch nicht dagegen wehren.“ Fest steht auf jeden Fall dies: Atlas wird im Frühjahr die formelle Zulassung für die Oberliga beantragen. „Das machen wir zu 100 Prozent“, betont Borkus und findet: „Die Fußball-Region würde einen Oberligisten wie uns definitiv gut vertragen.“

Jürgen Hahn: „Langweilig wird es bei Atlas nie ...“

Ihre Sinne wollen die Atlas-Verantwortlichen zukünftig aber nicht nur für die erste Mannschaft, sondern für das gesamte blau-gelbe Umfeld weiter schärfen. Für Borkus bleiben die mäßigen Trainingsbedingungen im Stadion, das schlechte Flutlicht und der Wunsch nach einem Kunstrasenplatz in Delmenhorst ein Dauerthema. „Wir sind in Gesprächen mit der Stadt. Wir arbeiten hart daran, damit sich im Stadion etwas verbessert“, sagt Borkus und blickt mit einer Mischung aus „Hochachtung, Respekt und Neid“ auf die Infrastruktur bei umliegenden Vereinen. (Weiterlesen: Kunstrasenplatz in Delmenhorst?)

Auch Hahn wünscht sich mit Blick auf den Atlas-Unterbau, sprich die zweite Mannschaft und die Jugend, „dass wir uns in diesen Bereichen weiter kontinuierlich verbessern“. Auch wenn das nicht von heute auf morgen zu realiseren sei. Aber: „Es tut sich immer etwas bei Atlas“, sagt der Ex-Regensburger und ergänzt mit einem Lachen: „Langweilig wird es hier nicht.“