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TV Jahn erwartet Mönchengladbach Erst Durchmarsch, dann Absturz

Von Klaus Erdmann | 11.11.2017, 14:30 Uhr

Prominenter Heimspiel-Gegner für den TV Jahn Delmenhorst in der 2. Fußball-Bundesliga der Frauen: Borussia Mönchengladbach läuft am Sonntag ab 14 Uhr im Düsternorter Stadion auf.

Nichts gegen DSC Arminia Bielefeld und SV Meppen, aber über den klangvollsten Namen in der 2. Fußball-Bundesliga der Frauen verfügt Borussia Mönchengladbach. Am Sonntag, 14 Uhr, stellt sich die Mannschaft, die in naher Vergangenheit Höhen (Durchmarsch von der Regional- in die Bundesliga) und Tiefen (mit nur sechs Punkten und als Tabellenletzter Absturz in die 2. Liga) erlebte, beim TV Jahn vor. Mit zwölf Zählern aus sechs Spielen belegen die Gäste den vierten Platz.

Dem 5:1-Auftakterfolg beim punktlosen Schlusslicht SV Henstedt-Ulzburg folgten Niederlagen gegen den VfL Wolfsburg II (1:2) und beim SV Meppen (0:1). Im Anschluss daran gewann Mönchengladbach gegen FF USV Jena II (4:2) beim Herforder SV (11:1) und gegen BW Hohen Neuendorf (6:1). Neun Punkte und 21:4 Tore aus den letzten drei Spielen – keine schlechte Visitenkarte.

Borussia Mönchengladbach will in die eingleisige 2. Liga

Borussia ist eine jener Mannschaften, die auf eine Mischung aus Talenten und erfahrenen Aktiven setzt. So bietet Cheftrainer René Krienen, der als Ziel einen Platz unter den ersten Sechs und damit die Qualifikation für die kommende eingleisige 2. Liga angibt, Spielerinnen auf, die in Jugend-Nationalmannschaften mitgewirkt haben. Dazu gehören Pauline Dallmann (19 Jahre), deren Zwillingsschwester Jule ebenfalls dem Borussia-Kader angehört, Michelle Herrmann (18) oder die Niederländerin Kelsey Geraedts (17). Auf der anderen Seite stehen Nadja Kleinikel (26, unter anderem Eindhoven) und Mona Lohmann (25, u. a. Neunkirch/Schweiz und Werder Bremen). Und Liv Aerts. Die 25-Jährige brachte es bislang – ebenso wie Jahns Anna Mirbach – auf sechs Treffer und führt die interne Torjägerinnenliste an.

Delmenhorsts Cheftrainer Claus-Dieter Meier („Mönchengladbach hat stets mindestens ein Tor kassiert“) wünscht sich, dass sein Team erneut mutig auftritt. Das 1:9 (0:7) bei Spitzenreiter 1. FFC Turbine Potsdam II habe man gut verkraftet. „Natürlich tut ein solches Ergebnis weh, aber in der zweiten Halbzeit haben die Spielerinnen gezeigt, dass sie ein solches Spiel mit Kampf und Leidenschaft lange offen halten können“, erklärt Meier. Abteilungsleiter Bernd Hannemann ergänzt: „Die Mannschaft hat anfangs zu ängstlich gespielt. Das hat uns etwas geärgert.“ Seine Elf, so Meier, habe zuletzt besser als in den Vorwochen trainieren können. Malin Knodel ist wieder dabei. Ob Nadine Poppen und Tomke Hege nach ihren Verletzungen wieder mitwirken, vermochte der Coach am Freitagvormittag noch nicht zu sagen.

Der kleine Kader des Zweitliga-Aufsteigers wird bald verstärkt, denn mit Nele-Victoria Aufurth meldet Hannemann einen Zugang. Die Defensivkraft spielte vor einigen Jahren schon mal beim TVJ. Zuletzt trug sie das Trikot des Regionalligisten TSV Limmer. Am 28. Mai kam Jahn im Endspiel des Landespokals zu einem 3:1 gegen Limmer, das in Führung ging – durch Aufurth. Die 29-Jährige, die in Hannover lebt und dort am Theater arbeitet, ist erstmals am 10. Dezember, wenn der Neuling in Wolfsburg gastiert, für ihren neuen/alten Verein einsatzberechtigt.

Eine weitere Spielerin, die derzeit beim TV Jahn mittrainiert, wird hingegen nicht das Delmenhorster Aufgebot komplettieren: Christina Bellinghoven. Die ebenfalls 29-jJährige, die zur Zeit in Oldenburg arbeitet, will sich auf hohem Niveau fit halten und beteiligt sich als Feldspielerin am Training. Dabei ist sie eine erfahrene Torfrau, die zum Kader des FCR Duisburg gehörte, als dieser den Europa- (2009) und den DFB-Pokal (2009 und 2010) gewann. 2016/17 bestritt Bellinghoven 17 Bundesliga-Spiele – für Borussia Mönchengladbach.