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Viele Stärken, kaum Schwächen Atlas-Konkurrent BW Lohne im Faktencheck

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 17.05.2017, 10:13 Uhr

Am Sonntag (15 Uhr) steigt das nächste Topspiel im Kampf um die Meisterschaft in der Fußball-Landesliga: BW Lohne erwartet den SV Atlas Das dk hat die Südoldenburger unter die Lupe genommen.

 Der Verein: 

BW Lohne war jahrzehntelang die beste Fußball-Adresse im Kreis Vechta. Nach dem der Hauptsponsor seine finanzielle Unterstützung zurückgefahren hatte, rutschte Lohne peu à peu erst von der Oberliga in die Niedersachsenliga, dann von der Landesliga in die Bezirksliga ab. Zwischen 2009 und 2013 pendelte BWL im Fahrstuhl zwischen Liga sechs und sieben, spielt jetzt aber seine fünfte Landesliga-Saison in Serie und hat aktuell das beste Team seit Jahren zusammen.

 Der Trainer: 

Mit Trainer Thomas Schmunkamp ging es bei BWL wieder bergauf. Schmunkamp, der selbst zu Oberligazeiten für BWL verteidigte, übernahm die Blau-Weißen im Mai 2016 und brachte das schlingernde Schiff Lohne auf Kurs Richtung Klassenerhalt. Schmunkamp trainierte von 2006 bis 2008 auch den VfL Oythe und danach ebenfalls erfolgreich die BWL-A-Jugend und die Lohne II.

 Die Stärken: 

Die größte Waffe im BWL-Spiel ist Mittelstürmer Tim Wernke. Der frühere Regionalliga-Torjäger besticht mit Tempo und Wucht, ist ein eiskalter Vollstrecker (bislang 25 Saisontore), legt dank seiner Schnelligkeit aber auch immer geschickt für seine Mitspieler auf. Mitverantwortlich für den Lohner Aufschwung in dieser Saison sind aber auch die Neuzugänge. In der Zentrale sind die bei Werder Bremen ausgebildeten Dustin Beer (19 Saisontore) und Malte Beermann das Herzstück im BWL-Spiel. Mit Frank Placke und Jakub Bürkle hat Lohne die beste linke Seite der Liga. Auf rechts ist Alper Yilmaz wie sein Pendant „Kuba“ Bürkle ebenfalls pfeilschnell unterwegs. „Lohne hat mit Sinn und Verstand eingekauft“, lobte Wildeshausens Trainer Marcel Bragula diese Transferaktivitäten.

 Die Schwächen: 

Gibt es wenige. Die Innenverteidigung ist nicht unbedingt die schnellste, weshalb BWL bei Kontern – wie Atlas übrigens auch – anfällig ist. Zudem droht mit Felix Oevermann (Zerrung) der Defensivanker auszufallen. Außerdem hat Lohne mit Tim Kröger, Philipp Kröger und Simon Kolhoff zwar drei gleichwertige Torhüter im Kader, aber keinen herausragenden Keeper.

 Das Stadion:  

Atlas-Fans, die das Heinz-Dettmer-Stadion (benannt nach dem früheren Mäzen und Präsidenten) nicht kennen, dürften mit Blick auf das eigene Stadion in Düsternort neidisch werden. Denn in puncto Infrastruktur gibt es kaum ein besseres Stadion im Weser-Ems-Gebiet als das in Lohne. Eine große überdachte Sitzplatztribüne, ein Hauplatz mit Flutlicht, direkt daneben ein Kunstrasenplatz mit Flutlicht. Es ist kein Wunder, dass Werder Bremen regelmäßig zu Freundschaftsspielen nach Südoldenburg kommt und auch der DFB viele Junioren-Länderspiele in Lohne ausrichtet. Ein Problem gibt es aber doch: Da der Hauptplatz auch von einer 400-Meter-Laufbahn umgeben ist, sind die Fans relativ weit weg, worunter die Stimmung leidet.

 Die Historie: 

Gegen keine andere Mannschaft hat der SV Atlas in seiner Geschichte dank gemeinsamer vieler Jahre in den Verbands- und Oberliga häufiger gespielt als gegen BWL – nämlich 27 Mal, wie Atlas-Fan Peter Kupka recherchiert hat. Die Bilanz aus SVA-Sicht: 10 Siege, 9 Remis, 8 Niederlagen.

 Der Promi: 

Mit dem langjährigen Kapitän Christian Bröring haben die Lohner sogar einen kleinen Promi in ihrer Mannschaft. Denn Abwehrmann Bröring ist mit der Dressur-Olympiasiegerin Kristina Bröring-Sprehe verheiratet.

 Und sonst? 

Zwei Atlas-Akteure haben in der Jugend von BW Lohne gespielt. Maximilan Klatte (in der A-Jugend-Regionalliga unter Klaus Ebel) und Lars Scholz. „Scholli“ hat übrigens wie Thomas Schmunkamp den gleichen Heimatverein: RW Visbek.