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Überraschung im Bezirkspokal TSV Ganderkesee besiegt SV Atlas im Elfmeterschießen

Von Lars Pingel | 26.08.2015, 00:03 Uhr

Große Überraschung: Der TSV Ganderkesee hat den SV Atlas Delmenhorst aus dem Fußball-Bezirkspokal gekegelt. In der 3. Runde behielt der TSV mit 3:0 im Elfmeterschießen die Oberhand und steht damit im Achtelfinale. Nach 90 Minuten hatte es 1:1 (0:1) gestanden.

Fußball-Trainer denken sehr oft schon kurz nach dem Schlusspfiff eines Spiels an die kommenden Aufgaben ihrer Mannschaften – egal, ob sie schwer enttäuscht oder höchst erfreut sind. Das bewiesen am Dienstagabend am Immerweg Jürgen Hahn, der das Amt beim SV Atlas innehat, und Daniel Lachmund, Coach des gastgebenden TSV Ganderkesee. „Das dürfte mit Blick auf die Saison ein Denkzettel zur richtigen Zeit sein“, sagte Hahn über die überraschende 1:4 (1:1, 0:1)-Niederlage nach Elfmeterschießen, mit der sich der bis dahin in der Saison 2015/2016 unbesiegte Bezirksliga-Meisterschaftsfavorit aus dem Bezirkspokal verabschiedete. „Das haben wir gebraucht“, erklärte Lachmund, dessen Team in dieser Klasse die ersten drei Punktspiele deutlich verloren hatte.

Klattenhoff nicht zu bezwingen

Zum Matchwinner für die junge, ersatzgeschwächte Mannschaft von Lachmund avancierte Torwart Christian Klattenhoff. Im Elfmeterschießen parierte der Torwart die ersten beiden Schüsse der Atlas-Spieler Musa Karli und Tom Witte. Stefan Bruns scheiterte dann am Pfosten – und Klattenhoff hatte auch da die Spitzen seiner Handschuhe im Spiel. Da die Ganderkeseer Fabian Mucker, Patrick Meyer und Jan Badberg ihre Elfmeter versenkten, war das Aus des SVA besiegelt – und der Jubel beim TSV riesengroß.

Atlas geht durch Eigentor in Führung

Dass die Entscheidung, welches Team das Achtelfinale erreicht, im Elfmeterschießen fallen sollte, damit hatten vor dem Spiel die wenigsten der etwa 500 Zuschauer gerechnet. Die Gäste gingen früh mit 1:0 in Führung. Einen Karli-Freistoß köpfte TSV-Innenverteidiger Meyer unglücklich ins eigene Netz (14.). Bereits nach vier Minuten hatte Atlas-Stürmer Steven Müller-Rautenberg eine gute Gelegenheit gegeben. Nach einem Pass von Iman Bi-Ria traf er den Pfosten.

Delmenhorster kontrollieren das Geschehen

Mit der Führung im Rücken kontrollierten die Delmenhorster das Geschehen, ohne gegen die kompakte TSV-Abwehr in der ersten Halbzeit wirklich viele zwingende Möglichkeiten zu erspielen. Erst gegen Ende der Hälfte wurde der SVA wieder gefährlich: Klattenhoff parierte bei einer Dreifach-Chance gegen Karli und Dennis Metzing, Müller-Rautenberg drosch den dritten Nachschuss über das Tor (32.), wenig später traf Müller-Rautenberg (35.) die Latte.

Nach dem Seitenwechsel passierte lange Zeit nichts. Atlas war zwar fast ständig in Ballbesitz, fand gegen aufopferungsvoll kämpfende Ganderkesee keinen Weg zum Tor. Allerdings waren die Delmenhorster gerade bei den entscheidenden Pässen oft unkonzentriert. „Das war zu wenig“, kritisierte Hahn. „Ganderkesee hat das gut gemacht. Gratulation. Wir haben es aber versäumt, das zweite Tor zu machen. Das wird bestraft.“

Jannik Schrank erzielt Ausgleich

Erst in der 73. Minute gab es den ersten Aufreger, als erneut Müller-Rautenberg knapp verzog. Es sollte bis in die Schlussphase die letzte Chance für den SVA bleiben. Das rächte sich in der 83. Minute: Nach einem Lattenschuss von Badberg kam der Ball aus dem Gewühl wieder in den Atlas-Fünfmeterraum. Jannik Schrank grätschte ihn zum 1:1 über die Linie.

TSV-Trainer Daniel Lachmund ist stolz auf sein Team

Atlas wachte danach noch einmal kurz aus seiner Lethargie auf, doch Ganderkesee rettete sich ins Elfmeterschießen. Dort krönte Klattenhoff mit den parierten Schüssen seine starke Leistung. Er sei sehr stolz auf das, was sein Team, in den 90 Minuten gezeigt habe, sagte Lachmund strahlend. „Das war einfach klasse.“ Er musste den Ausfall von zwölf gesperrten oder verletzten Spielern kompensieren. Für sie hatte er Aktive aus dem Kreisliga- und dem A-Jugendteam aufgeboten.