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U16-Länderspiel in Delmenhorst SV Atlas muss viele Kleinigkeiten beachten

Von Frederik Böckmann, Daniel Niebuhr und Lars Pingel | 02.10.2016, 11:41 Uhr

Training, Videoschulungen und ein strenger Ernährungsplan, aber auch Mathe-Klausuren: Langweilig wurde den Auswahlkickern des DFB bei ihrem Lehrgang in Wildeshausen eher nicht. Am Montag treffen sie im Delmenhorster Stadion auf Österreich.

Die Vorfreude ist groß, am Montag geht es endlich los: Die deutsche U16-Nationalmannschaft trifft am Montag ab 15 Uhr in einem Testspiel im Delmenhorster Stadion auf Österreich. Die beiden Mannschaften standen sich bereits am Freitag in Rotenburg gegenüber.

Wo hat die DFB-Auswahl die vergangene Tage verbracht?

Die 22 Spieler und der 17-köpfige Funktionsstab (Trainer, Betreuer, Physiotherapeuten, Videoanalyst, Pressedirektor tec.) waren seit Montag im Wildeshauer Hof untergebracht. Bis zum ersten Test gegen Österreich standen sechs Einheiten auf dem Programm. Beim Abschlusstraining am Donnerstag wurden vor allem Standards trainiert.

Wie hat dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Unterbringung und das Training in Wildeshausen gefallen?

Der DFB zeigte sich begeistert von den Bedingungen und den Platzverhältnissen. „Wir sind sehr zufrieden. Es passte alles sehr gut“, erklärte Teammanager Dominik Horsch. Die Zusammenarbeit mit dem VfL um Clubchef Wolfgang Sasse sei „sehr akribitisch“ und „sehr unproblematisch“ gewesen, erklärte Horsch. Die zwei Nebenplätze im Krandel waren eben, frisch gewässert und geschnitten. U16-Trainer Michael Prus lobte die Qualität der Plätze im Krandel ausdrücklich.

Welchen Eindruck hat der DFB beim VfL Wildeshausen hinterlassen?

„Einen guten“, schmunzelte der VfL-Vorsitzende Wolfgang Sasse. Er schwärmte vom „gewaltigen“ Grad der Professionalität. Im Hotel wurde ein Zimmer zum Physioraum umgebaut, die Einheiten werden gefilmt, die Spieler täglich geschult und nach einem strengen Ernährungsplan versorgt. Und: Die Schule, von der die Nachwuchskicker freigestellt wurden, wurde trotzdem nicht vernachlässigt. Zwei Lehrer paukten zwischen den Trainingseinheiten mit den Fußballern. „Zwei Spieler haben in der vergangenen Woche sogar eine Mathe-Klausur geschrieben“, erzählte Teammanager Horsch.

Montag liegt die Organisation des Länderspiel in den Händen des SV Atlas. Welche Aufgaben hatte der SVA im Vorfeld zu erledigen?

Sehr viele. Wo parken die Busse? Was für Obst kommt als Catering in den Kabinenbereich? Wo kommt das Podest für die Kamera hin? Das waren Fragen, mit den sich Chef-Organisator Jörg Rosenbohm auseinander unter anderem auseinander musste. Auch die vielen Presseanfragen der Medienvertreter mussten beantwortet werden. „Auf so viele Kleinigkeiten musste ich noch nie achten“, sagte er.

Sieht das Stadion anderas aus als etwa bei Atlas-Heimspielen?

Ja. Bei Atlas-Heimspielen sei das Stadion zwar auch immer voll, „aber dieses Mal“, sagte Rosenbohm, „wird das noch einmal anders aussehen“. Dafür sorgt auch der DFB, der Banner für den Mittelkreis und sein Maskottchen mitbringt. „Es wird aussehen, wie bei einem Länderspiel im Fernsehen – nur in etwas kleiner“, sagte Rosenbohm.

Wie sieht der Kader aus?

Auf jeden Fall anders als beim Freitagsspiel gegen Österreich. Das verriet Teammanager Horsch. Ziel sei es, allen 22 Spielern des Aufgebots möglichst gleich viel Spielzeit zu geben. „Dieser Jahrgang ist relativ neu zusammengekommen, deshalb wollen die Trainer alle Spieler lange sehen“, sagte Dominik Horsch.

Stehen im DFB-Kader Spieler aus der Region?

Ja. Louis Poznanski von Werder Bremen. „Er bringt ein hohes Tempo mit, ist läuferisch stark, schlägt gute Flanke und sucht den Torabschluss mit“, sagte Trainer Michael Prus. „Louis bringt alle Voraussetzungen mit, um auf dieser Position auch längerfristig zu spielen.“

Was können die Zuschauer erwarten?

Vermutlich ein temporeiches Spiel. Es dürfte „hin und her gehen“, glaubt Coach Prus. Der Gegner werde seinem Team alles abverlangen. „Österreich ist etwas besser eingespielt, spielerisch sehr gut. Worauf wir vor allem achten müssen, ist das Umschaltspiel.“

Wie viele Fans werden erwartet?

Auf jeden Fall eine vierstellige Zuschauerzahl. In der Regel sind um die 1500 Menschen bei U16-Länderspielen. Rosenbohm hofft: „Delmenhorst ist eine fußballbegeisterte Stadt.“ Der DFB stellte 100 Karten für Flüchtlinge zu Verfügung.

Gibt es noch Tickets?

Ja. An der Tageskasse für 5 Euro (Sitzplatz) bzw. 2 Euro (Stephlatz).