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Über Aachen nach Rio Sandra Auffarth und Wolle starten beim CHIO

Von Lars Pingel | 21.06.2016, 13:12 Uhr

Die 29-jährige Vielseitigkeitsreiterin Sandra Auffarth vom RV Ganderkesee gehört zu den vier engsten Kandidaten für die Teilnahme an den Spielen in Rio. Mitte Juli wird sie mit dem 14-Jährigen noch beim CHIO in Aachen starten, anschließend wird die Équipe nominiert.

Viel Zeit zum Genießen bleibt Sandra Auffarth und ihrem Wolle nicht. Trotzdem gönnt die Vielseitigkeitsreiterin vom RV Ganderkesee dem 14-jährigen Wallach (Opgun Louvo) natürlich erstmal ein wenig Ruhe, nachdem sie mit ihm ihre sowieso schon beeindruckende Erfolgsliste verlängert hatte. Am Sonntag waren sie und Wolle von 8000 Zuschauern auf dem Turnierplatz in Luhmühlen als Deutsche Meister gefeiert worden. Die Doppel-Weltmeister, Team-Olympiasieger und Olympiamedaillengewinner im Einzel (unter anderem) holten sich bei ihrem ersten gemeinsamen Start bei einer DM, die in der internationalen Drei-Sterne-Vielseitigkeit in der Lüneburger Heide ausgetragen wurde, Sieg und Titel. „Er bekommt eine Pause, dann wird das Training noch einmal angezogen“, erzählte Auffarth. „Durch das Turnier hier hat er aber schon einen schönen Konditionsschub gekriegt.“

Auffarth startet mit Wolle beim CHIO in Aachen

Dass Wolle den und die weitere zielgerichtete Aufbauarbeit mit seiner Reiterin gut gebrauchen kann, erklärte Vielseitigkeits-Bundestrainer Hans Melzer am Ende der viertägigen Veranstaltung, zu der insgesamt 28000 Zuschauer gekommen waren. Er erklärte, wie berichtet, dass Auffarth mit Wolle zu den vier Reitern gehört, die „Stand jetzt“ bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro vom 6. bis 8. August für Deutschland um Gold kämpfen sollen.

Die endgültige Entscheidung darüber, welche vier Reiter dort starten, fällt aber erst nach dem CHIO in Aachen, wo es am 15. und 16. Juli um den Nationenpreis und den Sieg in der Einzelwertung geht. Auffarth und Wolle sind dort dabei, sagte Melzer. „Die Nominierung für das Nationenpreisteam werden wir erst in Aachen vornehmen. Das hängt auch von den Bedingungen vor Ort ab, zum Beispiel dem Wetter“, erklärte er. „Wir wollen aber ein Topteam aufbieten.“ Das soll möglichst eine Erfolgsserie fortsetzen. Seit 2012 ging der Sieg in der Soers an die deutsche Equipe – Auffarth und Wolle waren immer mit dabei.

Die 29-Jährige gönnt sich keine Pause. „Ich werde in Cloppenburg in einem Springturnier und in Westerstede in der Vielseitigkeit starten“, erzählte sie. Dort sattelt sie jüngere Pferde aus dem Stall, den sie mit ihrer Familie betreibt. „Eventuell reite ich auch noch die Zwei-Sterne-Vielseitigkeit in Luhmühlen“, sagte Auffarth. Das Turnier am letzten Juni-Wochenende würde sie dem siebenjährigen Viamant du Matz bestreiten.

Trainingslager in Bonn-Rodderberg

Das weitere, abschließende Vorbereitungsprogramm der Olympia-Kandidaten beschrieb dann wieder der Bundestrainer. „Vom 26. bis 30. Juli treffen sie sich zu einem Trainingslager in Bonn-Rodderberg“, sagte Melzer. „Für den Ort haben wir uns auch entschieden, weil er in der Nähe des Flughafens liegt, von dem aus die Pferde am 30. Juli nach Brasilien fliegen .“

Die intensive Vorbereitung, mit dem Ziel, den Traum von der zweiten Olympia-Teilnahme zu verwirklichen, laufe seit März, berichtete Auffarth. „Seine Form stimmt“, sagte sie über Wolle. Als Beleg dafür, dass auch die Reiterin mit sich sehr zufrieden sein darf, dient die glänzende Vorstellung des Paars in der Dressur, im Gelände und im Springen in Luhmühlen, die ihm einen Start-Ziel-Sieg einbrachte.

Für Wolle könnte es am 30. Juli übrigens erneut eine Premiere geben, verriet Sandra Auffarth: „Er ist noch nie geflogen.“ Auch zu den mit Teamgold und Einzelbronze gekrönten Spielen 2012 in London war er mit einem Transporter durch den Ärmelkanal gereist. Der Reiterin macht das aber keine Sorgen: „Meine Mutter ist schon mehrfach mit Pferden geflogen. Sie hat erzählt, dass das so ähnlich ist wie die Fahrt in einem Transporter. Ich bin auch noch nie mit Pferden geflogen.“