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Über 600 Spiele Kuriose und bedenkliche Zahlen in der Handball-Region Oldenburg

Von Heinz Quahs | 23.05.2019, 11:02 Uhr

In der WM-Saison 2018/19 gab es in der Handball-Region Oldenburg viele Spiele - aber auch viele Ausfälle. Zur kommenden Spielzeit ist ein Teamrückgang zu erwarten.

Die Handball-Saison 2018/19 hat auch in der Region Oldenburg erstaunliche und rekordverdächtige Statistiken hervorgebracht – mindestens eine Zahl wird die Funktionäre aber wohl besonders beschäftigen. Die HRO kämpft seit Jahren gegen den Schiedsrichterschwund und musste bei ihrer jüngsten Arbeitstagung doch verkünden, dass 205 Referees in der vergangenen Saison kein einziges Spiel geleitet haben und deshalb nun ihre Lizenz verlieren. „Dabei wird jeder Unparteiische benötigt“, wie Spielwart Werner Spinning erklärt.

Kosten durch umgeplante Spiele

Während der Sitzung im Grüppenbührener Gasthof Zur Linde hatte der HRO-Vorstand auch sonst nicht nur gute Nachrichten. Die abgelaufene Spielzeit, in die die Heim-WM der Männer fiel, wird auch als Saison der Verlegungen in Erinnerung bleiben. Auch wegen der Weltmeisterschaft wurden durch umgeplante Spiele beträchtliche Kosten verursacht, allein in der Regionsoberliga der Frauen wurden 26 der 128 Partien verlegt, in der weiblichen B-Jugend waren es ebenso viele.

Weniger Teams erwartet

Die WM wird zumindest kurzfristig wohl nicht für großflächigen Zulauf sorgen. 2018/19 absolvierten in der Region 93 Senioren- und 176 Jugendteams zusammen 645 Partien, zur kommenden Spielzeit erwartet Spinning einen Rückgang. In den unteren Klassen muss man wohl über den Modus nachdenken: Bei den Männern haben für die Regionsliga bisher nur acht (im Vorjahr elf) und für die Regionklasse 13 Teams gemeldet (14). Bei den Frauen sind es für die Regionsliga 9 (12) und für die Regionsklasse 6 (7).

Rein strukturell könnten die Vereine in naher Zukunft Änderungen erwarten, wie Vorsitzender Wolfgang Sasse mitteilte. Der Deutsche Handball-Bund arbeitet auf eine Verringerung der Regionen in den Landesverbänden hin, Osnabrück befindet sich bereits in Gesprächen mit dem Oldenburger Münsterland. Sasse regte dazu an, politische Grenzen über Bord zu werfen und eine Zusammenarbeit mit den nördlichen Clubs des Oldenburger Münsterlandes und mit der Region Friesland/Wittmund/Wilhelmshaven zu prüfen.