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Trainerwechsel in der Bezirksliga SV Tur Abdin und Trainer Höttges trennen sich

Von Daniel Niebuhr | 01.05.2016, 22:49 Uhr

Der abstiegsbedrohte Fußball-Bezirksligist SV Tur Abdin und Trainer Andree Höttges gehen nach dem 0:0 gegen den VfB Oldenburg II getrennte Wege.

Man hätte das Geschehen dieses Sonntagabends möglicherweise erahnen können. Nach dem ernüchternden 0:0 gegen den VfB Oldenburg II ging Andree Höttges am Nachmittag in sich gekehrt etwas abseits des Trubels über den Rasen des Delmenhorster Stadions, bei seiner Analyse wirkte der Trainer des SV Tur Abdin dann ein wenig so, als würde er mit der eigenen Mannschaft fremdeln. Nicht jeder Spieler habe das Bedürfnis, sich weiterzuentwickeln, klagte der Coach: „Diese Leistung ist für mich unbegreiflich.“

„In beiderseitigem Einvernehmen“

Ob er da schon wusste, dass es sein letztes Spiel auf der Bank des Delmenhorster Fußball-Bezirksligisten war, bleibt sein Geheimnis. Jedenfalls gab Manager Stefan Keller am späten Abend bekannt, dass Höttges und der Verein „aufgrund der sportlichen Situation“ die Zusammenarbeit „in beiderseitigem Einvernehmen“ beenden. Man wünsche ihm sportlich wie privat alles Gute, erklärte Keller und lobte die „hervorragende Arbeit“, die der Coach in den vergangenen zweieinhalb Jahren für den Club gemacht habe. Im vergangenen Jahr hatte Höttges die Mannschaft überraschend auf Platz drei geführt.

Keller wird Interimstrainer

Keller wird am Mittwoch im Stadtderby gegen Tabellenführer SV Atlas nun selbst auf der Bank sitzen. Leicht wird die Trennung wohl keiner der beiden Parteien gefallen sein, trotz der aktuell prekären Lage. Nur zwei Punkte trennen Tur Abdin von der Abstiegszone, das Team hatte aus den vergangenen vier Partien nur einen Zähler geholt. Höttges hatte wiederholt die Einstellung einiger Spieler bemängelt, die ihm zu lässig an den Abstiegskampf herangingen. Auch am Sonntag nach der Partie gegen ersatzgeschwächte Oldenburger wiederholte er seine Kritik und vermisste, „den letzten Willen, die letzte Spannung“, die man brauche, um im Tabellenkeller zu bestehen: „Es sind viele gute Einzelspieler. Aber das allein hilft in dieser Situation nicht.“

Kein Abschlussglück gegen Oldenburg

Das ließ sich auch im durchaus bemühten Auftritt gegen die VfB-Reserve erkennen, in dem es im Abschluss bei gut gemeinten Versuchen blieb. Genau eine Großchance brachte Tur Abdin pro Halbzeit zustande. In der 16. Minute landete ein schöner Schuss von Artjom Prieb am Pfosten, in der 47. Minute legte Manuel Celik den Ball nach einer Flanke aus elf Metern am leeren Tor vorbei. Die harmlosen Oldenburger hätten drei Minuten vor dem Ende sogar fast den Siegtreffer erzielt: Christoph Cebullas Schuss sprang vom Pfosten jedoch wieder heraus, was zumindest die vierte Niederlage in Folge für Tur Abdin verhinderte.

Höttges konnte sich über den Punkt nicht freuen und unkte: „Solche Spiele muss man gewinnen, wenn man drinbleiben will.“ Bei allem Ärger wies er allerdings auch darauf hin, dass die Situation für Tur Abdin alles andere als hoffnungslos ist. „Anderen Vereinen geht es schlechter“, sagte er und sprach dem Team als Elftem sogar die „Tabellenführung im Abstiegskampf“ zu. Daraus will nun Keller das Beste machen. Am Mittwoch steht er gegen Liga-Dominator Atlas sportlich aber vor dem schwerstmöglichen Start.