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Trainerin reißt Tänzer mit Hip-Hop-Gruppen des TSZ Delmenhorst auf Erfolgskurs

Von Lars Pingel | 24.03.2015, 22:38 Uhr

Berenike „BEE“ Benke ist mit Hip-Hop-Gruppen des Tanzsportzentrums Delmenhorst bei vielen großen Wettbewerben erfolgreich. Die „Ambition Crew“ und die „Quick Tempered Crew“ haben sich für die Bundesliga qualifiziert. Außerdem organisiert die Trainerin auch Workshops.

Berenike Benke, die eigentlich nur „BEE“ genannt wird und so alles außer offizielle Dokumente unterschreibt, ist immer auf der Suche nach einer neuen Bewegung, einem neuen Schritt. „Ich versuche einfach, kreativ zu sein“, erzählt die Trainerin der Hip-Hop-Wettkampfgruppen im Tanzsportzentrum Delmenhorst, wie ihre Choreografien entstehen. „Ich gucke, was ich für Gelenke habe und was ich damit machen kann.“ Die Ergebnisse präsentieren, Tänzerinnen und Tänzer dann auch in Wettbewerben – mit großem Erfolg.

Trainerin würde „am liebsten richtig weit gehen“

Die Gruppen profitieren aber nicht nur von Benkes Kreativität. Auch ihr Ehrgeiz reist sie mit. „Ich würde am liebsten richtig weit gehen“, sagt die 23-jährige Bremerin. Grenzen setzt aber oft das Geld: „Wir haben uns für die Europameisterschaft qualifiziert. Doch die Teilnahme können wir nicht finanzieren.“

Streetdance Contest in Delmenhorst am 27. Juni

Die TSZ-Gruppen treten in Wettkämpfen an, die verschiedene Verbänden ausrichten. Das macht die Arbeit für die Trainerin komplizierter. Sie muss die Tänze an deren Anforderungen anpassen, die sich oft deutlich voneinander unterscheiden.

Die Erfolge, die „ihre“ Gruppen feiern, können sich sehen lassen: Die „Sunnys“, die Benke mit Sabine Wittenfeld betreut, gewannen 2014 den Deutschland-Cup im Video-Clip Dancing. Den, die deutschen Meisterschaften und die Bundesliga richtet die Firma IVM aus. Für die Bundesliga qualifizieren sich alle Formationen, die bei der DM das Finale erreichen. Sie sind im Folgejahr für die Regionalturniere gesperrt und tanzen in ihrer eigenen Leistungsklasse. Mit dabei sind die „Ambition Crew“ und die „Quick Tempered Crew“ des TSZ. Die Delmenhorster werden auch in Meisterschaften der Deutschen Tanzlehrer- und Hip-Hop-Tanzlehrer-Organisation vertreten sein. Und natürlich beim eigenen „Streetdance Contest“ am 27. Juni.

Mit vier Gruppen studiert Benke die Choreografien ein, bereitet sie auf die Wettkämpfe und Show-Auftritte vor. Es sind die „Sunnys“ (9-10 Jahre), „The Rock“ (11-13 Jahre), die „Quick Tempered Crew“ (13-14 Jahre) und die „Ambition Crew“ (15-17 Jahre). „Jede besteht aus 20 Leuten“, erklärt sie. „Die Grenze ist 24.“ Und sie betreut Duos und Solotänzer. Trainiert wird montags, donnerstags und freitags. „Wir machen oft noch Extratraining“, berichtet Benke. „Das müssen die Gruppen dann schon einmal selbst organisieren. Zum Beispiel, wenn sie 20 Minuten laufen gehen sollen.“

Wer Benke danach fragt, was sie motiviert, bekommt kein sportliches Ziel als Antwort. „Ich möchte Jugendlichen einen Raum geben, in dem sie an etwas anderes denken können als an die Schule. So wie es bei mir war“, sagt sie. Beim Kindertanz, Jazzdance und beim Ballett entdeckte sie den Spaß an der Bewegung zur Musik. Dass sie ihre Leidenschaft, den Hip-Hop, fand, verdankte sie ihrer Mutter, die eine Zeitungsanzeige sah, in der eine Gruppe in Vegesack Verstärkung suchte.

Zwei Jahre später, Benke war 16 Jahre alt, hörte die Trainerin auf. Benke, jüngstes Mitglied, übernahm. „Ich bin da so reingerutscht“, sagt sie. Schnell war klar: Das ist es. „Ich hatte keinen Kopf für irgendwas anderes. Ich wollte jeden Tag Kurse unterrichten“, erzählt sie. „Zeitweise waren es 13 Gruppen.“ Dabei rückte die Jugendarbeit in ihren Fokus. Sie wird ihr Beruf. Benke ist in der Ausbildung zur Bewegungspädagogin. „Ich überlege, ob ich danach ein Lehramtsstudium beginne.“

Trainer aus Tanzschule von Detlef D! Soost zu Gast

Das Unterrichten „habe ich mir selber beigebracht.“ Sie lässt sich aber gerne inspirieren. Fast jedes Wochenende reist Benke zu Veranstaltungen. Dort knüpft sie zudem Kontakte, die sie für Kinder und Jugendliche nutzt. Am Wochenende veranstaltete sie im TSZ einen Workshop mit Pelin Terzi und Daniel Asamoah, Choreografen aus der Tanzschule des Fernsehstars Detlef D! Soost in Berlin. 57 junge Tänzer waren begeistert.

Den Weg zum TSZ fand Benke ebenfalls auf einen Hinweis ihrer Mutter. Die hatte 2013 wieder eine Zeitungsanzeige gesehen: Der Verein suchte eine Trainerin. Im TSZ fühlt sich Benke wohl, auch weil sie unterstützt wird: „Ich bin froh, dass wir Eltern haben, die viel Arbeit drumherum machen.“ Das gibt ihr die Zeit, aus neuen Schritten und neuen Bewegungen Choreografien zu machen. Dass sie hofft, dass ihre Tänzerinnen und Tänzer damit weiter Erfolg haben, ist klar. Doch Benke träumt noch von etwas anderem. „Ich wünsche mir, dass sie die Choreografien zu ihren machen, dass sie sie darin ihre Persönlichkeiten zeigen und nicht nur die Schritte nachmachen, die ich ihnen vorgemacht habe.“