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Vielseitigkeit 2017 in Rendswoude Sandra Auffarth legt mit Wolle guten Saisonstart hin

Von Lars Pingel | 05.06.2017, 14:05 Uhr

Sandra Auffarth, Vielseitigkeitsreiterin vom RV Ganderkesee, hat bei den „Horse Trials 2017“ im niederländischen Rendswoude mit ihrem Paradepferd Wolle (Opgun Louvo) einen guten Start in den Saison hingelegt. Sie platzierten sich in der CIC**-Prüfung. Das gelang auch Pauline Knorr mit Wilbert. Auffarth wurde zudem mit zwei jungen Pferden zweimal Dritte.

Frisch gewaschen ließ sich Wolle zwischen den vielen Lastwagen, Transportern und Anhängern der Vielseitigkeitsreiter, die in den international besetzten Wettbewerben der „Horse Trials 2017“ im niederländischen Rendswoude starteten, ein paar Grashalme schmecken. „Er hatte viel Spaß“, hatte seine Reiterin, die Doppel-Weltmeisterin Sandra Auffarth vom RV Ganderkeee, knapp eine Stunde zuvor im Gespräch mit einer Moderatorin des Veranstalters gesagt, kurz nachdem sie mit ihrem 15-jährigen französischen Wallach den Geländeritt und damit auch die Kurzprüfung auf Zwei-Sterne-Niveau (CCI**) beendet hatte. „Ja, mit ihm macht es aber immer Spaß“, sagte Auffarth am späten Samstagnachmittag lachend im „Reiterlager“ – mit dem ganz entspannten Wolle am Zügel – auf die Frage, ob es ihr denn genauso gegangen sei. Klar, dass dann das Fazit des ersten gemeinsamen Starts in der Saison 2017 positiv ausfiel: „Das war ein guter Auftakt“, sagte Auffarth, die nach einer sehr ordentlichen Dressur (41,20 Minuspunkte) und einem Springen ohne Hindernisfehler, in dem nur ein Strafpunkt für das Überschreiten der erlaubten Zeit hinzukam, auch im Geländeritt an allen Hindernissen fehlerfrei geblieben war. Da sie die vorgegebene Zeit aber um 29 Sekunden überschritten hatte, standen mit zusätzlich 11,60 Zählern schließlich 53,80 Minuspunkte zu Buche. Als Neunte waren die Bergedorferin und Wolle, nach den ersten beiden Disziplinen auf Platz eins, trotzdem platziert.

Sandra Auffarth achtet nicht auf Zeit

Auffarth hatte die Saisonplanung mit ihrem Paradepferd verändern müssen, weil sich Wolle im Februar das Griffelbein gebrochen hatte. In Rendswoude ging sie mit dem französischen Wallach zum ersten Mal seit den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro, wo die beiden Teamsilber gewannen, in einer Prüfung an den Start. „Während des Geländeritts habe ich überhaupt nicht auf die Zeit geachtet. Ich habe ihn als Training gesehen“, erzählte sie anschließend. „Wir sind es ganz ruhig angegangen, vor allem im Startbereich. Wolle sollte sehen, dass er nicht immer sofort voll auf Angriff gehen muss.“ Dieser Ritt, die ganze Prüfung, war die Vorbereitung auf das internationale Vielseitigkeitsturnier in Luhmühlen (15. bis 18. Juni), für das Auffarth mit Wolle gemeldet hat. Dort treten die beiden in der langen internationalen Drei-Sterne-Prüfung (CIC***) an, in der auch der deutsche Meistertitel vergeben wird. 2016 hatte die 30-Jährige mit Wolle die Konkurrenz und damit auch die DM gewonnen.

Pauline Knorr zieht positives Fazit

In der Zwei-Sterne-Prüfung platzierte sich auch die zweite Vielseitigkeitssportlerin des RV Ganderkesee, die diese bestritt. Pauline Knorr wurde mit ihrem achtjährigen Wilbert mit 58,49 Punkten 14. unter den 48 Paaren, die in die Wertung kamen.

„Ich bin vollauf zufrieden“, sagte Knorr nach dem Wettbewerb. Sie war mit dem achtjährigen Hannoveraner Mitte Mai in Marbach zum ersten Mal auf Drei-Sterne-Niveau angetreten. Die Vielseitigkeit in Rendswoude diente vor allem der Vorbereitung auf den nächsten Start in einer Konkurrenz mit der zweithöchsten Schwierigkeit, erzählte sie. „In vier Wochen werden wir in Barborowko in Polen wieder auf Drei-Sterne-Niveau reiten. Dafür war das hier ein guter Test.“ Den Wilbert bestand. „Die Dressur war etwas sperrig. Das können wir besser“, sagte Knorr zwar über die erste Teildisziplin, nach der sie auf Platz 34 lag (54,80). Doch dann lief es. Im Springparcours fiel nur eine Stange (vier Strafpunkte); Knorr schob sich schon auf Rang 30 vor. Am Samstag gelang ihr mit Wilbert ein starker, flüssiger, problemloser und fehlerfreier Geländeritt. Sie blieb 20 Sekunden unter der vorgegebenen Zeit – und machte in der Gesamtwertung einen großen Sprung nach vorn. Damit war Knorrs Bilanz endgültig im Positiven angekommen.

Die CIC**-Prüfung gewann Nadine Marzahl aus Munster mit Valentine (44,50). Zweite wurde Annina Lutter aus Much mit Rock Girl H (46,50) vor dem Italiener Umberto Riva mit Phoenix d’Amigny (47,50).

Sandra Auffarth mit jungen Pferden zweimal Dritte

Die 2600 Meter mit 24 Hindernissen, die Auffarth und Wolle am Samstag zurückgelegt hatten, waren der dritte Auftritt der Bergedorferin auf dem Geländeparcours in Rendswoude. Sie war mit den ersten beiden ebenfalls sehr zufrieden. „Das waren zwei tolle Runden mit den jungen Pferden“, bestätigte sie. Beide hatte sie in der vorgegebenen Zeit und ohne Hindernisfehler beendet. Mit dem achtjährigen französischen Wallach Viamant du Matz, den Auffarth „Mad“ nennt, trat sie in der Zwei-Sterne-Langprüfung (CCI**) an, mit der siebenjährigen Oldenburger Stute Daytona Beach in der Ein-Stern-Langprüfung (CCI*).

Mit Mad startete sie am Pfingstsonntag von Platz drei aus in das abschließende Springen. Nach der Dressur war sie mit 53,10 Minuspunkten als Vierte in die zweite Teildisziplin gegangen. Im Springparcours kamen dann für zwei Fehler noch acht Zähler hinzu (61,10). Trotzdem blieb Auffarth Dritte. Vor ihr lagen die Niederländerin Aliene Ruyter mit Bomba (52,70) und deren Landsmann Patrick Verbakel mit Coconut Girl (54,10).

Fehlerfreies Springen mit Daytona Beach

Im Ein-Stern-Wettkampf war Auffarth mit Daytona Beach nach der Dressur Sechste (44,30). Diesen Rang hatte sie auch vor dem Springen inne, denn die vor ihr Platzierten waren in der zweiten Disziplin ebenfalls fehlerfrei geblieben. Auffarth, die als erste des Spitzensextetts in den Parcours ging, gelang das auch im Springen. So schob sie sich mit ihrem Gesamtergebnis von 44,30 Minuspunkten noch unter die besten Drei, denn nach ihr schafften das nur die Niederländerinnen Elaine Pen mit Blue Nile (vorher Zweite/41,80), die Siegerin wurde, und Larissa Hartkamp mit Il Dolce van de Distelhoeve (vorher Dritte/42,50).