Ein Angebot der NOZ

TV Jahn Delmenhorst Lynn Janning liebt die zentralen Positionen

Von Klaus Erdmann | 21.12.2017, 08:32 Uhr

Lynn Janning, Fußballerin beim Zweitligisten TV Jahn Delmenhorst, absolviert ab Januar ein Auslandssemester in den USA. Dort will sie auch Fußball spielen.

Nachdem sie sich in den vergangenen Wochen vornehmlich in Friedrichsfehn (Wohnort), Braunschweig (Studium des Ingenieurwesens an der Technischen Universität) und Delmenhorst (Heimat ihres Vereins TV Jahn) aufgehalten hat, lautet das Motto für Lynn Janning nun: „Nächste Station: Oklahoma“. Anlass für den im Januar beginnenden Aufenthalt in dem US-amerikanischen Bundesstaat, ist ein Semester, das die Fußballerin des Zweitligisten in Norman absolviert. Norman liegt 35 Kilometer südlich von Oklahoma City und hat rund 122.000 Einwohner – davon 25.000 Studenten.

Die 25-Jährige wird Elektronik-Kurse besuchen und mit Vertretern anderer Nationalitäten in einer Wohngemeinschaft leben. „Und möchte ich Zeit mit Familien verbringen“, sagt sie, die in ihrem Geburtsort Oldenburg ein Duales Studium mit dem Bachelor beendet hat. Das Master-Studium war dort nicht möglich und so ging Janning nach Braunschweig.

„Ich spiele Fußball, seit ich laufen kann“, schmunzelt sie. 1999 schloss sie, die über ihren Bruder Lutz zum Fußball kam, sich dem SV Friedrichsfehn an. Der Bruder ist inzwischen zum Handball gewechselt, Lynn Janning spielt nach wie vor Fußball. Mittlerweile für den TV Jahn, zu dem einst Simone Wimberg (Jahn II) den Kontakt hergestellt hat. Meister in der Oberliga (2014/15), Fünfter und „Vize“ in der Regionalliga, zur Zeit Neunter in der 2. Bundesliga – Janning und deren Team haben sich stets weiter nach vorne gearbeitet. Wenn es um die Position geht, ist sie hingegen nach hinten gerutscht: „Ich habe erst auf der 10er- und dann auf der 6er-Position gespielt“ berichtet sie, die bei den Jahnern der Innenverteidigung angehört. Sie mag diese zentralen, anspruchsvollen Positionen.

Apropos: Das Studium („Es ist eine Männerdomäne. Der Anteil der Frauen beträgt fünf bis zehn Prozent“) verlangt Janning (Leistungskurse: Mathe und Physik) ebenfalls einiges ab. Es erfordert – im Zusammenspiel mit Fußball und Privatleben – einen exakten Zeitplan. Janning: „Ich habe viele Zugfahrten gemacht.“

Dem Semester in Norman/Oklahoma/USA blickt sie mit Vorfreude entgegen. Andererseits bedauert sie, die 856 von 900 möglichen Punktspiel-Minute bestritten hat, dass sie sich an Teil zwei der Zweitliga-Saison nicht beteiligen kann. Immerhin hat sie gegen zehn der elf Konkurrenten gespielt. Nur der SV Meppen fehlt in ihrer Sammlung. „Die 2. Liga ist sehr anstrengend“, erklärt sie. „Die größten Unterschiede zur Regionalliga sind das Tempo und das körperbetonte Spiel. Teilweise sind es ganz andere Welten. Aber man kann stolz darauf sein, in der 2. Liga zu spielen.“

Janning will auch in Norman Fußball spielen. Die Uni hat ein Frauenteam. Allerdings findet die Saison während des Herbstsemesters statt. American Football, sagt sie, sei „cool“. Und sie wolle sich ein NBA-Spiel anschauen („In Oldenburg gehe ich zu den EWE Baskets). „Ansonsten“, ergänzt sie, „lasse ich mich überraschen.“

Am 9. Januar fliegt die Fußballerin in die Staaten. Drei Tage zuvor steht eine Abschiedsparty auf dem Plan, zu der sie natürlich auch ihre Jahn-Mitspielerinnen eingeladen hat. Die Antwort auf die Frage nach er Rückkehr fällt unmissverständlich aus. „Mein Pass bleibt bei Jahn“, sagt Lynn Janning.