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VG Delmenhorst-Stenum Trainer Kai Stöver stellt die Vertrauensfrage

Von Frederik Böckmann und Daniel Niebuhr | 04.12.2018, 07:24 Uhr

Die Frauen und Männer der VG Delmenhorst-Stenum haben in der Volleyball-Oberliga ihre Schlüsselspiele gegen die zuvor sieglosen Schlusslichter verloren.

Es war ein richtungsweisender Samstag, ja sogar ein Schlüsselspieltag in der Volleyball-Oberliga für die Männer und Frauen der VG Delmenhorst-Stenum. Mit Siegen gegen die direkten Kellerkonkurrenten wollten die beiden Mannschaften einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf landen und vor der zweiwöchigen Spielpause zwischen Hin- und Rückrunde neues Selbstvertrauen tanken. Doch alle guten Vorsätze, die sich die Volleyball-Gemeinschaft vornahm – sie gingen völlig schief.

Die Männer verloren ihr Auswärtsspiel beim TV Bremen-Walle mit 1:3 (15:25, 22:25, 25:22, 15:25), die Frauen kassierten beim TSV Giesen ebenfalls eine 1:3 (14:25, 26:24, 24:26, 21:25)-Niederlage. Damit verschärften sich jeweils die Situationen im Abstiegskampf – und der Frust bei beiden Teams war jeweils riesengroß.

Bei den Frauen bot der langjährige Erfolgstrainer Kai Stöver nach der Niederlage im Landkreis Hildesheim sogar seinen Rücktritt an, indem er seinen Spielerinnen die Vertrauensfrage stellte. „Ich habe einfach das Gefühl, dass ich den Schlüssel nicht mehr finde. Ich erreiche die Mannschaft beim Spiel nicht mehr. Wenn ich die Mädels im Training sehe und dann im Spiel – das sind zwei völlig andere Mannschaften.“ Deshalb habe er gefragt, „ob sie noch mit mir arbeiten wollen. Und alle waren klar der Meinung, dass wir so weitermachen sollten.“

Denn zumindest drei Sätze lang gestaltete Delmenhorst-Stenum die Begegnung vor 19 Zuschauern beim zuvor sieglosen Schlusslicht Giesen auf Augenhöhe. Nach einem völlig verkorksten ersten Durchgang (14:25) gewannen die Gäste Satz zwei (26:24). Im dritten Durchgang kämpfte sich die VG nach einem zwischenzeitlichen 14:19-Rückstand wieder heran und wehrte beim 23:24 einen Satzball ab, um dann noch zu verlieren (24:26).

Der vierte Satz (21:25) „ist uns nach dem 17:18 etwas weggegangen“, ärgerte sich Kai Stöver. Nach dem 18:23 robbte sich seine Mannschaft wieder auf 21:23 heran, „dann haben wir es aber mit unseren eigenen Fehler wieder verbockt“, haderte der Coach nach der Niederlage nach 88 Spielminuten.

Trotz der fünften Auswärtsniederlage in Serie ist Stöver weiterhin davon überzeugt, „dass wir den Klassenerhalt schaffen können. Ich bin immer noch positiv gestimmt. Wir brauchen einfach etwas, um die Stimmung wieder zu heben.“

Vor der dritten Auswärtspartie in Folge am 15. Dezember (Samstag, 15 Uhr) beim Zweiten TG 1860 Münden hat Delmenhorst-Stenum (bei einem Spiel mehr) als Drittletzter vier Punkte Rückstand auf den Relegationsrang und sechs Zähler Rückstand auf das rettende Ufer.

Bedrohliche Lage für die Männer der VG Delmenhorst-Stenum

Noch bedrohlicher ist die Lage bei den Männern nach der Niederlage am Bremer Panzenberg. Vor zwölf Monaten noch Zweiter sind die Spieler von Susanne Schalk nach nur einem Sieg aus acht Begegnungen Vorletzter. Der Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze beträgt vor dem Rückrunden-Start am 15. Dezember (Samstag, 15 Uhr) beim Spitzrenreiter VfL Wildeshausen satte zehn Zähler, auf den Abstiegsrelegation zumindest nur zwei Punkte.

„Wir müssen jetzt erst einmal versuchen, Sicherheit und gute Laune in unser Spiel zu bekommen“, sagt Schalk. Mit einer Siegesserie könne man in der Rückrunde schon noch nach oben durchstarten, sagt Trainerin mit Blick auf die vergangenen Jahre. Sie räumt aber auch ein: „Das ist für uns völlig uninteressant. Für uns geht es nur darum, den Abstiegsrelegationsplatz zu sichern.“ Auf dem liegt zur TG Wiesmoor; die einzige Mannschaft übrigens, gegen die die Delmenhorst-Stenum bislang gewann.

Gegen das zuvor sieglose Schlusslicht Bremen-Walle zeigte Delmenhorst-Stenum „ein ganz schlechtes Spiel“, wie Schalk einräumte. „Wir waren ängstlich, überhaupt nicht mutig genug. Das war schon eine richtig enttäuschende Leistung.“ Die Partie war zugleich ein Abbild der bisherigen Vorrunde: die Zahl der Eigenfehler war viel zu hoch. Und: wieder einmal waren wenig Spieler in Normalform „Wir hatten fünf, sechs Ausfälle“, so Schalk.

Nach den beiden ersten verlorenen Sätzen (15:25 und 22:25) steigerte sich Delmenhorst-Stenum im dritten Durchgang (25:22), weil die Angaben druckvoller kamen und der Block besser verteidigte. In Satz vier brachte die VG dann eine Schiedsrichter-Entscheidung beim Stand von 4:4 völlig aus der Spur. Schlechte Angaben und Annahmen, dazu ein „sehr löchriger Block“ (Schalk): dann war auch dieser Satz verloren (15:25) – und nach 90 Minuten das Spiel.