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Unglaubliche Bilanz Die Doppelkönige von Hengsterholz

Von Andreas Giehl | 28.01.2016, 10:24 Uhr

Das Tischtennisduo Kai Oetken und Hergen Lange ist in der Kreisliga gefürchtet. Die beiden Aushängeschilder des kleinen TSV Hengsterholz-Havekost haben 34 ihrer letzten 35 Spiele gewonnen und großen Anteil am Kreispokalsieg.

Unweit der Bundesstraße 213 schlägt seit einigen Jahren das gefürchtetste Doppel der Tischtennis-Kreisliga auf. Hergen Lange und Kai Oetken sind die Aushängeschilder des kleinen Tischtennis-Vereins TSV Hengsterholz-Havekost; das Duo hat in der vergangenen anderthalb Jahren eine Bilanz hingelegt, die ihresgleichen sucht. Saisonübergreifend haben die Beiden für den aktuellen Tabellenvierten stolze 34:1-Siege eingefahren. Nicht zuletzt wegen ihrer Zuverlässigkeit redet der TSV in dieser Spielzeit ein gewichtiges Wort um den Aufstieg in die 2. Bezirksklasse mit.

Mit der Mannschaft Kreispokalsieger

Der 48-jährige Lange und sein acht Jahre jüngerer Partner haben sich gesucht und gefunden. Beide sind begeisterte Tischtennisspieler und lassen sich ihren Sport auch von beruflichen Beanspruchungen nicht nehmen. Obwohl sie als Landwirt und selbstständiger Tischlermeister viel um die Ohren haben, lassen sie kaum einmal ein Punktspiel sausen. „Das sind zwei absolut sympathische Typen und natürlich unsere Ausnahmespieler“, ist TSV-Mannschaftsführer Arne Boschen voll den Lobes. „Seit vielen Jahren bilden Hergen und Kai unser Paradedoppel, das gerade am Schluss eines Punktspiels eine Bank ist. Sie sind der große Rückhalt unserer Mannschaft.“ Im Dezember hatten beide großen Anteil am Kreispokalsieg bei den Herren D.

Den Aufstieg im Visier

Auch in der Einzelstatistik der Kreisliga stehen Linkshänder Lange (15:3-Bilanz) und Rechtshänder Oetken (13:5) aktuell ganz oben. Ihrer Konstanz ist es zu verdanken, dass der TSV Hengsterholz mit 13:5 Punkten (neben den Teams von Herbstmeister Hude VI/16:2, Hatten-Sandkrug III und Wildeshausen III mit je 13:5) in der Rückrunde noch über alle Aufstiegschancen verfügt. „Wir wollen in der zweiten Halbserie angreifen“, verspricht Lange, dessen ältester Sohn Henrik (19) im hinteren Paarkreuz des TSV auf Punktejagd geht. Abgerundet wird das Bild der Tischtennis-begeisterten Familie von Sohn Nummer zwei. Heinke Lange ist mit zwölf Jahren immerhin schon die Nummer eins der TSV-Schülermannschaft.

„Vielleicht mit 70 noch ein Doppel“

Bei der spektakulären Bilanz des Duos Lange/Oetken liegt die Frage nach dem Erfolgsrezept natürlich nahe – und das ist relativ einfach. „Von der Spielweise passen wir als Links- und Rechtshänder natürlich perfekt zusammen. Wir stehen immer gut zum Ball und haben absolutes Vertrauen in den Partner“, erklärt Lange: „Weil wir rund 20 Jahre zusammenspielen, verstehen wir uns praktisch blind. Wenn es bei dem einen mal nicht so läuft, dann merkt der andere genau, wann er mehr die Verantwortung für die wichtige Schläge übernehmen muss.“

Das passiert bei den zwei klassischen Angriffsspieler hauptsächlich über die stärke Vorhandseite. Das Duo zeichnet am Tisch außerdem eine ziemliche Gelassenheit aus. Es gibt kaum einmal Situationen, die sie wirklich aus der Ruhe bringen. „Mit Hergen zusammen Doppelspielen macht wirklich Riesenspaß. Da wir oft gegen Paarungen antreten, die die 60 oder 70 Jahre schon überschritten haben, kommt man ab und zu schon einmal ins Grübeln“, scherzt Oetken: „Tischtennis ist zum Glück eine Sportart, die man noch im hohen Alter ausüben kann. Wenn es geht, wollen wir sowas natürlich auch schaffen. Vielleicht spielen wir mit 70 immer noch gemeinsam Doppel.“