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Urteil des Sportgerichts Kreisklassen-Spiel soll neu angesetzt werden

Von Lars Pingel | 18.11.2017, 09:26 Uhr

Das am 24. September abgebrochene Spiel der 1. Kreisklasse zwischen dem KSV Hicretspor und dem TuS Hasbergen soll neu angesetzt werden. Das entschied das Sportgericht des Fußballkreises Oldenburg-Land/ Der Zuschauer, der den Abbruch verursacht hatte, erhielt eine Geldstrafe und wurde gesperrt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Neuansetzung, keine Strafen gegen die Vereine sowie eine 300-Euro-Geldstrafe und eine sechsmonatige Sperre für die Person, die für den Abbruch verantwortlich war. Das hat das Sportgericht im Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst am Mittwochabend nach der Verhandlung über den Abbruch der Partie zwischen dem KSV Hicretspor Delmenhorst und dem TuS Hasbergen entschieden. „Es ist auf dieser Ebene nicht verhinderbar, dass eine Einzelperson auf den Platz läuft“, sagte Torsten Dreesmann, Vorsitzender des Gerichts, am Donnerstag zu dem Geschehen am 24. September in der Begegnung in der 1. Kreisklasse. Während der Nachspielzeit – Hicretspor war gerade mit 3:2 in Führung gegangen – war ein Zuschauer, „ein außenstehender Dritter“, auf den Platz gelaufen und hatte einen KSV-Spieler attackiert und geschlagen. Der Schiedsrichter entschied sich daraufhin, die Partie nicht zu Ende spielen zu lassen.

Im Bericht des Referees habe gestanden, dass sich beide Mannschaften bemüht hätten, die Fortsetzung der Partie zu ermöglichen, merkte Dreesmann an. Dies hätte auch dazu beigetragen, dass das Sportgericht von einer Wertung der nicht zu Ende geführten Partie absehen wollte, erklärte Dreesmann. Es sei das Ziel gewesen, zu verhindern, dass einem der beteiligten Teams unverschuldet Nachteile entstehen. Das gelte in diesem Fall besonders für die Heimmannschaft. Deshalb habe sich das Gericht für die Neuansetzung entschieden. Eine andere Möglichkeit habe nicht bestanden. Den Termin legt der Kreis-Spielausschuss fest.

Der Zuschauer, der den KSV-Spieler angegangen war, wurde vom Sportgericht bestraft. Es hatte sich herausgestellt, dass er dem Delmenhorster TB angehört und damit Mitglied des Niedersächsischen Fußball-Verbands ist. Deshalb unterliegt er auch der Sportgerichtsbarkeit. Er wurde zu einer Geldstrafe von 300 Euro verurteilt und für sechs Monate bis zum 31. Mai 2018 gesperrt. Außerdem müsse er die Kosten des Verfahrens tragen, berichtete Dreesmann. „Die Strafe soll auch eine Signalwirkung haben“, erklärte Dreesmann: „Sie soll zeigen, dass wir als Sportgericht so etwas nicht dulden.“ Das „betrifft dann eben nicht nur den Heimverein“, sagte er. Der ist laut NFV-Spielordnung eigentlich für die Ordnung auf dem Platz zuständig.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Beteiligten haben, sobald es ihnen schriftlich vorliegt, noch eine Woche Zeit, dagegen Berufung einzulegen.

KSV-Trainer Timur Cakmak erklärte, dass er es gern gesehen hätte, wenn seiner Mannschaft der Sieg zugesprochen worden wäre. Die hatte in der Partie einen 0:2 Rückstand aufgeholt, war dann in 93. Minute in Führung gegangen und spielte nach zwei Platzverweisen gegen TuS-Spieler in Überzahl. „Wir müssen damit leben, dass das Spiel neu angesetzt wird“, sagte er. „Ich glaube nicht, dass Hasbergen noch ausgeglichen hätte.“ Cakmak hofft, dass sich seine Mannschaft die drei Punkte in der zweiten Partie holen kann.

„Das ist das Urteil“, sagte der Hasberger Co-Trainer Tim Müller. „Für uns ist es vollkommen in Ordnung.“