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TV Jahn Delmenhorst Viel Arbeit für das Team hinter dem Team

Von Klaus Erdmann | 20.08.2017, 10:36 Uhr

Der Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord der Fußballerinnen des TV Jahn Delmenhorst ist für das Team hinter dem Team mit viel Arbeit verbunden. Abteilungsleiter Bernd Hannemann reizt neben besonderen Gegnern auch das „DFB“ auf dem Trikot. Etat des Zweitliga-Aufsteigers steht auf drei Säulen.

Nicht das „W“ (wie Werder), sondern das „DFB“ auf dem Trikot übt auf Bernd Hannemann starken Reiz aus. Aber natürlich seien es auch „besondere Gegner“, wie der VfL Wolfsburg II, ergänzt er, der beim Zweitliga-Aufsteiger TV Jahn mit Petra Zimolong die Frauen-Fußballabteilung führt. Viele Mädels könnten solche Gegner nicht in ihrer sportlichen Vita aufweisen. Doch vor dem ersten Punktspiel in der 2. Bundesliga Nord liegt eine Menge Arbeit, denn besagter DFB (Deutscher Fußball-Bund) verlangt viel vom Team hinterm Team.

Der DFB benötigt viele Angaben

„In der Regionalliga hatten wir eine gewisse Routine“, so Hannemann. Der DFB benötige viele Angaben – in einem „machbaren, aber vorgegebenen Zeitraum“. Es gehe um die finanzielle Lage, den Zustand des Stadions und der Räumlichkeiten, um das Sicherheitskonzept. Auch die Spielerinnen müssten Formulare unterschreiben und sich unter anderem bereit erklären, Auswahlmaßnahmen zu besuchen. „Immerhin“, sagt Hannemann, der die DFB-Mitarbeiter als „ruhig“, „kompetent“ und „freundlich“ beschreibt, „immerhin sind wir auf der Zielgeraden.“

Ohne Mitstreiter wie Zimolong, Günter Manott (Kassenwart des Gesamtvereins), Fußball-Chef Marco Castiglione und Trainer Claus-Dieter Meier sei der erhebliche Aufwand nicht zu bewältigen.

TV Jahn Delmenhorst geht kein finanzielles Riskio ein

Ein finanzielles Risiko, unterstreicht Hannemann, gehe Jahn nicht ein. Der Etat steht auf drei Säulen. „Der Vorstand finanziert den Spielbetrieb. Das ist nicht viel mehr als in der Regionalliga“, sagt der Funktionär. Der DFB stelle Gelder für Fahrten und Übernachtungen zur Verfügung. Und drittens gebe es Sponsoren. In diesem Zusammenhang dankt Hannemann Murat Kalmis. Er stelle wichtige Kontakte her. Die Kosten liegen im mittleren fünfstelligen Bereich. „Mit diesem Geld könnte man in der Landes- oder Oberliga keine Herrenmannschaft finanzieren“, sagt Hannemann.

Er betont, dass die Spielerinnen kein Geld bekämen. „Aber niemand hat uns abgesagt, weil wir nichts zahlen. Das hat andere Gründe“, meint Hannemann. Gleichwohl fügt er hinzu: „Eventuell hätten wir die eine oder andere Spielerin bekommen, wenn wir Geld zahlen würden. Aber das wäre unfair den Mädels gegenüber, die den Aufstieg geschafft haben und kein Geld bekommen.“

Verbessert sich der Zuschauerschnitt?

Hannemann, der hofft, dass sich der Zuschauerschnitt („30 bis 40“) verbessert, ist Realist: „Durch die Reform (2018/19 gibt es nur noch eine eingleisige 2. Bundesliga, Anm. d. Red.) ist es schwierig, in der Liga zu bleiben – gerade als Aufsteiger. Aber wir wollen Dinge mitnehmen, wollen sehen, was man verbessern kann. Wir werden nicht geduckt durch die Gegend laufen.“

Welche Überschrift würde er dem TVJ zum Saisonende wünschen? „Sensation: Jahn Vierter“, antwortet Bernd Hannemann schmunzelnd.