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Turnier in Ganderkesee Jahn Delmenhorst wird Hallenkreismeister

Von Frederik Böckmann | 04.01.2015, 17:00 Uhr

Die Fußballerinnen des TV Jahn Delmenhorst haben die Hallenmeisterschaft des Kreises Oldenburg-Land/Delmenhorst gewonnen. Sie gewannen im Finale mit 5:1 gegen die SF Wüsting-Altmoorhausen.

frb Ganderkesee. Gestern Nachmittag um 13.45 Uhr hielt Tim Kirchhoff für einen kurzen Moment inne. Der Vorsitzende von Kickers Ganderkesee blickte aus der Sprecherkabine in der Alten Sporthalle am Steinacker auf die Tribüne und dann lächelte er.„Das ist doch ein schönes Bild. Genauso haben wir uns das ausgemalt“, sagte Kirchhoff. Fast 300 Zuschauer saßen oder standen bei den Kreismeisterschaften der Fußballerinnen auf den Rängen und boten bei den Titelkämpfe des Fußball-Kreises den passenden Rahmen. „Das hat alle unsere Erwartungen übertroffen“, meinte Kirchhoff.

Zu diesem Zeitpunkt, als gerade die entscheidenden Spiele in der Zwischenrunde liefen, hatte sich sportlich schon angedeutet, wer zwei Stunden später den großen Siegerpokal entgegennehmen würde: der TV Jahn Delmenhorst. Der Oberligist wurde seiner Favoritenrolle beim Budenzauber mehr als gerecht und schlug die neu formierte SF Wüsting-Altmoorhausen deutlich mit 5:1. Platz drei belegte der VfL Stenum, der im Duell der Halbfinal-Verlierer den Liga-Rivalen VfL Wildeshausen mit 4:1 bezwang.

„Wir haben gezeigt, dass der TV Jahn Delmenhorst für sehr guten Frauenfußball steht“, strahlte Jahn-Trainer Claus-Dieter Meier und ergänzte: „Wir wollten keinen Kick-and-rush-Fußball bieten, sondern technisch anspruchsvollen Fußball zeigen. Das haben die Mädels sehr gut umgesetzt.“ Der Titelverteidiger war fußballerisch die mit Abstand beste Mannschaft des zweitägigen Turnieres – und nutzte seine spieltechnischen Vorteile auch im Finale gegen Wüsting durch die Treffer von Jana Dasenbrock (3), Sandra Göbel und Tugba Kanli clever aus.

Obwohl der TV Jahn im Endspiel schon mit dem 3:0 nach vier Minuten auf die Siegerstraße eingebogen war, lief die Offensivmaschinerie des Oberligisten bis zum Ende unerbittlich weiter. Aus einem guten Grund: Denn für Jana Dasenbrock ging es noch um die Torjägerkanone. Und mit dem praktisch letzten Angriff des Turniers markierte die 20-Jährige 30 Sekunden vor dem Ende etwas glücklich ihren zwölften Turniertreffer – und zog damit noch an Ann-Kristin Willms (elf Tore) vom VfL Stenum vorbei.

Fußball-Kreis lobt „perfekte Organisation“ der Kickers

„Damit habe ich echt nicht gerechnet. Denn bei uns waren die vielen Tore gut verteilt“, strahlte Dasenbrock und verriet: „Um die Torjägerkanone zu gewinnen, wurde ich kurz vor Schluss extra noch einmal eingewechselt.“ Der Turniererfolg für den Oberligisten stand nie auf wackeligen Füßen. Durch die Vor- und Zwischenrunde war der TV Jahn mit erfrischendem Offensivfußball gestürmt. Am Ende erzielten die Delmenhorsterinnen in den zehn Spielen 61Tore – und kassierten nur zwei. „Wir haben unsere spielerischen Vorteile ganz cool ausgenutzt“, meinte Dasenbrock. Auch der frühe Rückstand im Halbfinale gegen den VfL Stenum brachte den TV Jahn nicht wirklich aus dem Konzept.

Die SF Wüsting-Altmoorhausen nahmen die Endspielniederlage derweil gelassen hin. „Wir haben uns gut verkauft. Gegen den TV Jahn ist es äußerst schwierig zu gewinnen“, meinte Trainer Oliver Gerrits. Zusammen mit seinem Trainer-Pendant Michael Rubel stellte er eine Mixed-Mannschaft mit Spielerinnen aus dem Ex-Oberliga-Team und der Kreisliga-Reserve zusammen.

Nach Anlaufschwierigkeiten in der Vorrunde steigerte sich Wüsting am zweiten Tag. Das lag auch an den starken Leistungen von Torfrau Nina Harms, die zurecht als beste Torhüterin ausgezeichnet wurde. „Wir sind auf einem guten Weg. Unser Ziel für die dieses Jahr ist es nun, als Mannschaft weiter zusammenzuwachsen“, meinte Rubel. Dort will Wüsting II mit den restlichen Spielerinnen des Oberliga-Kaders in der Kreisliga noch um den Aufstieg mitspielen.

Diese Ambitionen haben die Frauen von Kickers Ganderkesee auf dem Feld nicht. Deshalb war der Einzug in die Zwischenrunde für die Gastgeber „schon ein super Erfolg“, wie Klubchef Kirchoff meinte. An diese Leistung konnten die Kickers am zweiten Tag nicht mehr anknüpfen. „Das erste Spiel war ärgerlich, das zweite unterirdisch, im dritten die Luft raus“, kommentierte Kirchhoff die Leistung der Kickers, die in der Zwischenrunde drei Niederlagen kassierten. Schmälern konnte diese Nullrunde seine Laune nicht. „Wir sind super zufrieden mit dem Turnier“, freute sich Kirchhoff über die Arbeit des nur 70 Mitglieder großen Klubs. „Das war eine perfekte Veranstaltung. Besser kann man sie nicht organisieren“, meinte Manfred Nolte vom Fußball-Kreis und gab bekannt: „Kickers kann das Turnier auch im kommenden Jahr ausrichten.“