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TSV Ganderkesee Suche nach neuem Vorstand beginnt

Von Lars Pingel | 20.05.2016, 20:52 Uhr

Der TSV Ganderkesee ist nach der außerordentlichen Mitgliederversammlung vom Donnerstagabend nicht mehr handlungsfähig, da alle Posten im geschäftsführenden Vorstand unbesetzt sind. Geschäftsführer Raphael Riekers zeigte sich am Freitag aber optimistisch, dass es gelingt, Kandidaten zu finden.

Die Mitglieder des TSV Ganderkesee sollen sich so schnell wie möglich zur nächsten außerordentlichen Versammlung in Vereinsheim am Immerweg treffen. „Wir brauchen etwas Vorlauf. Laut Satzung müssen wir den Termin zwei Wochen vorher bekannt geben“, erklärte Geschäftsführer Raphael Riekers am Freitag. Er hofft, dass sie noch vor den Sommerferien (ab 23. Juni) abgehalten werden kann. Dann wird es darum gehen, den Verein wieder handlungsfähig zu machen. Seit Donnerstagabend ist im geschäftsführenden Vorstand des Vereins kein Posten mehr besetzt. Während der außerordentlichen Mitgliederversammlung war der 1. Vorsitzende Uwe Vogel zurückgetreten.

Mindestens zwei Vorstandsämter müssen besetzt sein

Dem TSV gehören (Stand Ende 2015) 2209 Mitglieder an, darunter sind 959 unter 18-Jährige. In der Satzung heißt es, dass der Vorstand aus dem 1. Vorsitzenden, zwei stellvertretenden Vorsitzenden und dem Kassenwart besteht. Zwei Mitglieder des Vorstands „vertreten den Verein gerichtlich und außergerichtlich“. Ein stellvertretender Vorsitzende kann das aber nur mit dem 1. Vorsitzenden oder dem Kassenwart. Das erklärt, welche Posten mindestens besetzt werden müssen. „Ich bin hochoptimistisch“, sagte Riekers zu den Aussichten, Kandidaten zu finden. „Es lohnt sich, den TSV weiterzuentwickeln. Er ist aus Ganderkesee nicht wegzudenken.“

In der Versammlung am Donnerstag sollten eigentlich zwei stellvertretende Vorsitzende und der Kassenwart gewählt werden. Zwischen Juni 2015 und März 2016 waren die Amtsinhaber zurückgetreten.

Lange Diskussion über Antrag

Riekers hatte schon am Donnerstag berichtet, dass es Personen gab, die bereit waren, Posten zu übernehmen. Als der Tagesordnungspunkt „Wahlen“ besprochen wurde, kandidierte aber niemand mehr. Dafür war vorher wohl zu viel Unerwartetes passiert. Vogel trat gleich zu Beginn der Sitzung, zu der etwa 90 Personen erschienen waren, zurück. Er sagte, dass ein Antrag, den Mitglieder aus der zweiten bis fünften Männer-Mannschaft und aus der ersten und zweiten Oldie-Mannschaft gestellt hatten, ihm „die Basis entzieht, weiter ehrenamtlich als 1. Vorsitzender des TSV Ganderkesee tätig zu sein“.

In dem Antrag wurde die Bildung und Wahl einer Kommission zur Überprüfung der Personal- und Finanzsituation sowie der Organisationsstruktur des Vereins gefordert. Sie sollte für die Prüfung mit allen Vollmachten ausgestattet werden. Zudem wurde beantragt, die Entlastung des Vorstands zu vertagen.

Der Antrag sorgte für eine längere Diskussion. Die Befürworter erklärten, dass die finanzielle Entwicklung der vergangenen zwei Jahre „zu großer Unzufriedenheit geführt hat“. Vertrauen und Transparenz müssten wieder aufgebaut werden. Der Antrag ginge aber nicht gegen Einzelne, hieß es. „Er soll eine Hilfe sein.“

Staatsanwaltschaft stellt Verfahren ein

Der TSV hatte das Jahr 2014 (62400 Euro) und das Jahr 2015 (16652 Euro) im Minus abgeschlossen. Der Verlust des Vorjahrs war bei der ordentlichen Versammlung am 18. April vor allem mit einem Fehlbetrag von rund 13000 Euro erklärt worden, der im Gastrobereich entstanden sei. Der TSV hatte Anzeige gegen unbekannt erstattet. „Wir haben von der Staatsanwaltschaft die Information erhalten, dass das Verfahren eingestellt wurde“, sagte Riekers am Donnerstag.

Arbeitskreis gegründet

Über den Antrag wurde nicht abgestimmt, auch nicht über die Entlastung des Vorstands. Es wurde aber ein Arbeitskreis gegründet, der die Finanzsituation aufklären und in die Suche nach einem neuen Vorstand eingebunden werden soll. Wichtig ist, sagte Riekers am Freitag, dass Personen gefunden werden, die das Wohl des gesamten TSV im Auge haben: „Wir sind ein Verein mit 14 Sparten.“

Im TSV sollen zwei weitere Arbeitsgruppen entstehen: eine, die sich mit der Erweiterung der Anlage am Immerweg beschäftigt, und eine, die die 125-Jahr-Feier im kommenden Jahr vorbereitet. Für Letztere ist ein erstes Treffen für Sonntag, 5. Juni, 17 Uhr, angesetzt.