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VfL Stenum Tom Geerken – Talent mit eingebauter Torgefahr

Von Klaus Erdmann | 28.10.2016, 08:38 Uhr

Der 16-jährige Tom Geerken hat für die B-Junioren des VfL Stenum in der Fußball-Bezirksliga schon 15 Saisontore erzielt. Sein Team hat erst acht Spiele absolviert, zwei verpasste er verletzt.

Ja, er habe schon ein bisschen daran gedacht, dass er eine gute Saison spielen könnte. Nein, dass es so gut laufe, habe er nicht erwartet. Tom Geerken gehört nicht zu denen, die aufgrund ihrer Erfolge vor lauter Stolz kaum gehen können. Der B-Jugend-Fußballer des VfL Stenum, der in der Bezirksliga in diesen Wochen Tore wie am Fließband produziert, ist freundlich und aufgeschlossen – wenn es um eigene Erfolge geht, jedoch eher zurückhaltend.

Geerken erzielt 2,5 Treffer pro Einsatz

Stenum, Vierter der Bezirksliga, hat es in acht Treffen auf 34 Tore gebracht. 15 davon gehen auf Geerkens Konto. Dabei fehlte das Talent mit eingebauter Torgarantie in Emstek (0:5) und Heidkrug (0:3). Es waren die einzigen Niederlagen. „Da war ich verletzt“, sagt er beinahe entschuldigend. Somit gelangen dem 16-Jährigen 2,5 Treffer pro Einsatz. Beim 5:0 über den VfL Oldenburg erzielte er die Tore eins bis vier.

Der gebürtige Delmenhorster, der mit der Familie in Bookholzberg wohnt, begann als Vierjähriger mit dem Fußball. Auch Vater Hergen Geerken, heute Teammanager der B-Junioren, favorisiert diese Sportart. Ab dem fünften Lebensjahr spielte Geerken junior für den VfL. Als Zwölfjähriger wechselte er nach Oldenburg und trat zunächst für den VfB, dann für den JFV Nordwest an.

Während der ersten Halbserie 2015/16 gehörte er zum Regionalligateam des JFV. Als die Belastungen für Geerken („Parallel war ich auch noch in Werder Bremens Talentteam“) zu groß wurden, kehrte er im letzten Winter zu seinem Stammverein zurück und stieg mit den B-Jugendlichen in die Bezirksliga auf.

Drei Tore in elf Minuten

Am Freitag lief Geerken erstmals für die A-Junioren auf und erzielte beim 2:5 in Essen prompt ein Tor. Einen Tag später wechselte ihn B-Jugend-Trainer Frank Radzanowski („Tom ist technisch sehr stark, verfügt über eine gute Grundschnelligkeit und gute Ideen“) erst in der 30. Minute ein. Zwischen Minute 38 und 49 steuerte der Youngster drei Tore zum 7:2 gegen Harpstedt bei. „Ich habe die Belastungen gut weggesteckt“, sagt der Torjäger, der bei den abstiegsgefährdeten A-Junioren ab und zu mal aushelfen, sich aber nicht fest spielen will.

Natürlich wecken die Qualitäten des Ausnahmestürmers bei anderen Vereinen Begehrlichkeiten. Kontakte bestehen. Geerken, der die Berufsbildende Schule 2 Delmenhorst besucht und eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker absolviert, fühlt sich wohl in Stenum. Er deutet aber auch an, dass einige B-Junioren den VfL verlassen könnten, sollte die A-Jugend wieder aus der Bezirksliga absteigen.

Gibt es den großen Fußball-Traum? „Früher war das mal Werder“, antwortet der 16-Jährige. „Aber ich glaube, dass es jetzt zu spät ist“. Mal sehen.