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Vielseitigkeit Aachen 2015 Sandra Auffarth und Wolle schieben sich auf Platz drei vor

Von Lars Pingel | 14.08.2015, 20:40 Uhr

Sandra Auffarth vom RV Ganderkesee hat mit ihrem Wallach Opgun Louvo, den sie Wolle nennt, in der Drei-Sterne-Vielseitigkeit in Aachen den dritten Platz belegt. An diesem Freitagnachmittag gelang ihr ein fehlerfreier Geländeritt, mit dem sie zudem den Sieg des deutschen Teams im Nationenpreis unter Dach und Fach brachte. In der Einzelwertung feierte Ingrid Klimke (Münster) einen Doppelsieg.

Der Bundestrainer riss die Arme hoch. Gerade hatten Sandra Auffarth und Opgun Louvo im großen Stadion des Turnierplatzes in der Aachener Soers das aufgeblasene, große Gummitor des Hauptsponsors der internationalen Vielseitigkeitsprüfung durchquert. Es markierte das Ziel des Geländeritts, in dem sich der Wettbewerb auf Drei-Sterne-Niveau an diesem Freitag entschied. Die 28-Jährige vom RV Ganderkesee und ihr französischer Wallach hatten auf der 3800 Meter langen Strecke mit 26 Hindernissen eine brillante Leistung geboten, meisterten alle Schwierigkeiten des technisch anspruchsvollen Parcours souverän. In 6:37 Minuten blieben sie zudem drei Sekunden unter der vorgegebenen Zeit. Das bedeutete, dass Auffarth die Prüfung mit den 37,20 Fehlerpunkten beendete, mit denen sie in die dritte und letzte Teildisziplin gegangen war. Darüber freute sich Hans Melzer natürlich schon. Anlass zum Jubeln gab dem Bundestrainer außerdem die Gewissheit, dass die Vierer-Mannschaft, die er in das Rennen um den Nationenpreis geschickt hatte, diesen gewinnen würde. Auffarth machte das perfekt, denn nach ihr kam kein Reiter des größten Konkurrenten Neuseeland mehr. Und der dritte Anwärter Großbritannien, der später disqualifiziert wurde, hatte sich mit drei Reitern schon so viele Strafpunkte eingefangen, dass er chancenlos war.

Starker Ritt wird zum zweiten Mal belohnt

Auffarth musste dann noch etwas warten. Erst als fünf weitere Paare das Ziel erreicht hatten, wusste sie, dass ihre Leistung noch ein zweites Mal belohnt wurde: Sie schob sich in der Einzelwertung vom sechsten auf den dritten Platz nach vorn.

Ingrid Klimke verteidigt Führung

Auf der Anzeigetafel war neben ihrem Namen zunächst eine Zwei aufgeleuchtet, als Auffarth außer vom Bundestrainer auch von den Zuschauern gefeiert wurde. Auf Platz eins stand Ingrid Klimke (Münster), die zuvor mit Horsware Hale Bob ebenfalls ohne Fehler geblieben war und 37,00 Punkte aufwies. Die Reiter, die von den Plätzen fünf bis zwei gestartet waren, ordneten sich hinter Auffarth ein. Erst Klimke gelang es, die Bergedorferin und auch noch sich selbst zu übertrumpfen. Mit ihrem zweiten Pferd in der Prüfung, Escada, verteidigte die 47-Jährige ihre Führung, die sie sich in der Dressur und im Springen am Donnerstag erarbeitet hatte. Mit 32,00 Punkten wurde sie Erste.

Sandra Auffarth lobt Wolle

Auffarth störte das nicht. Sie freute sich über Platz drei und die glänzende Form ihres Opgun Louvo. „Wolle war perfekt“, lobte sie ihn nach dem famosen Geländeritt. Er sei hochmotiviert und voll konzentriert gewesen, berichtete die Doppel-Weltmeisterin. „Er war total fokussiert.“ So habe sie es leicht gehabt, fehlerfrei und in der Zeit ins Ziel zu kommen, erklärte sie – und verheimlichte dabei, dass auch Wolles Reiterin mit einer starken Leistung zu dem Erfolg beigetragen hatte.

Freude über „fantastische“ Dressur

Der Geländeritt war die Krönung der Rückkehr von Wolle in den Wettkampfsport. Vor der Aachener CICO-Prüfung hatte Auffarth den 13-Jährigen wegen einer Hufprellung geschont. „In der Dressur war er fantastisch“, sagte die Bergedorferin über die erste Teildisziplin am Donnerstag (33,20), nach der sie Zweite war. Die Begeisterung darüber trübte ein Hindernisfehler im Springen nicht, mit dem sie dann auf Platz sechs abgerutscht war.

Im Nationenpreis vor Neuseeland

Außer Auffarth und Wolle hatte Melzer noch Klimke mit Horsware Hale Bob, Dirk Schrade (Sprockhövel) mit Hop and Skip (47,60/ 10.) und Michael Jung (Horb) mit Halunke (46,30/ 9.) für den Nationenpreis nominiert. Die besten drei Ergebnisse kamen in die Wertung. Mit 120,50 Punkten lag das Quartett am Ende vor Neuseeland (126,80) und den USA (192,90). Das brachte Melzer nicht nur zum Jubeln, sondern auch ins Schwärmen. „Sie sind geritten wie von einem anderen Stern“, lobte er die vier Reiter.