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TSH gewinnt bei Neerstedt II Jan-Luca Linde hält Hoykenkamper Sieg fest

18.10.2015, 16:57 Uhr

Das war ein ganz hartes Stück Arbeit für die TS Hoykenkamp: Im Landesliga-Derby beim TV Neerstedt II behielten die Gäste nur dank ihres energischen Schlussspurtes noch mit 32:30 (18:17) die Oberhand. Der Garant für dieses bis zum Schlusspfiff spannende Spiel war Neerstedt-II-Keeper Dennis Dohle, der die Hoykenkamper Schützen mit insgesamt zwanzig zum Teil tollen Paraden (darunter drei gehaltenen Strafwürfen) fast zur Verzweiflung trieb.

Wer die beiden Trainer nach dem Schlusspfiff beobachte, erlebte ein paradoxes Bild. Der Hoykenkamper Jörn Franke war nur mit den zwei Punkten zufrieden und kritisierte das „lasche Auftreten“ seiner Truppe: „Dafür hätten wir fast die Quittung bekommen. Wir hatten im Training die richtigen Wurfbilder aufgezeichnet, doch nach gutem Beginn hat unser Angriff viele Aktionen nicht wie besprochen abgeschlossen.“

Sein Gegenüber Lutz Matthiesen, der auf vier Akteure aus der ersten Sieben verzichten musste, war trotz der Niederlage zufrieden: „In der Schlussphase fehlte ein wenig die Konzentration, doch wir haben uns sehr gut präsentiert.“

TS Hoykenkamp erwischt den besseren Start

Zu Beginn der Begegnung für die Gäste schon sehr gut aus. Mit druckvollem Tempospiel erarbeitete sich Hoykenkamp immer wieder Chancen, die von den Rückraum-Shootern Nico Skormachowitsch und Hergen Schwarting bis zum 3:7 (8.) zunächst so gut genutzt wurden, dass Neerstedts Coach Lutz Matthiesen die Deckung umstellte und beide Rückraumschützen in kurzer Deckung nahm.

Doch dieser Plan des TVN-Trainers ging nach hinten los. Denn nun wurden die Lücken in der Neerstedter Defensive noch größer und das nutzte die Turnerschaft nun konsequent aus. Über Spielzüge setzte Lennard Timmermann seine Nebenleute immer wieder sehr geschickt in Szene und besonders Rechtsaußen Tim Streckhard bedankte sich dafür in dieser Phase mit vier und am Ende mit insgesamt sieben Toren. So baute die Franke-Sieben ihren Vorsprung nach einem erkämpften Kontertreffern von Timmermann auf 12:7 (15.) aus und schien in der richtigen Spur zu laufen.

Neerstedter Deckungsumstellung zeigt Wirkung

Doch dann gab es plötzlich einen Bruch im Hoykenkamper Spiel. Denn nachdem Matthiesen die Neerstedt Deckung erneut umgestellt hatte, kam der Rückraum der Gäste nicht mehr so gut zum Zuge. Es gab einige Ballverluste im Hoykenkamper Spielaufbau. Damit bauten die Gäste Neerstedt mehr und mehr auf. Denn jeden Ballgewinn nutzte die Matthiesen-Sieben nun, um mit Tempo über die erste und zweite Welle zu einfachen Toren zu kommen. Auch die Paraden von Dohle zeigten bei der Turnerschaft Wirkung. Denn es dauerte fast fünf Minuten, ehe Skormachowitsch mit einem Gewaltwurf den nächsten Treffer zum 11:13 erzielte.

Doch nun waren die Hausherren hellwach. Ihr kämpferischer Einsatz in der Deckung zahlte sich aus und mit vier Toren in Folge hatten die Einheimischen die Partie zum 15:13 (25.) gedreht. Rechtzeitig fanden die Gäste aber wieder ins Spiel, besonders die Einwechslung von Sebastian Rabe machte sich positiv bemerkbar und er erzielte auch die letzten drei Tore vor der Pause zur erneuten knappen 18:17-Führung für die Turnerschaft.

Offener Schlagabtausch nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie dann bei wechselnden Führungen und einem offenen Schlagabtausch immer spannender. Doch selbst eine 24:22-Führung (41.) konnten die Neerstedter nicht weiter ausbauen, denn auch sie vergaben anschließend gute Möglichkeiten, weshalb die Franke-Sieben durch Skormachowitsch und Timmermann erneut ausglich.

Doch Neerstedts Torwart Dohle stand weiterhin im Mittelpunkt des Geschehens, weil er seine seine Mannschaft mit starken Paraden im Spiel hielt. Auch die Schlussphase war heiß umkämpft: Als Hoykenkamp nach dem 28:28-Ausgleich durch den starken Niklas Löding durch Skormachowitsch und Streckhard mit 30:28 in Führung ging, schien sich das Blatt endgültig zugunsten der Gäste zu wenden.

Jan-Luca Linde mit tollen Paraden

Dann musste Gäste-Keeper Gregor Kleefeldt nach einem völlig überflüssigen Foulspiel für zwei Minuten das Feld verlassen – doch die TSH hat bekanntlich zwei starke Torhüter: Jan-Luca Linde kam ins Spiel und hielt mit mit drei ausgezeichneten Paraden kurz hintereinander gegen die Neerstedter Rückraumschützen den schmeichelhaften Sieg für die Gäste fest. Auch Jörn Franke meinte: „Durch die guten Paraden von Dohle entwickelte das Neerstedter Spiel eine ungeahnte Eigendynamik, die uns fast die Punkte gekostet hätte.“