Ein Angebot der NOZ

Vereine bleiben dem NTV treu Tennisklubs lehnen das Wechsel-Angebot ab

Von Klaus Erdmann | 30.01.2016, 12:48 Uhr

Die drei Vereine Blau-Weiß, DTC und DLW (alle Delmenhorst) sowie der Ganderkeseer TV und der Huder TV haben ein Wechsel-Angebot des Bremer Tennisverbandes Nordwest (TVNW) abgelehnt und bleiben dem Niedersächsischen Tennisverband (NTV) treu. Das ist das Ergebnis einer dk-Umfrage unter den fünf hiesigen Klubs, die sich während der Wintersaison an den Punktspielen des NTV beteiligen.

Hintergrund ist, dass die Verbände ihrer Kooperation nach Meinungsverschiedenheiten für beendet erklärt hatten und es ab dem Sommer keinen gemeinsamen Spielbetrieb mehr gibt. In einem Brief hatte der TVNW den niedersächsischen Vereinen angeboten, in den Verband Nordwest zu wechseln. Daraufhin hat der NTV in Zusammenarbeit mit den Regionen die Vereine über die Konsequenzen eines möglichen Verbandswechsels informiert. „Die angebotenen Handlungsoptionen sind größtenteils kaum umsetzbar und zu realisieren“, teilt der NTV mit. In einer Stellungnahme der Region Jade-Weser-Hunte heißt es: „Wir als Region können Ihnen als Verein nur anraten, auf dieses Angebot nicht zu reagieren.“

Carsten Glander, Sportwart des TC Blau-Weiß, betont, dass ein Wechsel für seinen Verein „kein Thema“ und man beim NTV gut aufgehoben sei. Er bedaure, dass es nicht bei einem gemeinsamen Spielbetrieb bleibe: „Aus sportlicher Sicht ist das schade.“ Glander: „Für die Bremer ist die Entscheidung, den gemeinsamen Spielbetrieb nicht fortzusetzen, bitterer als für uns – wir haben ja einen größeren Verband.“ Die für die Medien-und Öffentlichkeitsarbeit zuständige Sybille Schmidt (Bad Salzdetfurth) sagt in diesem Zusammenhang, dass dem NTV „1200 Vereine, Abteilungen und Sparten“ angehörten. Der TV Nordwest zähle 65 Vereine.

Man habe, erklärt Kurt Werner, Vorsitzender des Huder TV, das Wechsel-Angebot zur Kenntnis genommen. Es sei allerdings nicht ausgereift. „Es handelt sich um einen ungewöhnlichen Vorstoß“, unterstreicht Werner. Die Mannschaftsführer seien unterrichtet worden, aber: „Keiner wollte wechseln.“

„Wir haben das Thema diskutiert und sehen die Nähe zu den Bremer Vereinen durchaus als einen Vorteil an“, sagt Peter Theilen, der an der Spitze des Delmenhorster TC steht. Sein Verein bleibe jedoch im NTV, unterstreicht der Vorsitzende, der dem Verband Nordwest eine „aggressive Abwerbepolitik“ attestiert.

Patrick Jersch, zweiter Vorsitzender und Sportwart des Ganderkeseer TV, berichtet, dass er versucht habe, zu dem Thema „Verbandswechsel“ eine Mitgliederversammlung einzuberufen. Das sei aber zu kurzfristig und somit nicht machbar gewesen. „Es hat sich aber keiner gerührt und gesagt, dass er dort spielen wolle. Es bleibt so, wie es ist“, sagt Jersch. Ein Wechsel wäre problematisch und brächte dem Verein keine Vorteile.

„Wir waren von dem Angebot überrascht“, so Wolfgang Sparkuhl, Vorsitzender des DLW-Sportvereins. Er habe das Thema bei der letzten Sitzung angesprochen: „Wir haben uns einstimmig dafür entschieden, nicht zu wechseln. Das ging flott über die Bühne.“

NTV-Sprecherin Sybille Schmidt meint, dass sich eventuell „drei bis fünf Vereine“ dem TV Nordwest anschließen könnten. „Momentan gibt es aber keinen Wechsel. Es ist Ruhe im Land“, fügt sie hinzu. Und sie sagt: „Einige Bremer Vereine wollen zu uns wechseln.“