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Umzug nach Bremen endgültig Junior Cup soll nicht nach Delmenhorst zurückkehren

Von Daniel Niebuhr | 18.03.2016, 09:38 Uhr

Für die Macher des renommierten Junior Cups für U11-Fußballer ist der Umzug nach Bremen endgültig. Allerdings sind wieder viele Delmenhorster Teams dabei.

Es wäre sicher ungerecht, zu behaupten, dass Christian Schlemm Delmenhorst am Donnerstag zum Tabuthema erklärt hätte. Eigentlich sprach der Organisator des Junior Cups sogar recht viel über den alten Austragungsort dieses renommierten Fußball-Turniers – doch gern tat er es offenkundig nicht. „Ich rede lieber über das aktuelle Turnier als das von letztem Jahr“, sagte er. „Man muss die Vergangenheit auch Vergangenheit sein lassen.“

Turnier heißt nun „Benergie Junior Cup“

Damit hatte Schlemm sein Urteil überdeutlich gefällt. Delmenhorst ist für das europaweit geschätzte Turnier der U11-Teams, das unter verschiedenen Namen zwölf Jahre lang dort stattgefunden hatte, nämlich tatsächlich Vergangenheit und wird es auch bleiben. Für die 2016er-Ausgabe, deren Eckdaten Schlemm am Donnerstag im Sitz des Hauptsponsors Benergie einer beachtlichen Presseschar offenbarte, zieht das Event von der Anlage des Delmenhorster Turnerbundes an den Bremer Osterdeich zum FC Union 60. Und dort soll der Benergie Junior Cup, wie er nun heißt, auch lange bleiben. Es sei keine Idee nur für ein Jahr, man wolle dort eine Ära beginnen, sagte Schlemm gar und lobte die Union-Anlage regelrecht überschwänglich: „Von den Plätzen über die Kabinen und die sanitären Anlagen bis zur herausragenden Lage in Bremen ist es ziemlich perfekt für das, was wir vorhaben.“

DTB, Baris, Hasbergen, Heidkrug und Jahn dabei

Und das ist in der Tat eine Nummer größer als zuletzt. 48 statt vorher 36 Mannschaften sind am 11. und 12. Juni auf acht Feldern dabei, darunter 13 europäische Klubs wie der FC Liverpool, Lokomotive Moskau und die PSV Eindhoven. Exoten im Feld sind der SC Americano aus Brasilien, die Toreros Tokio und das litauische Team Baltic. 17 deutsche Profivereine geben sich die Ehre, auch Bayern München, Titelverteidiger Borussia Dortmund und Werder Bremen. Wo die Veranstaltung, bei der einst auch Mario Götze kickte und deren Etat sich inzwischen im sechsstelligen Bereich bewegt, ihre Wurzeln hat, lässt das Teilnehmerfeld aber auch noch erahnen: Mit dem DTB, dem SV Baris, dem TuS Hasbergen, dem TV Jahn und dem TuS Heidkrug sind genauso viele Delmenhorster wie Bremer Teams dabei, dazu kommen aus dem Landkreis Oldenburg der TSV Ganderkesee, der FC Hude und die SG DHI Harpstedt. Eine durchaus auffällige Häufung, die Schlemm mit Diplomatie erklärt: „Wir wollten damit unsere Verbundenheit zu Delmenhorst zeigen.“

Ziel: 4000 Zuschauer pro Tag

Rund 600 Fußballer werden am Osterdeich kicken, nach der Vorstellung von Schlemm vor mindestens 4000 Zuschauern pro Turniertag. Schon die Dimensionen hätten den Umzug erzwungen, meinte er. In Delmenhorst wäre nur noch das Stadiongelände für eine solche Größenordnung in der Verlosung gewesen; warum er und der Sportliche Leiter Michael Zoll Bremen den Vorzug gegeben haben, erzählte Schlemm entwaffnend offen: „Der Zustand der Stadionanlage entspricht nicht den Standards, die wir den namhaften Gästen bieten wollen. Die Plätze genügen unseren Ansprüchen nicht.“ Dennoch hätte es Versuche gegeben, die Organisatoren zum Verbleib in Delmenhorst zu bewegen: „Aber die waren nicht besonders intensiv und kamen zu einem Zeitpunkt, zu dem wir nicht einmal mehr darüber nachdenken konnten.“

Dafür freut sich nun der FC Union 60, dessen Vorsitzender Günter Stratmann bereits im Bremer Sportamt vorstellig geworden ist. Der Landesverband zeigte sich sofort kooperativ und verlegte für den Junior Cup etliche Punktspiele. „Es ist schön, zu sehen, wie und alle helfen“, sagte Stratmann.